Werkstättentest Skoda 2008

Skoda verbessert sich deutlich

Foto: Reinhard Schmid 11 Bilder

Im Land von VW, Audi und Co. kann Skoda einmal mehr punkten: Beim Werkstätten-Test von auto motor und sport beseitigen die Mechaniker drei Viertel der an einem Fabia präparierten Mängel und verbesserten sich damit deutlich. Doch kein Betrieb ist sehr empfehlenswert.

Ein Skoda weckt längst keine ostalgischen Gefühle mehr. Die Zeiten sind ein für alle mal vorbei. Seit ihrem Neuanfang im Jahr 1994 mit den Modellen Favorit und Forman ging es mit der Marke steil bergauf. Heute erfreut sich Skoda dank Baureihen wie Octavia, Roomster und Fabia großer Beliebtheit – ganz einfach, weil die Autos gut gemacht sind. Zuverlässige Indizien dafür liefern Zulassungs- und Pannenstatistik. Der Fabia beispielsweise zählt inzwischen zu den meistverkauften und verlässlichsten Autos seiner Klasse. Und wenn es doch mal in die Werkstatt geht? Keine Sorge, auch die Mechaniker zeigen eine deutlich ansteigende Form.

Das Ergebnis des aktuellen Werkstätten-Tests kann sich sehen lassen. Von acht besuchten Betrieben fällt lediglich einer durch, ein weiterer ist nur „bedingt empfehlenswert“, und immerhin sechs dürfen als „empfehlenswert“ gelten. Bleibt als einziger Wermutstropfen, dass keine Werkstatt wirklich fehlerfrei arbeitete und sich das Prädikat „sehr empfehlenswert“ verdiente. Was wird dafür verlangt? Nicht viel. An dem Testfahrzeug – einem Skoda Fabia der 2007 abgelösten Baureihe – sind sechs Mängel verbaut. Eine falsche Scheinwerfereinstellung gehört ebenso dazu wie zu wenig Wasser im Kühler oder Luft im Reifen. Außerdem eine ausgehängte ABS-Sensorleitung, ein nach Fett lechzender Motorhauben-Fanghaken sowie eine defekte Innenbeleuchtung. Allesamt Fehler also, die einer Werkstatt bei der in Auftrag gegebenen großen Inspektion auffallen müssen.
Grobe Schnitzer schleichen sich ein

Vorausgesetzt, sie hält sich an den vorgeschriebenen Wartungsplan. Der Kunde darf das zu Recht erwarten, denn dafür bezahlt er. Kommt ein Betrieb seiner Arbeit penibel nach, erhält er das Bestergebnis. So einfach ist das in der Theorie. Davon ist Auto-Technik König in Isernhagen bei Hannover jedoch am weitesten entfernt. Zwischen Fahrzeugabgabe und Rechnungserstellung schleichen sich einige grobe Schnitzer ein. Die größten: Eine Dialogannahme findet nicht statt, und die Scheinwerfer würdigt die Werkstatt ebenso wenig eines Blickes wie die Innenbeleuchtung. Auch der Hinweis an den Kunden, den korrigierten Kühlwasserstand zu beobachten, bleibt aus. Dabei sind auf der Wartungsliste alle Punkte mit „i.O./durchgeführt“ abgehakt. Zu dem schlechtesten Resultat von nur 14 Punkten kommt ein lausiger Service hinzu, zu dem eine unsicher wirkende Empfangsdame beiträgt.

Rund vier Wochen nach dem Testende folgt der Höhepunkt: Am Telefon meldet sich eine Frauenstimme mit Auto-Technik König. Der Vorwurf: „Da ist noch eine Rechnung offen.“ Dabei hat sie der Meister am Tag der Abholung persönlich quittiert – offensichtlich ein Versäumnis der Buchhaltung. Dass die Rechnung übersichtlich und verständlich ist, der Inspektionslohn (102,72 Euro) zudem niedrig, reißt es nicht mehr raus. Dennoch bleibt das Unternehmen in einem Punkt sogar top: Der Ölfilter ist mit einem Preis von 7,79 Euro der günstigste im Test. Aber die von den übrigen Rechnungen abweichende Teilenummer lässt den Schluss zu, dass es sich nicht um ein Originalteil handelt.

