Tuner Top Secret Nissan GT-R Tokio 2019 Nissan
Tuner Top Secret Nissan GT-R Tokio 2019
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Tuner Top Secret Nissan GT-R Tokio 2019 21 Bilder

Reportage Tuning-Schmiede Top Secret Tokio

Fast and Furious – live und in Farbe

Kazuhiko Nagata taugt nicht zum Filmhelden, zumindest nicht in einem Action-Streifen. Warum der zurückhaltende Japaner in den Fünfzigern dennoch ein wilder Hund ist? Weil er den Nissan GT-R auf bis zu 1.100 PS tunt.

Ein Quader, nahezu fensterlos, von erdrückender Schlichtheit. Gelegen an einer Ausfallstraße in der Präfektur Chiba, westlich von Tokio. Gegenüber: Ein Gebrauchtwagen-Händler, der Hof voll mit winzigen Kei-Cars. Ein paar Meter weiter residiert eine edle BMW-Vertretung, dort gegenüber ein weiterer Auto-Händler, der sich offenbar auf gebraucht Toyota Landcruiser spezialisiert hat.

Tuning auf 80 Quadratmetern

Tuner Top Secret Nissan GT-R Tokio 2019
Nissan
Der zurückhaltenden Erscheinung von Kazuhito Nagata stehen seine Autos gegenüber. Die haben bisweilen mehr als 1.000 PS.

Der Besuch kommt ein wenig zu früh, das bringt den Japaner an sich gern mal ein bisschen aus dem Takt. Zeit, ein bisschen über den kleinen, aber mit sechs angenagten Karossen zugestellte Hinterhof zu tigern. Ein weißes, angenehm zurückhaltend gezeichnetes Coupé fällt auf, eine sehr elegante Erscheinung, trotz der arg angeknusperten Karosserie. Der Zustand wäre mit „patiniert“ nur unzureichend beschrieben. Und: Es kann kein Nissan GT-R sein, ganz egal, aus welcher Epoche, denn der Sportwagen ist für alles Mögliche bekannt, nicht jedoch für auffällige Eleganz. Kazuhiko Nagata erscheint, begrüßt den Besuch mit leiser Stimme, lächelt. Parallel öffnet sich das große Rolltor. Dahinter: Eine vielleicht 80 Quadratmeter große Werkstatt, vollgestellt mit Autos.

Ein Nissan GT-R R35 und ein R32 werden gestartet, rollen vor das Tor. Seit 2001 residiert Nagatas Firma Top Secret an diesem Standort, spezialisiert auf dezente bis extreme Umbauten des japanischen Kult Coupés Nissan GT-R. „Der R32 war der erste, den ich umgebaut habe. Am liebsten schraube ich am R33, den bei diesem Auto habe ich am meisten gelernt“, erzählt Nagata. Pro Jahr veredelt sein Unternehmen etwa 50 Autos, bis zu 12 Komplettumbauten sind darunter. Komplettumbauten wie der R32, der vor der Halle im Leerlauf wummert. Diese Generation lief von 1989 bis 1993 vom Band, die Technik des weißen Coupés entspricht aber der des aktuellen Modells. Statt des 2,6-Liter-RB26DETT-Motors steckt nun also das VR38DETT-Aggregat unter der Haube – mit rund 700 PS Leistung. Selbst in der Nismo-Variante bringt es das aktuelle auf 600 PS. „Da wir keine größeren Räder unter die Karosserie bekommen, läuft er nur 300 km/h“, sagt Nagata entschuldigend. Och, reicht. Wirklich.

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Bis zu 50 Autos verlassen die Halle von Top Secret jährlich. Meist ordentlich mit Leistung angefüttert, aber auch Restaurationen werden hier gemacht.

330 km/h auf der Geraden

Selbst das Armaturenbrett stammt aus dem R35, sauber verkleidete Ausschnitte im Fond ermöglichen einen Blick auf das Doppelkupplungsgetriebe an der Hinterachse. Und was geht beim neuen GT-R? „Bis zu 1.100 PS bei Betrieb mit normalem Kraftstoff“, sagt Nagata, deutet auf ein Coupé mit auffälligen Aerodynamik-Komponenten, das auf einer Hebebühne steht. Der sei auf der Start-Ziel-Geraden des Fuji Speedways 330 km/h schnell gefahren, erzählt der Chef. Gut möglich bei der Leistung. Und dann, ganz hinten in einer Ecke, wieder so ein schönes, weißes Coupé in der schlichten Eleganz der Sechziger Jahre. Nur in einem makellosen Zustand. „Ein Isuzu 117, gebaut ab 1968“, erklärt Nagata, „ein Hobby von mir“.

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Restaurierung betreibt Top Secret also ebenfalls, auf der Bühne gegenüber erweckt die Truppe eine Nissan Skyline Limousine aus den frühen Siebzigern wieder zum Leben. Weshalb heißt die Firma eigentlich Top Secret? Wegen des schlichten Gebäudes? „Nein“, antwortet Nagata, lächelt. Er war zuvor bei einem Tuner angestellt, schraubte aber nach Feierabend in Eigenregie weiter. „Das war alles Top Secret“. Aha. Seit 30 Jahren gibt es seine Firma nun. Nach der Schule lernte Nagata Mechaniker bei Toyota, wechselte mit 22 in die Tuning Branche. Sein erstes Auto? Ein Mitsubishi GTO von 1970. Und heute? Nur Nissan? Nein, eben auch mal einen Isuzu, zum Vergnügen. Toyota Supra ebenfalls, vor allem die letzte von den Japanern in Eigenregie entwickelte Generation. Aber vorwiegend Nissan, nur selten in der Extrem-Variante mit 1.100 PS. Der 3,8-Liter-V6 bekommt dann neue Kolben und neue Turbolader, eine maßgefertigte Abgasanlage sowie neu programmierte Software.

Fazit

Praktisch nicht zu tunen sei der GT-R, behauptete Nissan bei dessen Präsentation 2007. Spezialisten wie Nagata-san beweisen nun also schon seit 12 Jahren das Gegenteil. Und sollte jemals ein Nachfolger kommen, wird auch an ihm gearbeitet, hier in dem schmucklosen Quader in der Präfektur Chiba. Zunächst top secret.

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