Winterreifen-Special
Sicher bei Schnee und Matsch
VW T-Roc, Exterieur Dino Eisele

11 Winterreifen (17 Zoll) für kompakte SUV im Test

Das sind die besten Winterreifen für kompakte SUV

Kompakte SUV ermöglichen Fahrspaß nicht nur im Sommer. Voraussetzung für höchstmögliche Sicherheit: maximaler Grip auf verschneiten, regennassen und trockenen Strecken. Welches sind die besten Winterreifen für T-Roc und Co.?

Der SUV-Trend scheint unaufhaltsam, doch nicht die großen Schwergewichtler machen hier die Stückzahlen. Es sind Kompaktmodelle vom Schlage eines Opel Mokka, Seat Ateca oder VW T-Roc, die selten mit Allrad-, meist dagegen mit Frontantrieb gekauft werden. Damit haben diese domestizierten SUV der Golf-Klasse in ihrem überwiegend durchstreiften Revier – der Stadt – kaum Nachteile, außer eben bei glatten Straßen im Winter. Doch da helfen ohne ganzjährigen Allrad-Mehrverbrauch gute Winterreifen weiter. Nur welche?

In der für unseren Test-T-Roc empfohlenen Winterreifendimension 215/55 R 17 ist das Angebot mehr als üppig, die interessantesten Produkte haben wir für Sie in unserem Testfeld zusammengefasst. Gegen den bewährten Conti TS 850 P, als Vorjahrestestsieger unser Referenzreifen, treten gleich drei Newcomer an: der eben erst vorgestellte Bridgestone Blizzak LM005, der verbesserte Goodyear UltraGrip Performance Plus und der jüngst vorgestellte Nokian WR Snowproof, der speziell auf mitteleuropäische Winter optimiert sein soll. Aus dem oberen Preissegment stellt sich der noch junge Michelin Alpin 6 dem Test, aus dem Mittelfeld kommen der 2018 vorgestellte Vredestein Wintrac Pro, der Pirelli Winter Sottozero 3, der Toyo Snowprox S954 und der seit 2015 bewährte Hankook i*cept evo². Als preisgünstigere Alternativen nehmen der Falken Eurowinter HS01 und Giti Winter W1 am Test teil.

Kälte, Nässe, Grenzbereich

Nordfinnland empfängt das Test-Team mit Sturm und eisigen Temperaturen. Schneeverwehungen und Kälte unter 20 Grad minus machen das Testen zunächst fast unmöglich. Ergebnisse bei solchen Minusgraden sind für mitteleuropäische Winterreifen nur wenig aussagekräftig. Sie sollen auf Schnee in hiesigen Regionen zwischen 0 und 15 Grad minus Leistung zeigen, ein Temperaturbereich, der somit idealerweise auch im Test angestrebt wird.

Wir haben Glück: Sparsame Frühlingssonne trägt erste Wärme in die Polarregion, das Thermometer klettert, der Testbetrieb läuft auf Hochtouren. Nach wenigen Tagen gibt es ein erstes Ergebnis: Auf Schnee ist der neue Goodyear UltraGrip Performance Plus nicht zu schlagen. Mal sehen, ob er seine Führung auch in den Nass- und Trockentests behaupten kann.

Das checken wir vier Wochen später: Showdown auf einem Testgelände in Norddeutschland mit Brems-, Aquaplaning- und Geräuschtests, Handling- und Spurwechselprüfungen. Zu den fünf Disziplinen auf Schnee wird jeder Reifen hier nochmals nach zwölf weiteren Kriterien getestet und bewertet. Dem Goodyear gelingt es knapp, die Führung zu halten. Fast hätte ihn der Bridgestone mit überragenden Nässeleistungen noch verdrängt. Vredestein hält bei nur leichten Abstrichen im Schnee den Anschluss, auch Conti mischt mit guter Trocken-/Nass-Performance im Führungsquartett mit.

Den großen Winterreifen-Test für SUV lesen Sie auch in auto motor und sport 20/2019. Außerdem: Die wichtigsten IAA-Innovationen + Audi A4 45 TFSI, BMW 330i, Volvo S60 T5 im Vergleichstest + erste Fahrt mit dem Ferrari F8 Tributo und vieles mehr.

