Werkstättentest BMW 2007

Mittel zum Check

Foto: Reinhard Schmid

Trotz der Spitzenposition im diesjährigen Werkstättentest von auto motor und sport kann BMW das gute Ergebnis von 2005 nicht wiederholen. Es gilt, die Lücke zwischen Anspruch und Realität wieder zu schließen.

Freude am Fahren: Das ist die Werbebotschaft, mit der die Münchner Autobauer potenzielle Kunden in die Verkaufsräume locken. Dass die Botschaft ankommt, beweisen zumindest die Markterfolge der vergangenen Jahre. Doch auch diese Medaille hat zwei Seiten.

So werden aus Käufern nur dann zufriedene Kunden, wenn sich die Freude am Fahren auch auf die Standzeiten übertragen lässt: auf die notwendigen Aufenthalte in der Werkstatt. Neben den eigentlichen Qualitäten muss sich dort erweisen, ob das Auto in guten Händen ist und ob der Kunde eine kompetente und transparente Arbeitsleistung zu fairen Preisen geboten bekommt.

Hat das Werkstattpersonal den Service-Gedanken verinnerlicht, sollte dies eigentlich selbstverständlich sein. Im Werkstättentest 2007 musste dies in sechs Autohäusern und zwei BMWWerksniederlassungen unter Beweis gestellt werden. Die Wahl des Testkandidaten fiel auf einen BMW 320d der vorigen Modellgeneration, dessen acht Exemplare mit einem breiten Spektrum an Laufleistungen zwischen 39.300 und 120.300 Kilometern aufwarteten.

Als echte Herausforderung für die getesteten Betriebe erwies sich der Auftrag zu einer großen Inspektion, wie man sie etwa vor einer längeren Reise oder vor dem geplanten Verkauf eines Autos vornehmen lassen will. Ziel da bei ist es, einen optimalen Wartungszustand sicherzustellen und zu dokumentieren.

Was die Tester verlangten, wurde in den Werkstätten durchaus unterschiedlich interpretiert. Erstaunliche Bilanz: Nur in drei der acht Autohäuser wurde die Inspektion II als Basis angesetzt, die übrigen führten die Inspektion I, ergänzt durch jeweils nötige Zusatzarbeiten, durch.

Auf die Bewertung der Arbeitsleistung, die Basis für Gesamtergebnis und die Rangfolge im Test ist, hat dies indes keinen Einfluss. Denn die von auto motor und sport eingebauten Fehler sind bereits Bestandteil der Inspektion I und müssen bei korrektem Abarbeiten des vom Hersteller vorgegebenen Inspektionsplans vom Mechaniker gefunden und beseitigt werden.

Unklarheiten über den Arbeitsumfang sind möglicherweise in der BMWWartungsstrategie begründet. Denn die sieht neben dem vollen Umfang der Inspektion I weitere zeit- und intervallabhängige Arbeiten vor. So muss zum Beispiel die Bremsflüssigkeit unabhängig von der Service-Intervallanzeige spätestens alle zwei Jahre ausgetauscht werden, das Kühlmittel dagegen alle vier Jahre.

Zudem sieht die Inspektion I bei jedem dritten Motorölwechsel Zusatzarbeiten wie beispielsweise den Ersatz von Luftfiltereinsatz und Kraftstoff-Hauptfilter vor. Das ist für Kunden oft schwer zu durchschauen und lässt wohl bei den Werkstätten Interpretationsspielraum. „Eigentlich“, so befindet der Meister bei ASG Autoport in Ahrensburg, „besteht kein Unterschied mehr zwischen Inspektion I und II, die notwendigen Arbeiten hängen mehr vom Einsatz ab.“

Da passt es ins Bild, dass das Kühlwasser einfach ausgetauscht wurde. Zudem fielen weitere 82 Euro für den Ersatz von Kraftstofffilter plus Einbau an, was eigentlich für die große Inspektion vorgesehen ist.

Kein Wunder, dass sich so die Inspektionskosten bei ASG zu den zweithöchsten im Feld emporschwangen. Wie man es kundengerecht macht, zeigte der Testsieger, das Autohaus Briem in Nürtingen.

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