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Renault Grand Kangoo dCi 110 im Dauertest

So schlägt sich der Grand Kangoo nach 100.000 km

Renault Grand Kangoo 110 dCi, Frontansicht Foto: Jürgen Decker 17 Bilder

Zwei Jahre lang diente der Renault Grand Kangoo treu der Redaktion, unter anderem als Fotografen-Truck, Umzugshelfer, Reifentransporter, Kinderwagen und Reisebus. Eine Bilanz nach 100.000 Kilometern.

10.02.2017 Malte Jürgens 3 Kommentare

Als Renault 2012 den neuen Grand Kangoo mit gestrecktem Radstand vorstellte, waren die immerhin schon 15 Jahre alten Bilder von der Markteinführung der Kastenwagen-, Kombi- und Van-Baureihe noch im Kopf: Ein verliebtes Nashornmännchen hatte damals den kantigen Franzosen von hinten gepackt und es mit ihm sanft schaukelnd nach Nashornart getrieben. Die Botschaft des witzigen TV-Spots: Ein Kangoo ist unkaputtbar.

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Dauertest Renault Grand Kangoo dCi 110
auto motor und sport 03/2017
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Renault Grand Kangoo 110 dCi, Sitze Foto: Dino Eisele
Alternativ könnte der Grand Kangoo auch als Schulbus dienen.

Raumschiff mit sieben Sitzen

Diese deftige Demonstration aus Robustheit und genetischem Erbe führte auch zur Frage, wie sich ein Grand Kangoo wohl im Dauertest der Redaktion schlüge. Kurz vor Weihnachten 2014 war es so weit: K-PR 1722 rollte in die Testwagengarage, um für die nächsten 100.000 Kilometer ein automobiles Raum-Superangebot für alle Fälle zu bleiben.

Zum Grundpreis von damals 21.150 Euro − heute beträgt er 21.400 Euro − addierten sich noch: das Easy-Drive-Paket (250 Euro für Bordcomputer und Tempomat), die Einparkhilfe hinten (350 Euro), ein vollwertiges Ersatzrad (70 Euro), das Funktionspaket (200 Euro) aus umklappbarem Beifahrersitz und Tischchen in den Lehnen der Vordersitze, das Kartenmaterial Europa (120 Euro), das Multimediasystem inklusive TomTom-Navigation (590 Euro), die Heizung des Fahrersitzes (200 Euro) sowie das Sicherheitsnetz (160 Euro).

Stets zu Diensten

Der erste Blick am Ende eines Dauertests gilt zunächst dem Ordner, der in dürren Kopien das technische Leben des Kandidaten samt allen Störungen über die Laufzeit enthält. Beim Grand Kangoo waren es nach 100.000 Kilometern nicht mehr als ein paar knappe Notizen: Zeitweise setzte das Navi-System ohne erkennbaren Grund aus, zwei H4-Lampen exekutierten ihre Glühfäden, Scheibenwischer endeten in einer Schmierenkomödie, und bei Kilometerstand 59.572 baten die vorderen Bremsscheiben und -beläge um Erneuerung. Dieser Verschleiß erscheint aber angemessen, denn immerhin ist der Grand Kangoo auf der Autobahn mit bis zu 170 km/h unterwegs, und da er 630 Kilogramm zuladen darf, waren des Öfteren nicht weniger als 2,2 Tonnen im Anflug.

Fakt ist: Der Kangoo blieb nie liegen und musste nie spontan in die Werkstatt; damit erkämpfte er sich eine Top-Platzierung in der ewigen Dauertest-Liste der Vans. Hinter einem doppelt so teuren VW Sharan und dem Ford C-Max Ecoboost kam er mit einen Mängelindex von 2,5 auf einen sehr achtbaren Rang drei, noch vor Wettbewerbern wie dem Opel Zafira (3), dem Toyota Corolla Verso (5,5) und dem VW Multivan (19).

Platzmangel? Ein Fremdwort

Das ungetrübt freundliche Wesen des Renault beschrieb Online-Redakteur Uli Baumann folgendermaßen: „Sein Design ist Ansichtssache, aber als Gesamtkonzept ist der Grand Kangoo sensationell. Die Frage ‚Können wir das noch mitnehmen?‘ stellt sich praktisch nie, denn Platz ist immer mehr als ausreichend vorhanden. Als sehr alltagstauglich erwies sich das Türkonzept mit den beiden hinteren Schiebetüren und der geteilten Hecktür. Überzeugen kann auch der 110-PS-Diesel. Er macht den Kangoo ausreichend flott und ist dennoch sparsam. Auch der Fahrkomfort geht in Ordnung. Alles wirkt robust und pragmatisch – fast alles. Die hinteren Fußmatten befinden sich bereits nach 7.000 Kilometern in Auflösung, und die vorderen sind permanent in Wanderschaft wegen mangelhafter Fixierung.“ Dieses frühe Statement bildete über den gesamten Test treffend die Meinung der Redaktion zum grauen Nutztier ab.

