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SEMA 2019
10/2019, Toyo Tires auf der SEMA 2019 Toyo Tires
10/2019, Toyo Tires auf der SEMA 2019
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10/2019, Toyo Tires auf der SEMA 2019 9 Bilder

Toyo Tires auf der SEMA 2019

Vom Offroad-Porsche zum Breitbau-Lancer

Ob Widebody-Ferrari, ein grober Bronco oder ein klassischer Mustang: Die Projektautos, die sich unter der Toyo-Flagge auf der SEMA präsentieren, decken das größtmögliche Tuning-Spektrum an. Und Ken Block ist auch dabei.

Reifenhersteller Toyo Tires gehört traditionell zu den größten Ausstellern auf der SEMA. Kein Wunder, sind die japanischen Gummi-Bäcker in der US-Tuningszene doch besonders beliebt. Auch bei der 2019er Auflage, die vom 5. bis 8. November in Las Vegas stattfindet, ist Toyo wieder omnipräsent. Natürlich mit einem eigenen Stand und den bekannten, prominent platzierten und gelabelten Durchgängen. Aber auch mit bekannten Testimonial-Gesichtern, zu deren berühmtesten Berufs-Querfahrer Ken Block sowie Youtube- und Tuner-Legende TJ Hunt gehören. Zudem wird der englische Künstler Benedict Radcliffe seine neueste aus Draht gefertigte Autoskulptur am Toyo-Stand präsentieren.

Porsche 964 als Geländegänger

Doch die dank Toyo bei der SEMA versammelten Projektfahrzeuge (Firmenangaben zufolge sind es mehr als 30 Neuheiten) können sich ebenfalls sehen lassen. Eines der Highlights ist der Baja 911 von Russell Built Fabrication. Firmengründer TJ Russell war bis vor Kurzem für die Produktion bei Singer Vehicle Design zuständig, wollte aber einen anderen Weg gehen: Nämlich das geschätzte Singer-Design mit mit Offroad-Elementen zu verknüpfen und den 911 damit zum echten Geländegänger zu machen. Zu diesem Zweck hat er ein 1991er Porsche 911 Carrera 4 Cabrio in eben jenen Baja 911 verwandelt, der äußerlich zwar kernig, aber dennoch mit luxuriös ausgestattetem Rennkäfig-Interieur samt Klimaanlage und Navigationssystem daherkommt.

10/2019, Toyo Tires auf der SEMA 2019
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Russell Built Fabrication baut einen Porsche 964 Carrera 4 zum Offroader um.

Der 964 Carrera 4 verfügt praktischerweise bereits über Allradantrieb, weshalb sich Russell Offroad-seitig auf das Fahrwerk konzentrieren konnte. Die über 30 Zentimeter Federweg würden den meisten echten Geländewagen gut zu Gesicht stehen. Die 7x15 Zoll großen Fifteen52 Integrale Gravel-Räder ummantelt Russell mit Toyo Open Country A/T (All Terrain) II-Reifen. Der luftgekühlte 3,8-Liter-Boxer stammt von Rothsport und soll gut 100 PS mehr entwickeln als der Serienmotor, was etwa 350 PS entsprechen würde. Die dürften mit dem um etwa 180 Kilogramm abgespeckten Elfer leichtes Spiel haben. Grund für die Gewichtsabnahme ist der großflächige Einsatz von Verbundwerkstoffen bei jedem Karosserieteil. Zum Jahresbeginn 2020 will TJ Russell mit der Kleinserien-Fertigung des Baja 911 beginnen.

Offroad-Bronco meets Breitbau-Lancer

Ein Offroader ganz anderer Machart ist der 1971er Ford Bronco von Defconbrix. Dahinter verbirgt sich der Tuner, Abenteurer und Influencer Sean Jennings, der schon mehrere Geländewagen aufgebaut hat. Nun war also der klassische Bronco an der Reihe, der zu Beginn des sechsmonatigen Projekts einen kreidefarbenen Porsche-Lack erhielt und im Kontrast dazu ein Interieur mit rotem (Wild-)Leder. Neben einem Gewindefahrwerk erhielt der Bronco den Fünfliter-Coyote-V8, der zum Beispiel im Mustang GT zum Einsatz kommt, ein modernes Sechsgang- und ein neues Verteilergetriebe. Auch hier sind die 9x18 Zoll großen JohnR-Stahlfelgen mit Toyo-Reifen bezogen, diesmal allerdings mit den Open-Country-Pneus in der R/T (Rugged Terrain)-Variante.

Die Verbindung vom Gelände zur Straße stellt der Mitsubishi Lancer Evo V von Rowie Landicho und Dennis Aquino her. Der 1998 gebaute Rechtslenker präsentiert unter anderem ein Breitbau-Bodykit, einen Überrollkäfig und ein Set Recaro RS-G-Schalensitze der Ralliart Edition. Der Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner erstarkt vor allem dank eines neuen Laders von 280 auf 456 PS und von maximal 373 auf 515 Newtonmeter. Die 10,5x18 Zoll großen Felgen stammen stilecht von Rays und die Proxes R888R-Pneus im Format 295/30 ZR18 selbstverständlich von Toyo.

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Breite Backen, starker Motor, dicke Räder: Der Evo V von Rowie Landicho und Dennis Aquino präsentiert klassisches Japaner-Tuning.

