Wolf-Fiesta im Test

Wo ist das Tier in Dir?

Mit strafferem Fahrwerk, sportlicher Optik und einer Leistungsspritze von 14 PS wertet Tuner Wolf den Ford Fiesta 1.4 TDCi auf. Aha-Effekte bleiben bei dieser Kur aber aus.

Der Blick ins Datenblatt lässt Böses ahnen. Mit allen Umbaumaßnahmen von Tuner Wolf muss der Ford Fiesta 1.4 TDCI protzig, vielleicht sogar peinlich aussehen. Denn die Ausrüstung mit Front-, Heck- und Dachspoiler sowie Seitenschwellern, einer Tieferlegung um 35 mm und 17-Zoll-Alurädern verspricht eine Optik, die das Prädikat „aufdringlich“ verdienen würde.

Doch weit gefehlt. Beinahe serienmäßig tritt der Fiesta auf, die in Wagenfarbe lackierten Anbauteile passen und verleihen dem Auto eine kraftvoll-sportliche Note. Auch beim Motortuning geht der Ford-Spezialist nicht an die Grenzen des Machbaren. Er steigert nur die Leistung des Common-Rail-Diesels mittels Eingriff in das originale Motorsteuergerät von 68 auf 82 PS. Zugleich wächst das Drehmoment von vormals 160 auf 185 Nm.

Das klingt moderat und ist es auch. Aha-Effekte bleiben bei dieser Kraft-Kur aus, was dem Fahrspaß aber keinen Abbruch tun muss. Gerade oben herum wirkt der Motor nun etwas spritziger. Ein Beleg hierfür sind die Beschleunigungswerte: Beim Sprint von null auf 100 km/h schlägt der Wolf-Fiesta die Serienversion um mehr als eine Sekunde. Keine Vorteile bringt das Tuning allerdings im unteren Drehzahlbereich. Fast unverändert bleiben deshalb die Elastizitätswerte, der Testverbrauch stieg sogar um 1,3 Liter/100 km.

Doch angesichts der neun km/h höheren Endgeschwindigkeit werden Sportfahrer dies verschmerzen können. Zumal wenn auch das Fahrwerk modifiziert wird. Dank der kürzeren und härteren Federn sowie den 17-Zoll-Rädern mit Bereifung 205/40 lässt sich der Fiesta fast ohne Seitenneigung präzise durch die Kurven steuern. Größter Nachteil ist der dürftige Federungskomfort, der vor allem auf das Konto der Niederquerschnittreifen geht, die auf schlechten Straßen harte Stöße austeilen.

Wer mehr Leistung und Komfort möchte, wird ab Frühjahr 2003 vom Werk mit der Vierventil-Version (90 PS) des Triebwerks bedient.

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