Goodyear UltraGrip Performance Plus (Testsieger)

 Sehr verlässlich und mit einfach kontrollierbaren Lastwechselreaktionen recht gutmütiges Fahrverhalten auf Schnee und auf nasser Fahrbahn

 Sicheres Bremsen trocken

 Sehr ausgewogenes Zusammenspiel mit dem elektronischen Fahrdynamik-Regelsystem (ESP)

 Gripnachteile bei forcierter Kurvenfahrt auf trockenem Untergrund

Bridgestone Blizzak LM005

 Auf schneebedeckter und nasser Fahrbahn sehr präzise Bei leicht kalkulierbaren Lastwechselreaktionen dennoch stabil Mit beeindruckend kurzen Bremswegen sehr sicher In den Kurvengeschwindigkeiten und beim Bremsen auf trockenem Asphalt marginale Defizite

Fazit: Sehr sicherer Newcomer mit kürzesten Bremswegen auf Nässe und Schnee (8,8 Punkte, sehr gut).

Vredestein Wintrac Pro

 Direkte, sportive Reaktionen auf Lenkbewegungen mit hohen Haftungsreserven speziell in nassen und trockenen Kurven  Sicheres Bremsen Mit Ausnahme des Bremsens sichere Performance und gute Traktion auf Schnee  Gegenüber den Winterspezialisten etwas längere Bremswege auf Schnee  Erhöhter Rollwiderstand

Fazit: Gripstark auf nassen und trockenen Straßen, mau im Schnee: die Flachlandempfehlung (8,3 Punkte, sehr gut).

Continental TS 850 P

 Weitgehend stabile und vor allem sehr ausgewogene Dynamik mit leicht kalkulierbarer Seitenführung auf Schnee Leicht beherrschbar mit ausgeprägten Reserven auf Nässe  Sicher untersteuernd trocken Besonders beim Bremsen auf Schnee und auf trockenem Asphalt ziehen die Neuentwicklungen vorbei

Fazit: Trotz bereits fünf Produktionsjahren immer noch sehr gute Allround-Eigenschaften (8,1 Punkte, sehr gut).

Michelin Alpin 6

 Weitgehend ausgewogene Schnee- und Trockeneigenschaften Recht sicheres Kurvenverhalten auf Nässe Gute Interaktion mit Fahrdynamik-Regelsystemen Leichte Defizite beim Bremsen auf Schnee und auf Nässe Gripnachteile bei forcierter Fahrt durch trockene Kurven

Fazit: Premium-Produkt mit meist guter Trocken-, aber eingeschränkter Winterperformance (7,9 Punkte, gut).

Hankook i*cept evo²

 Sehr gute Traktion und ausgewogene Fahrdynamk mit hoher Sicherheitsreserven in verschneiten Kurven Sportlich-direkt und kurvenstark auf trockenem Asphalt Sehr leise Reifen Lange Bremswege auf trockenem Asphalt Wenig ausgewogen mit schmalem Grenzbereich im Nasshandling Hoher Rollwiderstand

Fazit: Winterprofi mit guter Schneeperformance, aber leichtem Nässedefizit (7,6 Punkte, gut).

Falken Eurowinter HS01

 Ausgezeichnete Seitenführung Geringe Schlupfempfindlichkeit beim Beschleunigen und gutes Bremsen auf Schnee Sehr gute Aquaplaning-Vorsorge Gewöhnungsbedürftiges Traktions-Seitenführungs-Verhältnis auf Schnee Wenig Haftung auf nassem und eingeschränkter Kurvengrip auf trockenem Asphalt

Fazit: Mittelklasse-Winterreifen mit guten Schnee-Ergebnissen, aber Schwächen auf Nässe (7,4 Punkte, gut).

Toyo Snowprox S954

 Sportlich-direkt und stabil mit hohen Haftungsreserven in trockenen Kurven Längere Bremswege auf allen Untergründen Schwaches Feedback auf Schnee und Nässe Leichte Übersteuertendenz bei Lastwechseln in nassen Kurven

Fazit: Bei Abstrichen auf Schnee und Nässe der sportlichste Winterreifen auf trockenen Straßen (7,3 Punkte, gut).