Die abgelieferte Arbeit ist zum Verzweifeln

Das Autohaus Frankfurt Mitte ist diesbezüglich über jeden Zweifel erhaben – aber auch nur, was die Verwendung von Originalteilen anbelangt. Dafür ist die abgelieferte Arbeit zum Verzweifeln. Allein dass die Werkstatt nur das Hinterrad, nicht aber das Reserverad beachtet, ist schon ein starkes Stück. Schließlich hat der Meister bei der Abgabe des Wagens noch ausdrücklich gefragt hat, ob der Skoda über ein Reserverad oder ein Notrad verfüge. Doch mit der missglückten Reparatur der Scheinwerfer verspielt das Autohaus jeden Kredit.

Per Telefon hatte der Meister den Kunden informiert: „Wir müssen das Standlicht wechseln.“ Dazu haben die Mechaniker im – zugegebenermaßen – engen Motorraum des Fabia vorne links an den Leuchtmitteln herumgefingert, diese aber nicht wieder ordnungsgemäß eingebaut und dabei die Batterieabdeckung abgerissen. Kein Problem, die kann man ja ersetzen – hat die Werkstatt aber nicht. Stattdessen liegt die Abdeckung lose auf der Batterie. Nicht der einzige Lapsus der Hessen. Bei der Abholung befindet sich auf dem Beifahrersitz eine kleine Dose Fettspray als vermeintliches Dankeschön-Geschenk. Gleichzeitig taucht ein solches Spray mit über sechs Euro auf der Rechnung auf. Zufall? An Kassenfüllern liegt es letztlich nicht ausschließlich, dass der Betrieb in der Kostenbewertung am schlechtesten abschneidet. Vielmehr ist der mit Abstand höchste Inspektionslohn von 193,32 Euro dafür verantwortlich, den auch der perfekte Service nicht rechtfertigt.

Wie ein König durfte sich der Skoda-Kunde ansonsten nur noch in den Autohäusern Friedrich Sütterlin in Freiburg und Manfred Kaus in Gelmeroda fühlen. Die Belohnung: ebenfalls fünf Service-Sterne. Zusammen mit Welker in Darmstadt, der Fahrzeugvertrieb GmbH in Freiburg und Hornfeck in Leipzig bringen es Sütterlin und Kaus auf jeweils 19 von 25 Punkten bei der Bewertung der Arbeitsleistung. Diese fünf Autohäuser haben alles gleich richtig – und gleich falsch – gemacht, sind jeweils an der korrekten Scheinwerfereinstellung gescheitert und haben den Kunden unisono nicht auf den Kühlwasserverlust hingewiesen. Welker und Hornfeck bekommen darüber hinaus Abzüge in der Servicenote für eine nicht durchgeführte Dialogannahme, die Fahrzeugvertrieb GmbH, weil niemand die Rechnung erläutert hat.
Beim Inspektionslohn herrscht weitgehend Einigkeit

Erstaunlich ist, wie eng diese Unternehmen auch preislich zusammenliegen. Egal ob Süd, Ost oder West – zumindest bei der Höhe des Inspektionslohns herrscht weitgehend Einigkeit. Mit Ausnahme von Sütterlin differieren die Beträge innerhalb dieser Fünfergruppe um weniger als 15 Euro. Geradezu diffus ist bei genauer Betrachtung hingegen das Preisbild, das sich in den neuen Bundesländern abzeichnet. Während bei Hornfeck in Leipzig der Liter Öl mit 18,46 Euro und eine Glühlampe mit 2,44 Euro berechnet wird, kosten die gleichen Positionen etwa 130 Kilometer südwestlich im Autohaus Kaus in Gelmeroda nahe Weimar 10,33 Euro beziehungsweise 61 Cent. In der Summe also die Hälfte weniger.

An den Weimarer Ersatzteilpreisen beißt sich auch der Testsieger die Zähne aus. Dennoch weiß die Rindt & Gaida GmbH zu überraschen. Mit 95,87 Euro berechnet sie den niedrigsten Inspektionslohn aller getesteten Unternehmen. Verbunden mit der besten Werkstattleistung, die bis auf den fehlenden Hinweis auf den Kühlwasserverlust tadellos ist, bietet sie damit zudem ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Einziges Haar in der Suppe: Bei der Abholung wird der Kunde durch eine Service-Assistentin abfertigt, der Meister bequemt sich nicht hinzu. Schade, bei der Fahrzeugabgabe hatte er noch Maßstäbe gesetzt. Zusammen mit dem Kunden fährt er den Wagen auf die Hebebühne, inspiziert ihn mit der Gründlichkeit eines Mediziners, füllt dabei gleich das Serviceheft aus, notiert die anfallenden Arbeiten und checkt den Zustand der Batterie – vorbildlich. In dieser Ausführlichkeit aber leider eben nicht die Regel.

