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BMW 530e iPerformance und Mercedes E 350 e im Test

Hybrid-Limousinen mit Plug-in-Funktion

BMW 530e iPerformance Luxury Line, Mercedes E 350 e Avantgarde, Exterieur Foto: Hans-Dieter Seufert 23 Bilder

In BMW 530e und Mercedes E 350 e werden die Vierzylinder-Benziner von E-Motoren unterstützt, die sparsames, lokal emissionsfreies Fahren erlauben. Was können die Teilzeit-Elektriker besser als ihre preisgünstigeren konventionellen Geschwister?

05.01.2018 Michael Harnischfeger 7 Kommentare

Das dürften lange Sitzungen gewesen sein in den Marketingrunden bei BMW und Mercedes. Damals, als man Namen suchte für die vielen Hybridautos, die nun allmählich ins Lieferprogramm einsickern. In Stuttgart entschied man sich für das kleine Anhängsel e, was im Falle der E-Klasse zu der nach Tourette klingenden Typbezeichnung E 350 e führte.

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BMW 530e iPerformance Luxury Line, Mercedes E 350 e Avantgarde, Exterieur
BMW 530e iPerformance vs. Mercedes E 530 e Hybrid-Limousinen im Test
auto motor und sport 24/2017
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BMW 330i gegen BMW 330eMit dem Hybrid spart man

In München wiederum tragen die Benziner ja nach der Ziffernfolge, die wie beim Rivalen schon lange nicht mehr den wahren Hubraum angibt, ein kleines i. Das musste für die Plug-in-Hybriden nun jenem e weichen, welches Kenner der Marke aus dem letzten Jahrhundert kennen: 525e zum Beispiel hieß da der auf viel Durchzugskraft getrimmte Eco-5er der Baureihe E28, die noch die schöne „Sharknose“ tragen durfte. Also gibt es heute einen 530e, und um den Einstieg in die Elektromobilität eindeutig zu signalisieren, folgt darauf noch das schmissige iPerformance. Das schlägt dann irgendwie die Brücke zum i3 und zum i8.

Knappe Elektro-Reichweite

Beim Layout gleichen sich die beiden Teilzeit-Elektriker: Der Elektromotor ist jeweils ins Gehäuse des serienmäßigen Automatikgetriebes integriert und sitzt dort hinter einem längs eingebauten Vierzylinder-Direkteinspritzer-Turbo mit zwei Litern Hubraum. Der BMW bringt es dank seines 113 PS und 250 Nm starken E-Motors auf eine Systemleistung von 252 PS, während das Pendant im Mercedes mit 88 PS und 440 Nm sowie insgesamt 286 PS aufwartet. Um das Zahlenfestival abzurunden: 184 Verbrenner-PS und 290 Verbrenner-Newtonmeter leistet der BMW, der Mercedes-Benziner hält mit 211 PS und 350 Newtonmetern deutlich kräftiger dagegen.

Und der Fahreindruck bestätigt die stämmigen Durchzug versprechende Papierform des Mercedes. Der E 350 e tritt nachdrücklicher an, lässt das dicke Drehmoment eher spüren als der etwas dezenter klingende BMW. Der wiederum dreht ein wenig fröhlicher hoch und entspricht damit perfekt der Tradition der Marke, die ja nicht ohne Grund das Wörtchen Motoren im Namen trägt. Sechszylinder, ja, wirklich, wären dennoch schön in Limousinen dieser Klasse.

BMW 530e iPerformance Luxury Line, Mercedes E 350 e Avantgarde, Exterieur Foto: Hans-Dieter Seufert
Bei den Fahrwerten bewegen sich beide Kontrahenten auf ähnlichem Niveau. Der BMW erreicht die 200er-Marke zwar etwas schneller, allerdings auf kosten der Höchstgeschwindigkeit.

Wie man es dreht und wendet, die Stoppuhr macht beide gleich, was sich nicht nur in jenen 6,4 Sekunden manifestiert, die die knapp zwei Tonnen schweren Limousinen für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigen. Auch jenseits dieser Stammtisch-Marke marschieren beide mit gehörigem Nachdruck weiter in Richtung 200 km/h, wo die E-Klasse einen Wimpernschlag später ankommt. Im Vorteil ist sie nur bei der Höchstgeschwindigkeit. 250 statt 235 km/h sind schon der Rede wert, wobei der Verkehr von heute als großer Gleichmacher dem Mercedes ja zunehmend öfter in die Parade fährt.

