Beate Jeske
Kindersitzcrashtest
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Kindersitze - drei Sitze nachgetestet

Crashtest-Testverlierer haben nachgerüstet

Die Hersteller von Autokindersitzen haben auf das schlechte Testergebnis im auto motor und sport-Crashtest zu Jahresbeginn reagiert und die Sitze deutlich verbessert. In einem Nachtest erreichten nun drei Sitze, die im Januar noch durchgefallen waren, deutlich bessere Ergebnisse.

Im Januar brachen die Rückenlehnen und Sitzkonstruktionen des Storchenmühle My Seat CL (100 Euro), des Chicco Key 1 (229 Euro) und des Concord Transformer (260 Euro). Beim Recaro Polaric (299 Euro) öffnete sich eine der beiden Isofix-Befestigungen, der Sitz rotierte unkontrolliert um die verbliebene Befestigung.

Kindersitzcrashtest: Drei verbesserte Sitze im Nachtest

Zum Nachtest traten nun Concord, Recaro und Storchenmühle an, während Chicco mit dem Modell Key 1 der Versuchsreihe fern blieb. Concord brachte Sitze einer Spezifikation zum Test mit, die ab Juni im Handel zu haben ist. Der Verzicht auf eine Querrippe in der Rückenlehne sorgt bei ihnen für mehr Flexibilität. Nun wird ein Bruch der Lehne wirkungsvoll verhindert, gleichzeitig sinken die beim Crash auftretenden Belastungen. Der modifizierte Concord Transformer erreichte im Nachtest nun ein sehr gutes Schutzpotenzial.

Recaro stellte den Sitz Polaric ohne Modifikationen in die Crash-Karosserie. Denn das Problem mit dem sich öffnenden Isofix-Konnektor ließ sich zuvor auch bei intensiven Tests des Herstellers nicht reproduzieren. Laut Recaro handelte es sich beim Versagen im letzten auto motor und sport-Test um einen Einzelfall. Im Nachtest trat das Problem nicht mehr auf. Der Polaric bleibt stabil in der Golf-Karosserie und bietet dem Dummy exzellenten Schutz. Die Einstufung wird auf ein "empfehlenswert" heraufgesetzt.

Ein nur "bedingt empfehlenswert" erreichte der nachgerüstete Storchenmühle My Seat CL. Eine neue Gurtführung an der Kopfstütze des geänderten, bereits im Handel verfügbaren Sitzes verhindert das Herausspringen des Gurtes. Das war bislang möglich, mit der Folge, dass sich die Sitzlehne zu weit nach vorne bewegte, was im Extremfall zum Bruch führen konnte. Die Gefahr scheint nun gebannt, wie der Nachtest belegt. Allerdings hält der Sitz den Dummy etwas zu harsch zurück. Die Konsequenzen sind erhöhte Belastungen für Hals und Brust.

Kindersitzcrashtest: Alte Sitze werden nicht zurückgerufen

Kritik äußert auto motor und sport dennoch an den Herstellern der im ersten Versuch durchgefallenen Sitze. Rückrufe der betroffenen Modelle sind bislang nicht erfolgt und auch nicht geplant. Sie sind also weiterhin im Einsatz und sollen Kinder im Falle eines Unfalls schützen. Das tun sie allerdings im Extremfall nur ungenügend.

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