VW Touareg V6 TDI Hans-Dieter Seufert
VW Touareg V6 TDI
VW Touareg V6 TDI
VW Touareg V6 TDI
VW Touareg V6 TDI
VW Touareg V6 TDI 20 Bilder

VW Touareg V6 TDI BlueMotion im Test

2. Auflage des Volkswagen-SUV

Der VW Touareg V6 TDI BlueMotion verabschiedet sich von der klassischen Geländewagen-Bauweise. Die neue Formel lautet: bessere Straßen-Eigenschaften und zeitgemäßer Verbrauch.

Die ganze Gattung, zu der auch der VW Touareg zählt, ist in Verruf geraten. Seit CO2 die Diskussion ums Auto bestimmt, gelten große Geländewagen als Klimasünder. SUV – korrekt Sport Utility Vehicles – könnte auch als „Sauriers Untergang vorprogrammiert“ definiert werden. Gemach. So schlimm muss es nicht kommen. Verbrauch ist nur eine Eigenschaft eines Autos. Die großen Allradler haben auch unbestrittene Vorzüge: Sie bieten viel Platz und viel Komfort, vermitteln ein beruhigendes Gefühl der Solidität und Sicherheit und werden im Winter zu den Königen der Berge. Die Kundschaft, die seit den Anfängen des Range Rover treu zu dieser Art Automobil steht, möchte das nicht missen. Nur sparsamer muss er werden, der SUV – schon wegen der Sozial-Verträglichkeit. Da ist die Konstrukteurs-Intelligenz gefordert.

Erscheinungsbild ist Pkw-hafter geworden

Was geht, zeigt beispielhaft der VW Touareg. Er ist nicht kleiner geworden als sein Vorgänger, in Länge (plus 4,1 Zentimeter) und Breite (plus 1,2) hat er sogar zugelegt. Aber die Höhe der Karosserie ist geschrumpft (minus 1,7 Zentimeter). Das sorgt, so marginal diese Ziffern ausschauen mögen, für ein mehr Pkw-haftes Erscheinungsbild und signalisiert optisch die Abkehr vom Schwermetall. 200 Kilogramm habe man eingespart, sagt VW. Den Löwenanteil liefert ein modifizierter Antriebsstrang. Ein Reduktionsgetriebe für schwersten Geländeeinsatz gibt es nur noch auf Wunsch. Die Offroad-Grundausstattung des VW Touareg umfasst deshalb lediglich ein selbstsperrendes Torsen-Differenzial zur Verteilung der Antriebskraft zwischen den beiden Achsen.

Im Touareg werkelt ein tatsächlich permanenter Allradantrieb

Zusammen mit dem Bremseneingriff, der im VW Touareg bei Bedarf für Sperrwirkung in Querrichtung sorgt, ist man damit gut versorgt. Denn es werkelt ein tatsächlich permanenter Allradantrieb und keiner, der sich erst bei Schlupf an einer Achse hilfreich dazuschaltet. Dem Ergebnis der Abspeckkur geht die Waage auf den Grund. Der Testwagen befördert das Anzeige-Display auf 2.320 Kilogramm und überschreitet damit das Normgewicht (2.099 kg) beträchtlich, was der Fülle der Sonderausstattungen zuzuschreiben ist. Doch Gewicht ist nur ein Schauplatz beim Kampf um reduzierten Verbrauch. Die Antriebstechnik spielt die Hauptrolle. Beim VW Touareg mit Dreiliter-V6-Turbodiesel gehören dazu eine Start-Stopp-Einrichtung sowie eine Achtgang-Automatik.

VW Touareg nimmt Fahrt auf, als seien 2,3 t ein Spielball

Fahren wir los. Der Sechszylinder des VW Touareg beeindruckt auf Anhieb durch seinen leisen und geschmeidigen Lauf. Man muss genau hinhören, um die Antriebsquelle überhaupt als Diesel zu identifizieren. Am besten hilft dabei der kraftvolle Schub, den der Motor schon beim Anfahren entwickelt. Der VW Touareg nimmt Fahrt auf, als seien 2,3 Tonnen ein Spielball. An der Kurbelwelle entstehen bei 2.000 Umdrehungen 550 Newtonmeter Drehmoment – eine glänzende Voraussetzung für gelassenes Fahren. Es geht auf die Autobahn. 200 km/h sind im Handumdrehen erreicht, und selbst bei diesem Tempo wirkt der Motor alles andere als angestrengt. Dafür sorgt die Achtgang-Automatik. Seine Höchstgeschwindigkeit erreicht der Touareg im sechsten Gang, Nummer sieben und Nummer acht sind lang übersetzte Schongänge. Wenn man, wie bei dieser Testfahrt, im Bereich um 180 km/h dahinschnürt, liegen rund 3.000/min an.