Renault Grand Kangoo 110 dCi, Seitenansicht Foto: Gerd Stegmaier
Verstecken muss sich der Grand Kangoo keinesfalls. Mit einem Mängelindes von 2,5 holt er sich den dritten Platz im Van-Mängelindex.

Auch die Karosserie blieb auf dem für einen Kastenkombi ordentlichen Niveau – also ohne Ächzen auf Bodenwellen oder Klappern und Schaben als Abnutzungsgeräusch. Nur die Rollen der hinteren Schiebetüren bekamen mit der Zeit deutlich mehr Spiel in ihren Laufschienen, womit der Franzose das Schließgeräusch des VW Bulli der T2-Generation fast perfekt imitierte.

Der Lack zeigt sich weitgehend unberührt vom Stakkato allfälliger Steinschläge, und das Fahren macht in dem hochflexibel nutzbaren Van selbst nach Stunden noch Freude: Die Sitze verwandelten sich auch auf der Dienstreise nicht in Folterstühle. Zwar gebärden sie sich etwas scheu beim Seitenhalt, aber sonst sind sie zufriedenstellend gepolstert und gefedert. Der Fahrersitz ist nach nun 100.000 Kilometern spürbar eingelebt, doch hängen weder Chauffeur noch Passagiere auf durchgesessenen Polstern im Gurt.

Geheimnisvolles Knacken

Bevor wir zu den kleinen Aufregern kommen, noch ein Wort zu den Reifen. Als Winterausrüstung musste sich der Pirelli Snow Control 3 bewähren (Satz 407,70 Euro); in der warmen Jahreszeit vertrauten wir auf den serienmäßig montierten Continental VancoContact 2. Beide Sätze wiesen am Testende noch 20 Prozent Profiltiefe auf, der Conti nach 56.000 Kilometern, der Pirelli nach 45.000. Beim kritischen Betrachten von Abrollkomfort, Lebensdauer, Nassgriff und Lenkpräzision ernteten beide Fabrikate Wohlwollen.

Einen Anflug von temporärer Sorge bereitete dagegen ein akustisches Phänomen, das junge und formulierungsfreudige Tester etwa so beschreiben würden: „Nach 60.000 Kilometern klangschadete der Grand Kangoo an den Vorderläufen.“ Ältere Semester suchen da Zuflucht in der Beobachtung, dass beim Lenken an der Vorderachse ab und zu ein verdächtiges Knacken auftrat. Spurstangenköpfe, Achsschenkel, Motoraufhängungen? Alles intakt. Vermutlich hat sich nur eine Schraubenfeder auf ihren Tellern hörbar gedreht. So geheimnisvoll, wie das Geräusch gekommen war, trat es auch wieder ab.

Renault Grand Kangoo 110 dCi, Kofferraum Foto: Sebastian Renz
Platzmangel? Fehlanzeige. Hier passt wirklich alles rein. Selbst ein größerer Ikea-Einkauf wird mit Leichtigkeit bewältigt.

Ein großer Wurf

Kleine Unpässlichkeiten wie der wackelige Dreh-Drück-Steller des Infotainment-Systems, die schwache Heizleistung auf den hinteren Sitzen, die deutlichen Windgeräusche und eine bei Tempo flatternde Motorhaube seien dem Grand Kangoo verziehen. Sein niedriger Preis, der angesichts seiner Größe akzeptable Verbrauch (6,9 l/100 km) und seine Performance als tragfreudiges Raum-Schiff empfehlen den Grand Kangoo jedem, für den Platz das Paradies bedeutet.

Einer für alles: So beurteilen die Leser den Renault Grand Kangoo

Wo gibt es das beste Preis-Platz-Verhältnis? Wir (mit drei Kindern) fahren hauptsächlich als Zweitwagen einen Kangoo 1.6 16V, Erstzulassung 8/2011, den wir als Zweijährigen von Privat für 9.000 Euro erworben haben. Dank quadratischer Konstruktion ist er im Alltag unschlagbar: Platz für fünf mit Urlaubsgepäck auf 4,20 Metern. Dazu Schiebetüren und ein luftiges Raumgefühl, weshalb die Kinder sehr viel lieber einsteigen als in meine diversen Dienstwagen. Als Luxe-Ausführung ist er auch nett gemacht, mit Klimaautomatik, Lederlenkrad und festem Navi.

