VW Phaeton W12 und Mercedes S 600 im Vergleich

Wer baut den besseren Zwölfzylinder?

Volkswagen greift nach den Sternen: Phaeton statt S-Klasse – die neue Alternative in der Zwölfzylinder-Klasse. Kann VW, was Mercedes kann? Erster Vergleich: VW Phaeton W12 gegen Mercedes S 600.

100.000 Euro für ein Auto? Kein Problem in der Chefklasse. Der Test-Phaeton mit der Einzelsitzgarnitur im Fond kommt zunächst mal auf 104.100 Euro – die Liste aufpreispflichtiger Extras ist dann aber noch lang. Nochmals einen Basis-Golf teurer ist der Mercedes: 118.546 Euro kostet das Vergnügen, sich im nahezu vollausgestatteten S 600 chauffieren zu lassen.

Richtig lang ist nur der Mercedes

Für soviel Geld gibt es in Stuttgart einen ausschließlich in der Langversion lieferbaren S 600, aus Dresden/Wolfsburg hingegen kommen zunächst einmal 20 Zentimeter weniger Abstand zwischen den Achsen – ein Handikap des Phaeton, das sich weder übertünchen noch wegdiskutieren lässt. Keine Frage: Wer sich vorwiegend im Fond aufhält, ist mit dem gestreckten S 600 besser bedient.

Ungewöhnlich geschmeidig ist nur der VW

Dass der neuentwickelte Luxus-Volkswagen ein Komforterlebnis der Sonderklasse bietet, ist aber ebenso unstrittig. Geschmeidig und ungewöhnlich leise zieht der 420 PS starke Phaeton seine Bahnen, und zwar bei jedem Tempo. Da muss sich auch der Mercedes geschlagen geben. Sein aktiv federndes ABC (Active Body Control)-Fahrwerk (Serie beim S 600) erreicht den Autobahnkomfort des luftgefederten Phaeton nicht. Auch die Ohren werden hier stärker beansprucht, und den unbeirrbaren Geradeauslauf des VW kann der Mercedes ebenfalls nicht bieten.

Aktives Fahrwerk contra Allradantrieb

Seine Trümpfe spielt der Mercedes erst abseits der Autobahnen aus. Bei hohem Tempo auf kurvenreichen Strecken brilliert sein Hightech-Fahrwerk umso mehr, je schlechter die Straßen sind. Manöver jeglicher Art absolviert er ohne spürbare Karosseriebewegungen, während die aktive Federung Schlaglöcher und Bodenwellen weitgehend einebnet. In keiner anderen Limousine kann der Passagier im Fond Fahrdynamik und den sportlichen Ehrgeiz des Chauffeurs so unbehelligt und kommod erleben wie im S 600. Nur trocken sollte es sein – andernfalls bereitet die Kombination aus 367 PS, wenig Traktion und einer gnadenlos einschreitenden Antriebsschlupfregelung dem Spaß ein frühes Ende.

Ganz anders der VW: Dank Allradantrieb lassen sich seine PS fast immer und überall problemlos in Vortrieb umsetzen – auch wenn man beim Phaeton das Angebot abseits gut ausgebauter Pisten gern auf sich beruhen lässt. In schnell gefahrenen Kurven plagt den kopflastigen Phaeton nämlich kräftiges Untersteuern, wobei die Neigung zum Geradeausschieben bei Nässe beängstigende Ausmaße annehmen kann. Zudem beeinträchtigen langhubige Vertikalbewegungen die beschleunigte Fahrt auf ondulierten Fahrbahnen und aus den Tiefen der Radaufhängung dringen dumpfe Poltergeräusche (VW verspricht diesbezüglich Nachbesserungen an der Hinterachse).

Schwerer Volkswagen: plus 53 PS, plus 380 kg Gewicht

In den Fahrleistungen liegen Phaeton und S 600 gleichauf. Warum es trotz der 53 Mehr-PS nicht für einen Vorsprung reicht, enthüllt die Waage: Mit satten 2.420 Kilogramm macht der VW den größeren Mercedes (2.041 kg) schon fast zu einem Vorbild an Leichtbau. Da braucht man sich auch über den strammen Appetit nicht zu wundern: Mit durchschnittlich 17,3 Liter/100 km verschlingt der Phaeton 1,5 Liter mehr als der S 600, dem obendrein die Tatsache hilft, dass im Teillastbereich sechs seiner zwölf Zylinder außer Kraft gesetzt werden.

VW Phaeton: mehr Luxus, mehr Prunk, mehr Punkte

Das verdient Lob, aber es genügt nicht. Der VW bietet insgesamt mehr: mehr Prunk, mehr Luxus, mehr angetriebene Räder und deshalb mehr Punkte – vorläufig jedenfalls. Denn ab September gibt es die verbesserte S-Klasse: mit mehr Prunk, mit mehr Luxus, mit Allradantrieb (auf Wunsch) und mit einem neuen 500-PS-V12-Biturbo.

Technische Daten
Mercedes S 600 L VW Phaeton W12 4Motion 4-Sitzer
Grundpreis 114.956 € 110.250 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 5158 x 1855 x 1444 mm 5055 x 1903 x 1450 mm
KofferraumvolumenVDA 500 l 500 l
Hubraum / Motor 5786 cm³ / 12-Zylinder 5998 cm³ / 12-Zylinder
Leistung 270 kW / 367 PS bei 5500 U/min 309 kW / 420 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h 250 km/h
0-100 km/h 6,6 s 6,7 s
Verbrauch 13,5 l/100 km 15,7 l/100 km
Testverbrauch 15,8 l/100 km 17,3 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
Noch nicht registriert?

Erstellen Sie jetzt Ihr kostenloses Profil und profitieren Sie als registrierter Nutzer von folgenden Vorteilen:

  • Exklusiver Zugriff auf alle Test- und Messdaten der Redaktion
  • 360°-Ansichten von Autos
  • Schneller PDF-Kauf
Kostenlos anmelden
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Top Aktuell Mini Countryman Cooper D All4, VW T-Roc 2.0 TDI 4Motion Style, Exterieur VW T-Roc gegen Mini Countryman Kleine Diesel-SUV im Test
Beliebte Artikel VW Phaeton Besser als die S-Klasse? Mercedes S 600
Gebrauchtwagen Angebote
Anzeige
Sportwagen Jaguar Land Rover Fahrdynamik Advertorial Auf Knopfdruck: Sport Mehr Fahrspaß durch Technik Porsche 911 (992) Cabrio Erlkönig Erlkönig Porsche 911 Cabrio (992) Offener Elfer startet 2019
Allrad Toyota RAV 4 2018 New York Sitzrobe Toyota RAV4 (2018) SUV-Neuauflage ab 29.990 Euro Porsche Macan, Facelift 2019 Porsche Macan (2019) Facelift Scharfes Heck, starke Motoren
Oldtimer & Youngtimer Porsche 911 (996) Carrera Coupe Porsche 911 (996) Kaufberatung Probleme des Schnäppchen-Elfer Aston Martin Heritage EV Concept Aston Martin Heritage EV Concept Elektroantrieb für Klassiker
Promobil Hymer B-MC I 580 Hymer B-Klasse MC I 580 Test Neues Konzept, neue Epoche? Weihnachtskalender 2018 Tür 15 Mitmachen und gewinnen Nighthawk von ROLLPLAY
CARAVANING Deichselschloss Diebstahlschutz für Caravans Deichselschlösser und Co Weihnachtskalender 2018 Tür 15 Mitmachen und gewinnen Nighthawk von ROLLPLAY