VW Caddy Maxi 2.0 TDI im Test

Kast-Kraftwagen

Foto: Hans-Dieter Seufert 8 Bilder

47 Zentimeter mehr Länge lasten den VW Caddy zum Maxi auf. Was hat der 2.0 TDI auf dem Kasten?

Auf die ungeheuer ausgefallene Idee, in einem Minivan tatsächlich sieben Personen plus ihr gesamtes Gepäck zu transportieren, ist noch keiner gekommen. Bei den Siebensitzern Renault Grand Scénic, Toyota Corolla Verso sowie VW Touran und Caddy reicht – wenn alle Passagiere an Bord sind – der Platz hinter den Schwiegermüttersitzen nur für die Urlaubsgarderobe im Nudistencamp. Was das für ein Unfug ist, merkten als Erste die Burschen von VW Nutzfahrzeuge. Sie verlängerten den Caddy um 47 Zentimeter, 32 gehen für Radstand drauf. Der Rest erweitert den schon bisher wenig schlanken Hintern des VW. Das schafft Platz für einen mit 530 Liter vernünftigen Laderaum. Die Streckung kostet ausstattungsbereinigt 1750 Euro Aufpreis und verlängert den Namen des VW Caddy Life um den Zusatz Maxi. Schon der normale Caddy ist kein zierliches Auto, als Maxi erreicht er die Ausmaße des Multivan. Innen unterscheidet sich der Lange nicht vom Kurzen, der ja schon ein praktisches Modell ohne Premiumgehabe ist und sich damit auf die alten VW-Tugenden besinnt. So kleidet sich das Cockpit zwar sparsam in Hartplastik, und sogar ein Deckel für das Handschuhfach scheint entbehrlich.

Dafür ist aber alles klasse zusammengesteckt und lässt sich leicht bedienen. Erst wenn es daran geht, die Rücksitzbänke umzuklappen oder auszubauen, wird es mühsam. Zunächst schaut das hinten prima aus: Über die zwei seitlichen Schiebetüren steigen selbst Klassenkameraden von Johannes Heesters locker ein. Die Kletterei in die dritte Reihe ist umständlicher, weil erst eine Seite der asymmetrisch geteilten Reihe zwei umgeklappt werden muss: Schlaufe ziehen, Lehne auf die Sitzfläche legen, zweite Schlaufe ziehen und das Paket vorklappen. Noch anstrengender wird es bei der letzten Reihe, auf der auch Erwachsene würdig sitzen können. Sie lässt sich nicht komplett umlegen, sondern nur die Lehne – und das nutzt wenig. Also muss das Biest ganz raus. Dabei wehrt es sich aber mit aller Kraft. Ein 50-Kilo-Sack Zement erscheint im Vergleich leicht und handlich. Ist die Bank rausgewuchtet, möchte man sie nie wieder sehen. Aber eines Tages muss das Monstrum wieder rein. Dazu will es auf vier Nippeln punktlanden – in der Zeit, die das dauert, lassen sich Bauernhäuser renovieren.

Wenig entgegenkommend arbeitet auch die hintere Starrachse. Sie poltert weit hinter dem Fahrer herum, lässt sich aber durch ein paar Zentner Ladung zum Federn erweichen. Der 140-PS-TDI motorisiert den Caddy seriös, aber nicht sehr sparsam. Er nagelt erheblich, nimmt es mit allen Windgeräuschen auf. Dass der Tacho bis Tempo 260 geht, ist also kein Unfug, sondern eine Botschaft. Sie lautet: Stell dir vor, wie groß der Krawall bei 260 wäre. Und sei froh, dass die Kiste nur 186 km/h schafft. Nicht nur an Komfort, auch an Sicherheitsausstattung mangelt es: ESP kostet 422 Euro, Kopfairbags gibt es nicht. Ein Touran Trendline hat beides serienmäßig und kommt ausstattungsbereinigt nur 1200 Euro teurer. Wer damit leben kann, entweder einen großen Kofferraum oder sieben Sitze zu haben, fährt mit dem Touran sicherer und etwas nobler. Aber nicht so kompromisslos wie im Caddy Maxi.

Fazit

Der VW Caddy Maxi besticht durch sein enormes Raumangebot, die standfesten Bremsen und seinem kräftigen Motor mit Partikelfilter. Negativ auffällig sind jedoch die lückenhafte Serienausstattung und die schlechte Übersichtlichkeit.

Technische Daten
VW Caddy Maxi Life 2.0 TDI
Grundpreis 25.936 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4875 x 1794 x 1834 mm
KofferraumvolumenVDA 530 l
Hubraum / Motor 1968 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 103 kW / 140 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 186 km/h
Verbrauch 6,4 l/100 km
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