Erfüllungsquote von 74,5 Prozent


Dennoch haben die Skoda-Werkstätten insgesamt einen Schritt nach vorn gemacht. Wenn man sich die Erfüllungsquoten anschaut, auch zwei. Als auto motor und sport zuletzt in 2001 die Betriebe der Marke unter die Lupe nahm, blieben noch 32,1 Prozent der präparierten Mängel von den Schraubern unentdeckt. Heute sind es noch 25,5 Prozent. Nicht nur mit der Modellpalette geht es also bergauf.


1. Scheinwerfer verstellt. Die Scheinwerfer stehen zu hoch, zu tief oder schräg. Die Werkstatt muss die Scheinwerfer ordnungsgemäß einstellen

2. Der Kühlwasserstand ist zu niedrig. Der Mechaniker muss dies nicht nur korrigieren, sondern auch nach den Ursachen suchen und den Kunden darüber informieren

3. Die Leitung, über die der ABS-Sensor das Steuergerät mit den Informationen zur Raddrehzahl versorgt, ist aus der Halterung gelöst. Dadurch könnte sie durch äußere Einwirkung beschädigt werden

4. Der Luftdruck in den Reifen des linken Hinterrads und des Reserverads ist zu gering. Das ist ein Sicherheitsrisiko

5. Motorhauben-Fanghaken schmieren. Der Wartungsplan sieht Fetten des Scharniers vor

6. Innenraumbeleuchtung defekt. Bei der Funktionsprüfung der Beleuchtungseinrichtung muss der Fehler entdeckt und behoben werden

So wurde bewertet

Besonderen Wert legt auto motor und sport auf eine korrekte Arbeitsleistung durch die Werkstatt. Die Arbeitsqualität wird anhand der präparierten Mängel beurteilt. Einfluss auf die Gesamtbewertung haben aber auch die übrigen Leistungen. Hierzu zählt beispielsweise die Art und Weise, wie sich das Werkstattpersonal bei der Abgabe des Wagens um den Kunden kümmert. Positiv ist in diesem Zusammenhang eine Direktannahme auf der Hebebühne zusammen mit dem Kunden. Wenn der sich vom Zustand der Bremsen selbst überzeugen kann, gibt es später keine Meinungsverschiedenheit darüber, ob eine eventuelle Reparatur tatsächlich notwendig war. Weitere Bewertungsfaktoren sind die Inspektions- und Reparaturpreise. Überprüft und gewichtet wird ferner, ob auf der Rechnung Kassenfüller wie Benzinzusätze, Reiniger oder Scheibenklar auftauchen.

So wurde getestet

Grundlage des Tests ist die Beurteilung der Arbeitsqualität der nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Werkstätten. Bewertet wird, ob die vom Hersteller in der Wartungsliste vorgeschriebenen Tätigkeiten bei einer großen Inspektion korrekt durchgeführt worden sind. Um dies beurteilen zu können, wird das in der Regel aus der näheren Umgebung der Werkstatt stammende Testfahrzeug mit gezielt eingebauten Mängeln präpariert. Mechanikern, die streng nach Vorschrift arbeiten, muss jeder der sechs Mängel auffallen. Bei der Vergabe der Punkte werden Arbeiten, die für die Sicherheit besonders relevant sind (Beispiel: ABS-Sensorleitung ausgehängt), höher bewertet als eine defekte Innenraumbeleuchtung.


Neben einem winzigen Raum mit Empfangstresen, in dem die Kundensitzecke als zusätzliches Büro dient, besteht das Betriebsgebäude noch aus zwei Werkstattarbeitsplätzen. Hier wäre Raum für die Dialogannahme, doch auf die Hebebühne kommt der Fabia nicht. Stattdessen kümmert sich eine überforderte Empfangsdame um den Kunden. Fragen nach Service-Scheckheft oder Auffälligkeiten kommen ihr nicht in den Sinn. Und auf die Auftragsbestätigung angesprochen, antwortet sie: "Die können Sie unterschreiben, wenn sie den Wagen abholen." Dass sich um die Abholung auf einmal der Meister persönlich kümmert und trotz Kassenfüller (Fettspray für drei Euro) die niedrigste Rechnung vorlegt, ändert nichts am schlechtesten Gesamtergebnis.



