Timo Glock Daniel Reinhard

Timo Glock

Timo Glock

Timo Glock will in der Formel 1 hoch hinaus. Doch obwohl der Odenwälder bereits in seinem ersten Grand Prix in die Punkte fahren konnte, kam der Durchbruch in der Königsklasse mit etwas Verzögerung.

Timo Glock war motorsportlich gesehen ein Spätstarter. Erst im Alter von 15 Jahren sammelte der Hesse erste Erfahrungen im Kartsport. Nach einer vierjährigen Lernphase mit einigen Titeln war Glock bereit für die Formel BMW, in der er ebenfalls auf Anhieb Meister wurde. Über die nationale Formel 3 ging es schließlich in die Formel 3 Euroserie. Hier beendete Glock seine Premieren-Saison als Fünfter - immerhin drei Plätze vor Landsmann Nico Rosberg.

Sechs Jahre nach den ersten Gehversuchen im Kart wartete die Formel 1 auf den mittlerweile 21-Jährigen. Als Test- und Ersatzfahrer bei Jordan kam nach dem Ausfall von Giorgio Pantano im Juni in Kanada die Gelegenheit zum Debüt in der Königsklasse. Als Teamkollege von Nick Heidfeld landete Glock auf Rang elf, wurde nach der Disqualifikation der beiden Williams- und Toyota-Autos später bis auf Rang sieben in die Punkte vorgespült. In den letzten drei Rennen der Saison 2004 durfte er erneut Pantano ersetzen, kam allerdings nicht über drei 15. Plätze hinaus.

Timo Glock macht Station in den USA

In der Folgesaison war dann schon wieder Schluss mit dem Formel 1-Abenteuer. Glock zog es über den Großen Teich in die US-Amerikanische ChampCar-Serie. Mit einem achten Platz in der Meisterschaft und dem Titel "Rookie of the Year" endete der Ausflug relativ erfolgreich. Anschließend suchte der sympathische Deutsche wieder den Weg zurück in die Formel 1. Um sich wieder für die Königsklasse zu empfehlen, nahm Glock einen Anlauf in der GP2-Nachwuchsserie.

Nach einem vierten Platz in seiner ersten Saison wurde Glock 2007 immerhin als Test- und Ersatzfahrer vom BMW-Sauber-Team unter Vertrag genommen. Doch als sich Robert Kubica in Montreal bei hoher Geschwindigkeit überschlug, zog Teamchef Mario Theissen den jungen Sebastian Vettel als Ersatzpilot für Indianapolis vor. Mit dem Sieg in der GP2-Serie endete die Saison für Glock allerdings mehr als versöhnlich.

Toyota setzt Glock ins Stammcockpit

Zur Belohnung winkte Toyota bereits mit einem neuen Vertrag für die Formel 1. Glock ersetzte beim japanischen Rennstall den ausgemusterten Ralf Schumacher und zog in die Nähe des Entwicklungszentrums nach Köln. Die Saison verlief zunächst etwas holprig. Gegen den erfahrenen Teamkollegen Jarno Trulli zog Glock zumeist den Kürzeren.

Erst beim siebten Saisonlauf in Montreal gab es auf Rang vier die ersten Punkte. Vier Rennen später folgte mit einem zweiten Platz in Budapest der erste Podiumsplatz und das bisherige Highlight in der Karriere von Timo Glock. Beim Saisonfinale stand der Wahl-Kölner erneut im Rampenlicht, als er in der vorletzten Kurve Lewis Hamilton passieren lassen musste und dem Briten damit den Meistertitel ermöglichte.

Das Jahr 2009 begann für Timo Glock zunächst vielversprechend. Bei den ersten vier Rennen konnte der Deutsche stetig punkten. Danach sprangen nur vereinzelt Zähler heraus. Den größten Rückschlag musste Glock am Saisonende hinnehmen. Mit dem Trainingsunfall in Suzuka war die Saison vorzeitig beendet. Nur wenige Wochen später kam der Ausstieg von Toyota aus der Formel 1.

Schwerer Start bei Virgin

Obwohl Glock auch mit Renault im Gespräch war, entschied er sich für die sichere Variante Virgin. Doch bei dem neuen Formel 1-Team ging 2010 zunächst nicht viel voran. Hydraulik, Getriebe und Differenzial sorgten abwechselnd für schmerzhafte Ausfälle. Zwischendurch konnte Timo Glock im Qualifying immer mal wieder sein Talent aufblitzen lassen, am Ende stand jedoch eine Null in der Punktespalte hinter seinem Namen.

Das sollte sich auch 2011 nicht ändern. Der revolutionäre Ansatz der Ingenieure, ein Auto komplett ohne Windkanal zu entwickeln, war ein Flop. Nach wenigen Rennen wurde Technikchef Nick Wirth rausgeworfen. Eine neue Partnerschaft mit McLaren macht wenigstens etwas Hoffnung für die Zukunft. Aufgeben gilt für Timo Glock bekanntlich nicht. Trotzdem kam die Vertragsverlängerung bis 2014 etwas überraschend.

(Stand: 01/2012)

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