Porsche Turbo RSR von D-Zug

Hardcore-911 mit Rennsport-Würze

Porsche 930, D-Zug, Tuning, Sportwagen Foto: D-Zug 18 Bilder

Der Porsche 930 war der erste Seriensportwagen der Marke mit Turbomotor. Die Porsche-Fanatiker von D-Zug machen daraus einen Biturbo. Und weil's so schön ist, packen sie dem 11er diverse Rennsportteile alter Rundstreckenlegenden auf die klassische Karosse. So wird es aus dem Oldie ein Hardcore-Goldie.

Zwischen Weissach und Wilmington liegen 6.647 Kilometer Luftlinie. Oder mehr als zwölf Flugstunden. Doch zwischen der Gemeinde in Baden-Württemberg und der Hafenstadt in North Carolina an der US-Ostküste gibt es eine Verbindung. Auf der einen Seite des Atlantiks sitzt das Porsche-Entwicklungszentrum, auf der anderen Seite die Firma D-Zug. Sie widmet sich dem Umbau von Porsche-Modellen.

Heckflügel vom Porsche 935/76

Durch die Leidenschaft zu Porsche ist auch der Unternehmensname entsprungen. D-Zug, so die US-Amerikaner, sei der Spitzname für das Gebäude gewesen, in dem die Porsche-Motorsportspezialisten Anfang der 1970er gearbeitet hätten. Wegen der Fensterfronten, die an einen Schnellzug erinnert haben sollen.

1974 machte Porsche etwas, was der Sportwagenbauer zuvor noch nie gemacht hatte: Man baute einen Turbo in einen Seriensportwagen. Zunächst brachte der Lader einen 3,0-Liter-Sechszylinder-Boxer auf Trab, ein paar Jahre später einen 3,3-Liter-Motor mit 300 PS. D-Zug hat sich einen dieser Porsche 930 aus dem Jahr 1986 geschnappt. Um ihn zu veredeln. Um ihn zu pimpen. Um aus ihm einen Hardcore-Oldie mit Anabolika zu formen. Durch den Anbau diverser Teile von legendären Porsche-Rennautos aus den 1970er Jahren.

Unübersehbar wie ein Porsche Cayenne in einer Herde VW Käfer türmt sich am Heck der Spoiler auf. Das Flügelwerk stammt vom Porsche 935/76. Wie auch der Stoßfänger, unter dem der Auspuff hervorlugt. Die Rohre sind mit einem 3,5-Liter-Sechszylinder verbunden. Aufgebrezelt mit zwei Turboladern (Garrett GT 30), einer neuen Kurbelwelle und Ölpumpe, einem neuen Zylinderkopf und neuen Kolben sowie diversen weiteren Modifikationen. Allein die Liste der neuen Motorenteile umfasst 27 Punkte.

250.000 Dollar fließen in Porsche 930 von D-Zug

Das Maßnahmen-Paket beschert dem Elfer reichlich Extra-Power. Statt 300 wüten im Porsche 930 von D-Zug 615 PS. 737 Nm bringen die Kupplung ins Schwitzen. Die damalige Werksangabe von 5,3 Sekunden auf 100 km/h dürfte der Hardcore-Porsche leicht unterbieten. „Wir haben leider keine Beschleunigungszeiten“, entschuldigt Peter Koch von D-Zug. „Aber ein guter Freund von mir hat einen Lamborghini Gallardo LP 560-2 50th Anniversary, und aus dem Stand bis 50 mp/h (etwa 80 km/h) nimmt unser Auto ihm 4 Längen ab.“

Insgesamt hat das Projekt, das D-Zug in Anlehnung an den Hammer der Gottheit Thor auf den Namen „Mjølner“ getauft hat, über 250.000 US-Dollar verschlungen. Das sind umgerechnet etwa 228.000 Euro. „Und das ist noch konservativ gerechnet“, berichtet Koch. „Solche Umbauten werden eben von Emotionen getrieben.“

Motorsport steckt auch in der Frontpartie des umgebauten Porsche 930. Der Stoßfänger kommt vom RSR Turbo 2.1 aus dem Jahr 1974, die Kotflügel vom 3.0 RSR. Entsprechend der Leistungssteigerung bastelte D-Zug auch am Fahrwerk. So rüsten die Amerikaner ihr überbreites Schmuckstück mit Dämpfern und Druckstreben von Bilstein aus. In den Radhäusern drehen sich vorne 10,5 x 18 Zoll-Felgen und hinten 14 x 19. Jeweils mit Pirelli-Gummis überzogen.

Umgebauter Porsche 930 für unter 100.000 Euro

Und wie schnell rennt der Oldie maximal? Koch schätzt an die 305 km/h. Oder schneller. Verzögert wird jedenfalls mit Bremsen des 930, die durch Rennbremsbeläge aufgewertet wurden.

Den Innenraum wertet D-Zug mit Karbonschalensitzen auf. Die Sitzfläche ist mit einem Mix aus Leder und Alcantara bezogen. Und weil Rennsport Teil der DNA des Projektes ist, ziert das Lenkrad die Unterschrift von Legende Jacky Ickx. Daneben gibt es einen neuen Drehzahlmesser, der auch 10.000 U/min anzuzeigen vermag – aber hoffentlich nie muss.

Seinen Porsche 930 bietet D-Zug sogar zum Verkauf an. Für unter 100.000 Euro. Mit 28.000 Meilen oder 45.000 Kilometern auf der Uhr. Klingt nach einen Schnäppchen für Liebhaber – mit einem Hang zu ein bisschen Protz-Porsche.

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