Pirelli Winter Sottozero 3

 Sehr ausgewogene Leistungen und tendenziell sportlich-direktes Fahrverhalten auf trockenem Asphalt  Überwiegend befriedigende Leistungen auf Schnee und auf Nässe Längere Bremswege auf Schnee Traktion könnte besser sein Schwach im Nassbremsen Schwache Aquaplaning-Vorsorge

Fazit: Der ausgewogen-sportive Pirelli mag wegen kleiner Nassdefizite eher trockene Winter (7,0 Punkte, befriedigend).

Giti Winter W1

 Sehr kurze Bremswege und ordentliche Haftung auf trockenem Asphalt Nur befriedigende Fahrleistungen mit längeren Bremswegen, niedrigem Gripniveau und schmalem Grenzbereich auf Schnee  Wenig ausgewogen im Nasshandling  Kräftiges Untersteuern trocken Leichtes Wummern im Ausrollen

Fazit: Günstigstes Produkt auf reduziertem Leistungsniveau, aber ohne gravierende Mängel (6,9 Punkte, befriedigend).

Nokian WR Snowproof

 Sicher und leicht kontrollierbar auf Schnee Mit Ausnahme nasser Fahrbahnen kurze Bremswege  Insgesamt sicheres Fahrverhalten trocken Lange Bremswege und vergleichsweise schwache Haftung in nassen Kurven Lastwechselempfindlich

Fazit: Top im Trockenen und gut im Schnee. Auf Nässe viel zu wenig Grip: Thema verfehlt! (6,2 Punkte, befriedigend).

So wurde getestet

Um bestmögliche Genauigkeit und Ergebnissicherheit zu gewährleisten, werden – soweit machbar – sämtliche Versuche in diesem Test mehrfach durchgeführt. Angewendet wird ein progressives Bewertungsschema, das gleichermaßen die objektive Bewertung durch Messgeräte als auch die subjektive Benotung durch die erfahrenen Testfahrer berücksichtigt. Beim Handling auf Schnee sowie auf nasser oder trockener Bahn führt ein ausgewogenes, sicheres und den Erwartungen der mutmaßlichen Zielgruppe entsprechendes Fahrverhalten zu einer Optimalbenotung. Die Aquaplaning-Tests, jeweils getrennt in Längs- und Querrichtung durchgeführt, geben Auskunft über die Reaktion der Reifen, etwa beim Durchfahren von tiefen Spurrinnen.

Die Höhe der kritischen Aufschwimmgeschwindigkeit bei Geradeausfahrt oder die erreichbare Querbeschleunigung bei Wasserdurchfahrt nach VDA-Kriterien sollen jeweils die Sicherheitsreserven der Reifen aufzeigen. Ihr Rollwiderstand wird nach Möglichkeit in jeweils zwei unterschiedlichen Testlaboratorien auf Rollenprüfständen ermittelt. Die Ergebnisse fließen in Form eines Mittelwerts in die Bewertung ein. Grundlage der Beurteilung ist die auch für das Reifenlabel relevante europäische Gesetzgebung zur Reifenkennzeichnung. Zur langfristigen Absicherung der Ergebnisse werden die getesteten Produkte mit Reifen aus nachgelagerten Testkäufen in stichprobenartigen Nachtests verglichen. Im Fokus: die besten drei des Tests sowie Produkte mit atypisch guter Performance oder ungewöhnlichen Verschleißerscheinungen. Abweichungen oder Auffälligkeiten führen zum Testausschluss, verbunden mit entsprechender Berichterstattung.

Fazit

Mit „gut“ bewerten wir Michelin, Hankook, Falken und Toyo, durchaus befriedigende Leistungen zeigen Pirelli, Giti und der auf Schnee und trockenen Strecken gut funktionierende Nokian. Seine Chancen auf ein „gut“ verspielt er aber durch zu lange Bremswege (Abwertungskriterium) und zu wenig Grip auf Nässe.

Mehr zum Thema Winterreifen
Pirelli Kalender 2020
Reifen
Winter - Schneeketten - VW Passat
Werkstatt
Honda Civic Type R, Exterieur
Reifen