Wer unter den Dreien den Ton angibt, zeigt sich schon bei der Annahme. Die findet nicht in den Skoda-Räumlichkeiten statt, sondern im VW-Autohaus nebenan. Die Atmosphäre hier ist kühl und anonym. Vom Empfangspersonal kommt nur ein kurzes "Nehmen Sie bitte an Tisch eins Platz" - mehr nicht. Der Meister ist deutlich aufgeweckter, erledigt die Formalitäten vom Kaffee über die Dialogannahme bis zum Fahrdienstangebot mit Bravour und verabschiedet den Kunden mit einem guten Gefühl. Leider täuscht es, denn in der Werkstatt wird gepfuscht, wie sich an falsch montierten Glühlampen und einer abgerissenen Batterieabdeckung zeigt. Mit nur vier erkannten und korrekt behobenen Fehlern springen am Ende 17 Punkte heraus.



Obwohl offensichtlich kein Termin vermerkt ist, verspricht er, den Wagen "dazwischenzuschieben". Professionell geht es danach mit der Dialogannahme weiter. Dabei entdeckt er die ausgehängte Sensorleitung und erklärt nebenher lehrbuchmäßig die Funktionsweise der Bremsflüssigkeit. Der gute Eindruck, den der Betrieb bei der Abgabe hinterlassen hat, bestätigt sich beim Abholen. Alle Fehler wurden erkannt, nur der linke Scheinwerfer leuchtet immer noch zu tief, und über den Kühlwasserverlust verliert der Meister kein Wort. Leider verfehlt der Betrieb mit den höchsten Inspektionskosten den Kostenvoranschlag um fast fünfzig Euro. Dafür ist der Wagen gewaschen.



Gleich an der ersten Hürde, der Dialogannahme, scheitert das Unternehmen. Auch hat es der Kunde nur einer Nachfrage der Empfangsdame zu verdanken, dass sich ihm der Serviceberater überhaupt zuwendet. Den Fehler versucht die am Tag der Abholung freundlichere Damen wieder gutzumachen, indem sie Kaffee und Wasser anbietet. Die Rechnung und die geleistete Arbeit machen ihre Bemühungen aber gleich wieder zunichte. Der Meister schweigt sich über den Kühlwasserstand aus, und an der richtigen Scheinwerfereinstellung scheitert die Werkstatt ebenfalls. Es kommt noch schlimmer: Die beim Ölfilterwechsel ausgebrochene Halterung berechnet Welker mit 34,90 Euro. Begründung: "Da können wir auch nichts dafür." Für die 19 Punkte schon.



Auch der Meister, der sich um die Annahme auf der Hebebühne kümmert, läuft auf Hochtouren. Auf den im Nebensatz erwähnten fehlenden Partikelfilter preist er geschäftssinnig die Nachrüstangebote seines Hauses an, ohne sich jedoch von seiner Arbeit ablenken zu lassen. Die defekte Innenraumbeleuchtung findet er jedenfalls unmittelbar. Für deren Reparatur berechnet er keine Arbeitszeit, ärgerlicherweise aber eine Sicherung für 42 Cent, die nicht nötig gewesen wäre. Über diese Position geht die Empfangsdame bei der Erläuterung der Rechnung kurzerhand hinweg. Präparierte Mängel sind der Werkstatt nicht entgangen, doch auch hier wurden zwei nicht ordnungsgemäß behoben. Und deshalb ist das Ergebnis am Ende nur eine fast runde Sache.



Allerdings bekommt er anschließend weder einen Meister noch eine Hebebühne zu sehen. Zum Glück wird in der Werkstatt professioneller gearbeitet, so dass die Mechaniker nur an der Reparatur von zwei präparierten Mängeln scheitern. Wieder einmal ist der linke Scheinwerfer nicht korrekt eingestellt, und der Kunde erfährt nichts vom Kühlwasserverlust. Unterm Strich stehen also sechs Punkte Abzug zu Buche und ein ungewaschenes Auto auf dem unübersichtlichen Parkplatz. "Wir waschen die Autos nicht, weil viele Kunden das nicht wollen", erklärt der Seniorchef.



