Performmaster-Mercedes-AMG-GT 63 S 4-Türer, Exterieur Rossen Gargolov
Performmaster-Mercedes-AMG-GT 63 S 4-Türer, Exterieur
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Performmaster-Mercedes-AMG-GT 63 S 4-Türer, Exterieur 16 Bilder

Mercedes-AMG-GT 63 S 4-Türer von Performmaster

Auf den Spuren des Aventador S

Ein Benz, der so stark ist wie ein Lamborghini Aventador S? Tuner Performmaster macht es möglich. Mit 740 PS ist der AMG GT 4-Türer noch schneller, als er es ohnehin schon ist.

Ein Interviewtermin mit Bernd Mayländer, dem Safety-Car-Fahrer der Formel 1. Es geht von Ludwigsburg nach Schorndorf. Eigentlich alles easy, nur nicht heute. Baden-Württemberg veranstaltet an diesem 3. April ein großes Fotoshooting – auch genannt Blitzermarathon.

Ich will Ihnen mal was verraten: In über zwölf Jahren wurde ich nicht ein einziges Mal geblitzt. Aber in einem Auto mit 740 PS muss die rechte Wade nur einmal zucken, und die Falle schnappt zu wie bei der Maus, die nur mal kurz am Käse schnüffeln wollte.

Vierstelliges Drehmoment

Regenwasser perlt über die blau folierte Karosserie, die Tropfen bewegen sich wie unzählige Kaulquappen über die Motorhaube, unter der das Monster lauert. 639 PS entlädt der doppelt aufgeladene Achtzylinder-Motor des Mercedes-AMG GT 63 S 4-Türer bereits im Serienzustand. Nachdem Tuner Performmaster seine kleine Tuning-Box mit dem AMG- Steuergerät verkabelt hat, steigt die Leistung auf 740 PS, welche die elektromechanisch geregelte Kupplung auf die Achsen verteilt.

Das ist ein Leistungsplus von fast 14 Prozent und entspricht der Nennleistung eines Lamborghini Aventador S – eines Supersportwagens! Vierstellig, oder schwindelerregend, wird es beim Drehmoment. Der Allradantrieb schlägt sich im getunten Viertürer mit 1.030 statt 900 Newtonmetern herum. Heavy! Die ganze Urgewalt bricht aus ihm zwischen 3.200 und 4.800 Touren heraus, und die sind blitzschnell erreicht.

Performmaster-Mercedes-AMG-GT 63 S 4-Türer, Motor
Rossen Gargolov
Der doppelt beatmete Vierliter-V8 des Mercedes-AMG GT 63 S wirkt unter der Haube recht Serienmäßig. Gut versteckt liegt die Doping-Box unter der seitlichen Plastikverkleidung.

Heavy Metal ist das, was die vierflutige Abgasanlage trällert. Beim Runterschalten knattert und rotzt der AMG derbe, beim Hochschalten stößt der Biturbo kräftig auf – sodass die Erschütterungen durch die Performance-Sitze in den Körper dringen. Dieses gewaltige Akustikkonzert stimmt der Viertürer allerdings erst ab der Fahreinstellung Sport an, und er erhöht die Intensität in den Modi Sport Plus und Race. Im öffentlichen Verkehr fährt man den aufgebrezelten GT 63 S am Tag des Blitzermarathons besser im Comfort-Modus. Dann reagiert der V8 erst im Zentimeter- statt Millimeterbereich des Gaspedals, und die Automatik hält eher die höheren Fahrstufen, als beim kleinsten Zucker sofort in den zweiten Gang zurückzuschalten.

Antritt als Wutausbruch

Jetzt aber auf zum Messen, damit der Performmaster völlig ungeniert die Sau rauslassen darf. Schnell vorweg: Auf eine fliegende Runde in Hockenheim verzichten wir, da der getunte AMG auf Straßenreifen vom Typ Michelin Pilot Sport 4 S steht. Und die kleben lange nicht so gut wie die Cup-reifen, die der Serien-4-Türer im Einzeltest trug. So viel Zeit kann der Performmaster auf den Geraden gar nicht gewinnen, wie er in den Kurven einbüßt.

Deshalb beschränken wir uns auf die Standardmessungen. Und da weiß der blaue Blitz zu überzeugen: Der Tuner aus dem schwäbischen Plüderhausen verspricht einen 0–100- Sprintwert von 2,9 Sekunden. Daran schrammt der AMG knapp vorbei. Mit aktivierter Race- Start-Funktion bewältigt er den Imagespurt in drei Sekunden – zwei Zehntelsekunden flotter als das Serienmodell. Noch mal in Zahlen: 3,0 Sekunden für ein Auto, das 2.157 Kilogramm wiegt! Jedes PS zieht 2,9 Kilogramm. Die Art und Weise, wie der Performmaster antritt, gleicht einem Wutausbruch: Drehzahl mit dem Gaspedal vorspannen, Bremse lösen, der AMG drückt sich heftig ab. So heftig, dass er gefühlt Kerben im Asphalt hinterlässt. Der 4- Türer hebt auf den ersten Metern die Nase, packt sich die Straße, verzerrt die Gerade, während der V8-Biturbo genüsslich Super Plus gurgelt.

