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SEMA 2019
Nissan Frontier Desert Runner Tobias Grüner
Nissan Frontier Desert Runner
Nissan Frontier Desert Runner
Nissan Frontier Desert Runner
Nissan Frontier Desert Runner 26 Bilder

Nissan auf der SEMA 2019

Wüstling, Zeitattackierer und Straßenkämpfer

Nissan präsentiert sich auf der diesjährigen SEMA sehr facettenreich. Vom Offroad-Pickup über einen Breitbau-City-Hüpfer bis zum Asphalt-Renner ist alles dabei.

Wir können es nur mantraartig wiederholen: Getunte Pickups sind das heiße Ding der diesjährigen SEMA. Wer dachte, allein die amerikanischen Hersteller besetzen das Thema mit ihren dicken Pritschenwagen, sieht sich von Nissan eines Besseren belehrt. Die US-Dependance des Herstellers beweist mit dem Frontier Desert Runner, dass auch japanische Pickups einen spektakulären Auftritt hinlegen können.

5,6-Liter-Turbo-V8 statt 4,0-Liter-V6

Vorab zur Einordnung: Der Nissan Frontier ist das amerikanische Gegenstück zum Navara, und die Modellversion Desert Runner gibt es in den USA auch zu kaufen. Diese ist aber natürlich lange nicht so spektakulär wie das zum Baja-Racer mutierte SEMA-Showcar. Alles beginnt mit einem Motortausch. Der serienmäßige Vierliter-V6 weicht dem 5,6-Liter-V8 aus dem größeren Nissan-Pickup Titan. Der bleibt freilich nicht serienmäßig: Ein Garrett-Turbolader samt Ladeluftkühler sowie neue Nockenwellen, Kolben und Ventile steigern die Power ebenso auf über 608 PS und maximal 949 Newtonmeter wie die Auspuffkrümmer und Abgasanlage von MA Motorsports. Nissan kombiniert den Motor mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe sowie einer neuen Kupplung samt Schwungrad von Jim Wolf Technology.

Nissan Frontier Desert Runner
Nissan USA
Ab in die Wüste: Auf sandigem Terrain dürfte sich der Nissan Frontier Desert Runner besonders wohlfühlen.

Natürlich verfügt der Frontier Desert Runner über ein Offroad-Gewinde-Rennfahrwerk mit extralangen Federwegen und Bypass-Dämpfern vorne und hinten. Die strapazierfähigen Felgen stammen von Fifteen52 und sind mit BFGoodrich Baja T/A-Reifen ummantelt. Um die optischen Änderungen kümmerte sich vor allem MA Motorsports: Der Tuner aus Glen Arm, Maryland, steuert die Schutzbügel für die Front, den Motor und die Ladefläche ebenso bei wie die Kotflügel, die Stoßfänger und den Ersatzradhalter. Die Zusatzbeleuchtung stammt von Rigid Industries, die Folierung von Speed Designs und ein Großteil des abgespeckten Interieurs von Sparco.

Nissan 370Z mit Biturbo und 760 PS

Motorsportlich in eine ganz andere Richtung geht der Global Time Attack TT 370Z, der in der Saison 2020 tatsächlich auf Zeitenjagd gehen wird. Dabei hilft, dass der federführende Tuner Z1 Motorsports dessen 3,7-Liter-V6 mit zwei Garrett-Turboladern, einem optimierten Kraftstoff-Management, einer neuen Motorelektronik und einem Rennsportauspuff auf über 760 PS pusht. Ein sequenzielles Sechsgang-Getriebe von HGT, eine Tilton-Kupplung und das Hinterachs-Differenzial aus dem GT-R Nismo runden das Upgrade für den Antriebsstrang ab.

Nissan Global Time Attack TT 370Z
Nissan USA
Dieser Nissan 370Z mit Biturbo-Umbau geht ab nächstem Jahr bei offiziellen Renn-Events auf Zeitenjagd.

Auch fahrwerkseitig hilft Nismo aus und spendiert neue Kühler für Motor-, Getriebe- und Differenzialöl. Die Brembo-Bremsanlage wohnt in 11 x 18 Zoll großen Rays-Felgen, die mit 315/30er Yokohama Advan-Reifen bezogen sind. Die Karosserie wurde von allem Unnötigen befreit und stattdessen mit aus Karbon gefertigtem Frontsplitter, Schwellerverkleidungen und Heckspoiler aufgerüstet. Innen gibt es einen Überrollkäfig, OMP-Karbon-Rennsitz mit Nismo-Competition-Renngurt, Schnellverschluss-Lenkrad und Sicherheitsnetzen. Den Instrumententräger hat Z1 Motorsports selbst angefertigt.

Nissan Kicks als Breitbau-Crossover

Den ab Werk eher schnöden Kicks, der hierzulande nicht angeboten wird, hat MA Motorsports zu einem Breitbau-Crossover umgemodelt. Zu den im eigenen Hause gefertigten Kotflügelverbreiterungen gesellen sich ein martialischer Frontspoiler, eine ziemlich luftdurchlässige Frontschürze, Schwellerverkleidungen und ein Dachspoiler. Die 17-Zöller der Marke Volk Racing tragen ringsum Falken Azenis-Reifen im Format 245/45 und kommt dank des Sportfahrwerks, bei dem der Tuner Nismo- und Öhlins-Komponenten kombiniert, besonders gut zur Geltung. Dem ab Werk 124 PS starken 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner macht MA Motorsports per Garrett-Lader, neuer Motorelektronik und Nismo-Auspuff Beine, ohne jedoch dessen Leistungswert zu nennen. Karbon-Schalensitze von Sparco und eine Folierung von Speed Designs runden das Widebody-Tuning für den Kicks ab.

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Fazit

Tuningfans, die auf Staubiges stehen, kommen an Nissans SEMA-Stand ebenso auf ihre Kosten wie jene, die sich eher auf Asphalt heimisch fühlen. Allein dieser Auftritt zeigt, wie facettenreich die Tuningszene ist – und was aus eher graubrotigen Straßenautos alles herauszuholen ist.

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