VW Golf GTI im Test

Wolf unter Gölfen

Foto: Hans-Dieter Seufert 18 Bilder

Mit dem 200-PS-Turbo-FSI-Motor will der GTI der fünften Generation endlich wieder seinem legendären Ruf gerecht werden. Für die GTI-Maniacs hier in Kurzform die wichtigsten Erkennungsmerkmale: am Heck ein Doppelendrohr, an der Front tief gezogene Spoiler mit Lufteinlässen im Wabendesign sowie kreischend rote Bremssättel.

Hinzu kommen ein kleiner Heckspoiler und serienmäßig hohl gegossene 17-Zoll-Leichtmetallfelgen mit Reifen der 225er Kategorie. Es müsste nicht GTI draufstehen, um ihn als sportlichsten der aktuellen Gölfe zu erkennen. Ein Dreh am Zündschlüssel, und ein hauchzartes Nageln dringt im Leerlauf an die Ohren. Indiz für die Arbeitsweise einer Benzin- Direkteinspritzung und bisher Garant für mäßige Durchzugskraft.

So soll ein GTI sein

Was hat VW dem GTI angetan? Nur Gutes. Auf den ersten Gaspedalbefehl hin stürmt der Sport-Golf los wie ein Jagdhund zum getroffenen Wild. Bei heißem Motor blubbert es wohlig im Auspuff. So soll ein GTI klingen. In 7,3 Sekunden reißt der Golf die Tempo-100-Barriere fast zwei Sekunden früher als sein Urahn. Dieser GTI geht mindestens genauso ab wie der erste zu seiner Zeit. Und während die schwachen Bremsen von damals heutigen Fahrern den Angstschweiß auf die Stirn treiben würden, wirft der Neue den ganz großen Anker. Beim Verbrauch übt er sich dagegen in Zurückhaltung. Die 10,3 Liter Testverbrauch sind in Zeiten von abhebenden Spritpreisen eine Menge Kohlenstoff, verglichen mit den 11,9 Litern eines 37 PS schwächeren und über drei Zentner leichteren Mini Cooper S nehmen sie sich jedoch geradezu sparsam aus. Der neue GTI bietet allzeit Kraft. Für die Statistik: Zwischen 1.800 und 5.000/min liegen ständig 280 Newtonmeter an. Für die Emotionen: Damit scharren bei Vollgas und Nässedie angetriebenen Fronträderwie die Hufe eines Zuchtbullen.

Handlich, aber unkomfortabel

Die Kennlinie der Lenkung wurde für den GTI direkter ausgelegt, zudem wirken höhere Rückstellkräfte. Die passende Würze setzt das satt in der Hand liegende Lederlenkrad hinzu. Die knackige Sechsgangschaltung reiht sich nahtlos in das Ensemble der präzisen Bedienelemente ein. Den großen Agilitäts-Orden, so oft verliehen an die Heckantriebs-Garde, darf sich auch der GTI an den Wabenkühler heften. Die Basis dafür legt das modifizierte Fahrwerk. 15 Millimeter tiefer kauert die Karosserie über den Rädern, bei gleichzeitig härteren Feder-Dämpfer- Kennlinien. Die hinteren Stabilisatoren weisen eine um 20 Prozent erhöhte Steifigkeit auf.
Gesunde Härte, die der Golf auch weitergibt, wenn er etwas staksig bei niedriger Geschwindigkeit über Bodenunebenheiten holpert. Mit jedem km/h mehr verbessert sich das Ansprechen. So richtig komfortabel wird die Federung trotzdem nie. Damals wie heute gilt: Wer GTI kauft, muss auch GTI aushalten können.

Was es noch einzuplanen gilt, ist der Aufpreis für die Klimaautomatik (300 Euro) und das CD-Radio RCD 300 (520 Euro), dann ist der Sport-Golf aber auch schon vernünftig ausgestattet. So bestückt schlagen 25.020 Euro für den GTI zu Buche. Viel für einen Golf, aber nicht zu viel für einen der besten sportlichen Kompaktwagen.

Fazit

Der neue GTI knüpft endlich wieder an den Ruf alter Tage an. Der Zweiliter-Turbomotor lingt sexy, hat enormen Biss und ist trotzdem kein Säufer. Das agile Handling und die direkte Lenkung komplettieren das Erlebnis GTI.

Technische Daten
VW Golf GTI
Grundpreis 25.650 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4216 x 1759 x 1466 mm
KofferraumvolumenVDA 350 bis 1305 l
Hubraum / Motor 1984 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 147 kW / 200 PS bei 5100 U/min
Höchstgeschwindigkeit 235 km/h
0-100 km/h 7,3 s
Verbrauch 8,0 l/100 km
Testverbrauch 10,3 l/100 km
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