Sehen lassen kann sich auch der Service. Kunden werden direkt vom Meister empfangen, der sich um die Annahme des Fahrzeugs kümmert, es auf der Hebebühne begutachtet, den Auftrag schreibt und sich um die Heimfahrmöglichkeit des Kunden sorgt - so sollte es sein. Aber: Guter Service ist das eine, gute Arbeit das andere. Der noch immer verstellte linke Scheinwerfer und der fehlende Hinweis auf den Kühlwasserverlust verhageln letztlich ein besseres Ergebnis. Entwarnung kann bei den Kosten gegeben werden. Im zweithöchsten Rechnungsbetrag von über 360 Euro sind etliche Zusatzarbeiten enthalten, die die Werkstatt in Absprache mit dem Kunden durchführte. Einzig die Sicherung für 75 Cent hat hier nichts zu suchen.



Wichtiger allerdings: Hinter der schönen Fassade leisten die Mechanikerauch ordentliche Arbeit, die mit dem besten Ergebnis belohnt wird. Wäredem Meister noch ein Hinweis zum Kühlwasserverlust über die Lippengekommen, es wäre eine perfekte Leistung geworden. So perfekt wie dergesamte Service von der Abgabe bis zur Abholung, bei der eigentlich nurstört, dass nur eine Assistentin die Abschlussrechnung erläutert. Dieist mit 283,42 Euro noch nicht einmal zu hoch und bleibt unter denerwarteten Kosten. Skurril: Die beiläufige Erwähnung vonVerkaufsabsichten bei der Annahme führt dazu, dass am Tag der Abholungam Scheibenwischer des Fabia die Visitenkarte eines Hinterhofhändlershaftet.




Die Bilanz: sechs Mal "empfehlenswert", einmal "bedingt empfehlenswert" und einmal "nicht empfehlenswert" - eine recht homogene Leistung. Die kommt nicht von ungefähr. Alle acht besuchten Werkstätten sind ordentlich und professionell geführte Häuser. Auch bei den Mehrmarkenbetrieben geht der Fokus auf den jeweiligen Auftrag nicht verloren.

Nichts passiert ungefragt - so sollte es sein

Mit kleineren Abstrichen haben die Werkstätten bei jedem Besuch schon von der Erscheinung her einen frischen Eindruck hinterlassen. Dazu tragen mitunter Kleinigkeiten bei. So sind zum Beispiel alle Skoda-Meister als solche zu erkennen - sei es durch ein entsprechendes Outfit im Markendesign oder durch Namensschilder. Viel wichtiger noch: Sie begegnen dem Kunden freundlich und zuvorkommend und handeln nur nach seinem Wunsch. Nichts passiert ungefragt, sondern nur nach vorheriger Absprache mit dem Fahrzeughalter - so sollte es sein.

Positiv zu erwähnen ist auch, dass dem Kunden, abgesehen von einer die Regel bestätigenden Ausnahme, stets eine Auftragsbestätigung ausgehändigt wurde. Außerdem liegt allen Rechnungen ein Wartungsprotokoll bei, und die Mechaniker absolvierten ausnahmslos eine Probefahrt. Natürlich gibt es auch Baustellen: In drei von acht Fällen blieb die Dialogannahme aus.


Tipp 1: Inspektionstermin stets telefonisch vereinbaren. Nur bei frühzeitiger Terminabsprache ist damit zu rechnen, dass gegebenenfalls ein Ersatzwagen verfügbar ist. Außerdem kann sich der Meister mehr Zeit nehmen, wenn der Kunde pünktlich in der Werkstatt eintrifft. Zudem sollte man eine Kopie der Auftragsbestätigung verlangen, nach den zu erwartenden Kosten fragen und ein Preislimit festlegen.

Tipp 2: Meister gegebenenfalls zur Direktannahme auffordern
Häufig sind auf der Hebebühne Mängel zu erkennen, die gemeinsam besprochen werden können. Spätere Unstimmigkeiten wegen unnötiger Reparaturen lassen sich so vermeiden. Es empfiehlt sich zudem, die Telefonnummer für Rückfragen zu hinterlassen, falls während der Inspektion Mängel auftreten oder sich der vereinbarte Preis erhöht.