200 Sachen sind nach 9,9 Sekunden erreicht, ehe er mit Nachdruck der 300er-Marke entgegenstürmt. Ein Wahnsinn, der auf dem Papier erst bei 340 Stundenkilometern endet, den man aufgrund zu kurzer Geraden in Hockenheim jedoch nicht erleben kann. Dem Serienfahrzeug nimmt der Performmaster jedenfalls bis 200 km/h eine Sekunde ab, obwohl er 61 Kilogramm mehr in Wallung bringen muss: Chiptuning, das sich auszahlt.

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Rossen Gargolov
Auf der Landstraße ist der getunte AMG teils unterfordert. Sein Jagdgebiet ist die Autobahn. Wenn sie frei ist, flasht dich der Performmaster

Ohne blaues Auge überstanden

Auch die Elastizitätsmessung bestätigt den Leistungssprung. Von 80 auf 160 km/h nimmt der Performmaster im vierten Gang der Serie vier Zehntel ab. Im fünften, sechsten und siebten pendelt sich der Vorsprung bei sechs Zehnteln ein. Im achten Gang werden es sieben Zehntel. Was zeigt, dass der Viertürer schon von Haus aus reichlich Dampf hat, man aber mit gezielten Maßnahmen noch ein bisschen mehr herauskitzeln kann. Die Turbos sind hellwach, die Leistung entfaltet sich wie beim Serien-AMG linear, sodass der Fahrer vor bösen Überraschungen gefeit ist. Performmaster spulte mit zwei Fahrzeugen rund 8.000 Testkilometer ab, um den GT 63 S abzustimmen.

Nach der Leistungskur ist der betuchte 4-Türer-Fahrer um 7.366 Euro ärmer. Optisch wertet der Tuner den AMG durch ein Frontschwert (1.505 Euro), Side-Blades (1.995 Euro), Heckdiffusor (2.195 Euro) und Heckflügel auf (3.295 Euro), der per Knopfdruck auf der Mittelkonsole in vier verschiedenen Stellungen im Wind steht. Performmaster verspricht durch die Änderungen mehr Abtrieb an Vorder- und Hinterachse und eine bessere Straßenlage. Die Lackierung der Einzelteile kostet 1.400 Euro.

Auf Landstraßen wirkt der AMG, den der Tuner um zweieinhalb Zentimeter tieferlegt (800 Euro), teils unterfordert. Auf der Bremse zuckt er kaum, knickt mit dem Vorderbau nur wenig ein. Über die direkte, aber nicht zu spitz ausgelegte Lenkung lässt er sich sauber in die Kurve einfädeln, ringt sie nieder, um dann das nächste Geradeausstück abzumähen. Dabei drückt das Heck am Kurvenausgang leicht und richtet ihn für die Gerade aus. Traktionsprobleme sind dank Allradantrieb und elektronisch gesteuertem Sperrdifferenzial an der Hinterachse so selten wie staufreie Tage in Stuttgart. Sein bevorzugtes Jagdgebiet ist die Autobahn: Aufsuchen, auf ein freies Stück hoffen, und das blaue Schiff geradeaus prügeln.

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Rossen Gargolov
Großes Plus zum Aventador: Mit bis zu 1.324 Liter Kofferraumvolumen lässt sich in diesem 700 PS Geschoss auch gerne mal der Wocheneinkauf tätigen.

Die Bilanz des Blitzermarathons in Baden-Württemberg: 400 Messstellen registrierten 7.730 Geschwindigkeitsverstöße. 170.000 Fahrzeuge wurden überprüft, zu denen auch der Mercedes-AMG GT 63 S 4-Türer von Performmaster zählte. Auto und Fahrer haben es ohne blaues Auge überstanden. Die Fotos hat alle unser Fotograf Rossen Gargolov geschossen –glauben Sie es mir.

Fazit

Die Eckdaten sind gewaltig: 740 PS, 1.030 Newtonmeter, 340 km/h. Lohnt sich das Investment von rund 30.000 Euro gegenüber der Basis? Wer auf den individuellen Touch abfährt, macht mit dem Performmaster nichts falsch. Das Leistungs-Upgrade wirkt, es läuft fehlerfrei, und die neuen Karosserieteile sind sauber eingearbeitet.

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Mercedes AMG GT
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