Bisher (52.000 Kilometer) läuft er mängelfrei, es gab nur Inspektionen und eine Parkpiepser-Nachrüstung. Der Komfort ist gut, die Sitze sind bequem, die Alltagstauglichkeit in unserer Ikea-Baumarkt-Welt ist unerschöpflich. Wir haben es schon beim Vorgänger genossen, den Kinderwagen einfach hineinzurollen – nichts muss zusammengeklappt oder gehoben werden. Der Schwachpunkt ist der Motor: Er reicht zwar völlig aus, aber man glaubt ihm die 106 PS nicht so richtig, er wirkt überanstrengt und will getreten werden. Die Folge ist ein unzeitgemäßer Verbrauch um die zehn Liter auf 100 Kilometer. Das ist erstaunlich, weil der gleiche Motor im Vorgänger (dort mit 95 PS) deutlich spritziger mit einem Verbrauch von um die acht Liter lief. Diesen Kangoo hatten wir bereits zwölf Jahre lang, bevor er immer noch rostfrei zu den Schwiegereltern nach Polen umzog, wo er noch läuft. Pannenstatistiken sind eben nur Statistiken. Mein Fazit: Ich würde den Kangoo jederzeit wieder nehmen, aber mit 115 PS oder dem 110-PS-Diesel. Wir lieben die hohe Sitzposition und die Schiebetüren. Der Komfort ist gut und die Qualität auch, zumal bei diesen Preisen wohl niemand die gleichen Erwartungen wie an eine Premium-Marke stellen wird.

Lars Engelke

28832 Achim

Seit März 2014 fahren wir einen Grand Kangoo und sind vollauf begeistert. Dies sowohl vom Platzangebot her − es geht auch mal mit sieben Erwachsenen, ohne Platzangst zu kriegen − als auch vom sparsamen Motor, der bei uns durchschnittlich nur 6,4 Liter pro 100 Kilometer verbraucht hat.

Die Hecktüren sind sehr praktisch, und der Kangoo überzeugt letztlich einfach mit Platz und Komfort, ganz ohne elektronische Hilfsmittel. Gerade in Bezug auf unsere Grand-Kangoo-Vorläufer (wir hatten zwei VW Touran und einen Renault Grand Scénic) hebt er sich durch praktische Einfachheit ohne Allüren ab. Genial einfach, einfach genial: Das trifft's am besten.

Ralf Schuchard

85609 Aschheim

Vor- und Nachteile

  • tolles Platzangebot für Fahrer, Passagiere und selbst großes Gepäck
  • gute Fahrleistungen
  • der Größe des Vans angemessener Kraftstoffverbrauch
  • zahlreiche geräumige Ablagen
  • Staufach zwischen den Frontsitzen
  • robuste Verarbeitung
  • ausreichend leistungsfähiger Dieselmotor mit genug Drehmoment
  • passend gestuftes, leicht zu schaltendes Sechsganggetriebe
  • ohne Werkzeug zu wechselnde Scheinwerfer-Glühlampen (H4)
  • ordentliche Federung
  • für die Größe relativ handlich
  • gute Sicht nach vorn und seitlich dank großer Fensterscheiben
  • bei umgeklappten mittleren Sitzen ebener Ladeboden
  • vollwertiger Siebensitzer
  • umständliche und schwierige Bedienung des Dreh-Drück-Stellers
  • schwache Heizleistung auf den hinteren Sitzen
  • Teppiche nicht strapazierfähig und vorne unzureichend fixiert
  • bei hohem Tempo deutliche Windgeräusche
  • Ablagewanne am Dach vorn unpraktisch, taugt nur für Kleidung
  • Tankdeckel nicht in Zentralverriegelung integriert

Fazit

Günstig, sparsam, zuverlässig und mit jeder Menge Platz

Der Renault Grand Kangoo hat sich in die Herzen der Redaktion gefahren: für kein Abenteuer zu schade, weder für Gleitschirmtransporte noch als Notunterkunft und Garage im Fahrerlager von Le Mans, inklusive einer Honda Monkey und eines müden Sportredakteurs. Mercedes macht aus ihm den Citan – und attestiert hohe Langzeitqualitäten von Renault-Motor und -Getriebe. Ein großer Könner, dessen kleine Schwächen sehr verzeihbar sind.

Technische Daten
Renault Grand Kangoo dCi 110 Grand Kangoo
Grundpreis21.550 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4666 x 1829 x 1802 mm
KofferraumvolumenVDA300 bis 750 l
Hubraum / Motor1461 cm³ / 4-Zylinder
Leistung81 kW / 110 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit170 km/h
Verbrauch4,5 l/100 km
TestverbrauchDiesel
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    Bis auf das aussetzende Navi und die wieder verschwindenden Fahrwerksgeräusche keine technischen Probleme. Saubere Leistung. (Scheibenwischerblätter, Halogenlampen, Bremsscheiben und Bremsbeläge sind ja Verschleißteile.)

    Der Dreh-Drück-Steller ist nicht für die Ewigkeit gebaut. Bei meinem Renault habe ich ihn ein halbes Jahr nach dem Gebrauchtkauf tauschen lassen müssen, im vierten Jahr nach EZ. Der Wagen war ein Leasingrückläufer von einem Vertrieb, da wurde fast jede Strecke mit Navieingabe gefahren. Der jetztige Dreh-Drück-Steller funktioniert im fünften Jahr problemlos.

    Berndili 29. Mai 2017, 18:38 Uhr
    Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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