Tipp 3: Vereinbarungen für zusätzliche Reparaturen treffen Die Innenraumleuchte oder die Hupe ist defekt, und die Werkstatt wollte sie nicht ohne Auftrag reparieren. Ärgerlich, wenn deswegen noch ein weiterer Werkstattbesuch fällig wird.

Tipp 4: Ausgebaute Teile im Autohaus zurücklegen lassen Ist in der Regel nur dann gewährleistet, wenn der Kunde bei der Abgabe des Wagens ausdrücklich darauf besteht.

Tipp 5: Rechnung persönlich vom Meister erklären lassen Vor der Zahlung des Rechnungsbetrags sollte der Meister erklären, welche Tätigkeiten warum und wozu nötig waren. Mitunter fällt dabei auch ein versehentlich doppelt berechneter Posten auf. Bei Unstimmigkeiten nur unter Vorbehalt zahlen und auf einem entsprechenden Vermerk auf der Rechnung bestehen.

Tipp 6: Wagen vor der Heimfahrt in Augenschein nehmen Gelegentlich bekommt das Auto bei der Inspektion einen Kratzer ab, oder die Polster sind verschmutzt. Wer sich dann sofort mit dem Meister in Verbindung setzt, hat gute Aussichten, dass sich das Ärgernis unbürokratisch aus der Welt schaffen lässt.

Tipp 7: Persönliche Probefahrt
Der Nachhauseweg wird meist zur unbewussten Probefahrt. Treten bislang ungewohnte Geräusche auf, oder sprechen die Bremsen zu giftig an? Empfehlenswert ist es zudem, den Ölstand zu prüfen. Zu wenig Öl ist natürlich nicht gut, aber auch zu viel kann speziell bei einem Diesel zu einem kapitalen Motorschaden führen.

Tipp 8: Auffälligkeiten am Tag danach
Ein frischer Kratzer im Kotflügel fällt erst am nächsten Tag auf. Nicht selbst Hand anlegen, sondern unverzüglich ein formloses Protokoll anfertigen sowie Zeugen notieren, die das Auto unmittelbar vor dem Inspektionstermin noch gesehen haben. Ratsam ist es außerdem, am besten gleich in die Werkstatt zu fahren und sich in ruhigem Ton mit dem Meister zu unterhalten. Dann zeigt sich schnell, ob man zum Einlenken bereit ist oder aber auf Konfrontationskurs geht.

Tipp 9: Gutachter einschalten
Stellt sich die Werkstatt stur, sollte der Kunde auf der Einschaltung eines Schiedsgutachters bestehen. Der wird in der Regel von beiden Seiten als neutral und unvoreingenommen akzeptiert.

Tipp 10: Beweise durch einen Sachverständigen sichern
Im Ablehnungsfall unverzüglich einen Sachverständigen konsultieren und einen Rechtsanwalt einschalten. Von diesem Zeitpunkt an am besten nur noch mit dem Chef des Autohauses verhandeln und nicht mehr mit dem Mechaniker. Vielfach reicht bereits ein entschlossenes Auftreten aus, um die Werkstatt und ihre Versicherung kompromissbereit zu stimmen.

Zur Startseite
Die neue Ausgabe als PDF
Tech & Zukunft Tim Ramms (MOTOR PRESSE STUTTGART), Patrick Glaser (Vialytics), Jörg Rheinläner (HUK Coburg) Mobility & Safety Award 2019 Vialytics gewinnt den Award Volvo Slippery Road Alert Volvo Hazard Light Alert und Slippery Road Alert Sicherheitssysteme serienmäßig und nachrüstbar
SUV Rivian R1T Rivian R1T im ersten Check Dieser Elektro-Pickup ist eine echte Wundertüte Erster Check Mercedes GLS Erster Check Mercedes GLS 2019 Mercedes Maximus
Mittelklasse Audi SQ5, Mercedes-AMG GLC 43, Exterieur Audi SQ5 gg. Mercedes-AMG GLC 43 Sportliche Mittelklasse-SUV im Test VW Passat Variant, Gebrauchtwagen-Check, asv2317 VW Passat Variant im Gebrauchtwagen-Check Auch als Gebrauchtwagen ein Publikumsliebling?
Anzeige
Alle Automarken von A-Z
Markenbaum Sideteaser Erlkönige, Neuvorstellungen und Tests von allen Marken