Toyota Supra mit 681 PS und 847 Nm

Japan und Breitbau? Da schließt sich das Supra-Projekt von Daniel Song und Jonny Grunwald doch wunderbar an. Das Duo verpasste dem neuen Japan-Sportwagen in lediglich 45 Tagen nicht nur ein 17-teiliges Pandem-Widebody-Kit, sondern auch einen üppig dimensionierten GT-Heckflügel. Neben einem KW-Variante 3-Gewindefahrwerk erhielt der Supra neue Stabilisatoren, Domstreben und weitere Komponenten. Auch hier gehen Rays-Felgen (diesmal in 10 und 11x19 Zoll) eine harmonische Verbindung mit Toyo Proxes R888R-Reifen ein.

Hinter den Vorderrädern platzierten Song und Grunwald eine Brembo GTS-Bremsanlage. Die ist auch nötig, schließlich leistet der per neuem Turbo, Karbon-Luftansaugung, optimiertem Kühlsystem, Downpipe, Titanauspuff und anderen Tuning-Maßnahmen beflügelte Supra-Motor 681 PS und malträtiert die Hinterräder mit bis zu 847 Newtonmetern. Innen erhielt der Supra einen Überrollkäfig, Recaro Pro Racer RMS-Schalensitze und Takata-Renngurte.

Ferrari F355 mit Widebody und Biturbo

Doch es geht noch breiter, wie der Ferrari BB355TT von Button Built beweist. Lackiert ist der 1999 gebaute F355 in der originalen Ferrari-Rennfarbe „Azzuro la Plata“, die einige Rennwagen der Scuderia in den Sechzigern trugen. Das um diverse Splitter, Flügel, Heckdiffusor und neue Rückspiegel ergänzte Bodykit zitiert Ferrari-GT-Rennwagen neuerer Generationen, und das Heckdesign des BB355TT soll an den legendären 288 GTO erinnern.

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Button Built pusht den 3,5-Liter-V8 des Ferrari F355 per Biturbo-Tuning auf 608 PS.

An dem Supercar aus den Mittleren Achtzigern orientiert sich Button Built auch beim Motortuning. Den ab Werk 381 PS starken 3,5-Liter-V8-Fünfventiler pumpt der Tuner mit zwei Turboladern von Xona Rotor samt Wastegates, Blow-Off-Ventilen, Abgaskrümmer und Ladeluftkühler auf 608 PS auf. Die Tieferlegung per Luftfahrwerk bedingt, dass die vorne 11x19 und hinten 15x19 Zoll großen Rotiform OZR-Felgen samt Toyo Proxes R888R-Reifen der Dimension 285/30 ZR19 vorne und 345/30 ZR 19 hinten tief in den Radhäusern verschwinden. Neu im Innenraum sind der Überrollkäfig, die Sitze mit Karbon-Rückenschalen, Sechspunktgurte und digitale Anzeigen.

1.700 Stunden Arbeitszeit für den Ruffian Mustang

Fehlt noch eine amerikanische Auto-Ikone: der Ford Mustang. Der Ruffian Mustang des Kaliforniers Chris Ashton basiert auf einem 1970er Fastback-Modell und soll an die Rennwagen erinnern, die zur damaligen Zeit in der Trans Am-Serie unterwegs waren. Entsprechend clean präsentiert sich die Optik: Der Mustang büßte fast sämtlichen Chrom ein und erhielt stattdessen neue Kotflügel, Spoiler an Front und Heck sowie Luftein- und -auslässe. Die Lackierung in Olivgrün ist einmal mehr eine Porsche-Farbe, während sich die Rennstreifen am Design des legendären 1969er Ford Mustang Boss 302 orientieren.

Dass Chris Ashton kein Markenfetischist ist, beweist die Tatsache, dass der Motor von General Motors stammt: Der LS3-V8 mit 634 PS kam beispielsweise in der Corvette zum Einsatz und erhielt unter anderen ein neues Lufteinlass-System. Das Gewindefahrwerk von DSC Sport arbeitet mit adaptiven Dämpfern und stellt Verbindung zu den vorne 11x18 und hinten 12,5x19 Zoll großen Signature One-Felgen her, die Ashton mit – wie sollte es anders sein – Toyo Proxes R888R-Gummis im Format 315/30 ZR18 vorne und 345/30 ZR19 hinten bespannt hat. Insgesamt dauerte der Umbau mehr als 1.700 Stunden, von denen auch einige auf die Installation eines Überrollkäfigs und einer Klimaanlage verwendet wurden.

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Da hat Toyo Tires aber ein illustres Auto-Sextett auf der SEMA versammelt, das aber freilich nur einen Auszug des kompletten Messe-Programms des Reifenherstellers ist. Bisher gibt es die Autos nur als Renderings, aber wir werden vor Ort alles geben, um die wilde Toyo-Truppe vor die Kameralinse zu bekommen und nach Messestart richtige Fotos der Autos nachzuliefern.

Kompakt Tuning 10/2019, Hyundai Veloster Grappler auf der SEMA Las Vegas Grappler-Studie für die SEMA 2019 Veloster wird zum Hardcore-Offroader

Auf der SEMA sind vor allem Geländewagen zu sehen - etwa dieser Hyundai.

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