Auf Landstraßen fallen Vorzüge des 8-Gang-Getriebes besonders auf

Das kommt dem Verbrauch zugute und sorgt zudem für Ruhe im Passagierabteil des VW Touareg. Hier drängt sich der Vergleich mit dem alten Topmodell auf, das einen mächtigen Fünfliter-Zehnzylinder besaß. Der kam bei ähnlichem Tempo bereits in Brummbereiche, während das Geräusch des neuzeitlichen V6 im Konzert der übrigen – keineswegs lauten – Fahrgeräusche fast verschwindet. Die nächste Etappe geht über Landstraßen. Hier fallen die Vorzüge des Getriebes besonders auf. Dass mehr geschaltet wird als bei einer Sechsgang-Automatik, tritt nicht störend in Erscheinung, weil die Schaltvorgänge sehr weich erfolgen. Die Kraftübertragung hält den Motor im Bereich des besten Drehmoments und damit des niedrigst möglichen Verbrauchs. Beim Gasgeben zum Überholen ist sie ohne Verzögerung zur Stelle – kurz: Sie kommt dem Idealbild einer Automatik nahe, die der Fahrer nur am Rande wahrnimmt.

Durchschnittsverbrauch lag bei 8,9 Liter

Die letzte Bewährungsprobe für die komfortable und starke Antriebseinheit des VW Touareg kommt an der Tankstelle. Im Durchschnitt hat der VW Touareg 8,9 Liter verbraucht – ein bemerkenswertes Ergebnis, das man vor wenigen Jahren für ein Auto dieses Formats als Traumtänzerei bezeichnet hätte. Erzielt wurde es ohne eine betont verbrauchsbewusste Fahrweise. Wer mit dem Gaspedal so zärtlich umgeht wie mit einer neuen Liebe, schafft sogar die Sieben vor dem Komma. Über den gesamten Testbetrieb, wo das zu den Ausnahmen gehört, sind es 10,5 Liter/100 km. Als wäre das noch nicht Fortschritt genug, hat der Touareg auch auf anderen Gebieten zugelegt. So wirkt er bei zügiger Fahrweise auf kurvenreichen Landstraßen deutlich dynamischer als bisher. Er reagiert sehr spontan auf Lenkbewegungen, ohne nervös zu wirken. Weil es im gleichen Konzern auch noch den Porsche Cayenne gibt, verzichtet VW bewusst darauf, dem Geländewagen den Fahrcharakter eines Sportwagens zu verleihen.

Höchstwertung von 5 Sternen erscheint unausweichlich

Der VW Touareg fährt sich wie eine große, luxuriöse Limousine – frei von Dynamik-Ambitionen, was auch das in Extremsituationen energisch eingreifende ESP zeigt. Passend dazu gesellt sich – mit der optionalen Luftfederung des Testwagens – ein guter Federungskomfort, der kaum von seiner Geschmeidigkeit verliert, wenn statt des Komfort-Modus die Sport-Stellung angewählt wird. Viel VW-Typisches ergänzt den erfreulichen Eindruck: Die sorgfältige Verarbeitung, das aufgeräumt wirkende, bei der Bedienung keine Probleme aufwerfende Cockpit und die gut konturierten, bequemen Sitze. Platz gibt es in Hülle und Fülle, auch im Fond, der sich mit einer verschiebbaren Rücksitzbank individuellen Bedürfnissen anpassen lässt. Die Höchstwertung von fünf Sternen erscheint da unausweichlich. Wenn der SUV so vernünftig wird wie der VW Touareg, dann hat er auch eine Zukunft.

Fazit

Ohne Crossover-Kompromisse transferiert der VW Touareg V6 TDI BlueMotion klassische Geländewagen-Tugenden in die Moderne. Er ist geräumig, solide, komfortabel und in hohem Maß universell – und das bei zeitgemäßem Verbrauch.

Technische Daten

VW Touareg V6 TDI BlueMotion Stahlfederung
Grundpreis 51.350 €
Außenmaße 4795 x 1940 x 1709 mm
Kofferraumvolumen 580 bis 1642 l
Hubraum / Motor 2967 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 176 kW / 240 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 218 km/h
Verbrauch 7,4 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
Zur Startseite
SUV Fahrberichte VW Touareg Zweite Generation mit Hybridantrieb VW Touareg Hybrid (2010) im Fahrbericht
VW Touareg
Artikel 0
Tests 0
Generationen 0
Alles über VW Touareg
Mehr zum Thema SUV (Sport Utility Vehicle)
Mercedes GLB, Gorden Wagener
Fahrberichte
Erlkönig Nissan Juke
Neuheiten
Kia Seltos
Neuheiten