Wichtiger ist künftig vermutlich die Reichweite im reinen Elektrobetrieb: Hier saugt der E 350 e die Akkus schon nach mickrigen 24 Kilometern leer und schaltet den Verbrenner ein, was bei den zweien übrigens in beide Richtungen ruckfrei und diskret vonstattengeht. Das gilt auch für das Zusammenspiel im gemischten Betrieb inklusive E-Boost. Rein auf Strom schafft der 530e kaum bessere 31 Kilometer. Und wo wir gerade beim Reichweitenthema sind: Auf Basis der Eco-Verbräuche kommt der Mercedes gut 100 Kilometer weiter als der BMW – für Vielfahrer durchaus interessant.

Mehr Komfort im E 350 e

Ihnen gefällt sicher auch das gelassenere Wesen der E-Klasse, das durch die Elektrifizierung keinen Schaden erlitten hat. Es ist schlicht beeindruckend, wie entspannt dieses Auto seinen Fahrer über lange Strecken trägt, woran das Akustikdämmglas (1.309 Euro) und das Luftfederfahrwerk (2.261 Euro) des Testwagens natürlich ihren Anteil haben.

Dieses Niveau verfehlt der mit Adaptivdämpfern (1.190 Euro) aufgerüstete BMW durchaus, pumpt im Comfort-Modus stärker auf Landstraßen und gibt sich stößiger auf den Querrillen und Fugen, die Autobahnen ja gern mal bereithalten. Auch stört er die Ruhe in höheren Geschwindigkeitsbereichen mehr mit Windgeräuschen um Spiegel und A-Säulen, ohne dass dies in den Messwerten klar zum Ausdruck käme.

Gedämpfte Agilität

Mercedes C 350 e, VW Passat GTE, Tankstelle Passat GTE vs. Mercedes C 350 e Hybrid-Duell in der Mittelklasse

Dennoch ist er ein ähnlich angenehmes Autobahnauto, das mit guten Sitzen vorn und den besseren, weil weicher gepolsterten und kommoder geformten Plätzen hinten aufwartet. Dass beide gegenüber den reinen Diesel- oder Benziner-Versionen rund 100 Liter weniger Kofferraumvolumen bieten, gehört allerdings ebenso zu den Folgen der Hybridisierung wie die gestiegenen Leergewichte. Beim BMW bedeutet das zugleich eine etwas knappe Zuladung (519 zu 572 Kilogramm beim Mercedes).

Selbst beim Thema Handling, der traditionellen BMW-Domäne, kann der 5er der E-Klasse nichts vormachen: Obwohl der Testwagen mit der Aktivlenkung für 1.250 Euro ausgerüstet war, bei der auch die Hinterräder zur Verbesserung von Fahrstabilität und Agilität mitlenken, lag er bei Slalom und Ausweichtest etwas unruhiger in der Hand als der Mercedes, wirkte in Kurven weniger agil und zeigte das auch durch stärkeres Wanken.

Dem E 350 e fehlte jedoch ebenfalls die Leichtfüßigkeit des Nicht-Hybrids, denn Kurven offenbaren mit trägeren, gedämpften Reaktionen die schiere Masse von zwei Tonnen plus x. Keine Frage: Diese Mittelklasse-Limousinen fühlen sich fast so gewichtig und staatstragend wie ihre nochmals größeren Oberklasse-Kumpane Siebener und S-Klasse an.

Auf deren Niveau sind sie allerdings auch, was Sicherheit und Multimedia anbetrifft. Bei Ersterem ist Mercedes dem BMW, der in Sachen Assistenz massiv aufgerüstet hat, durch Fahrer-Knie- und hintere Seitenairbags noch voraus. Beim Zweiten schrumpft der Vorsprung des Bayern, der etwas schlechter bremst als der im Pedal leicht synthetisch daherkommende Mercedes, der zwar kein CD-Laufwerk mehr hat, dafür aber nun auch ein WLAN-Hotspot. Da jubeln die Kids auf der Rückbank.

Wie die hohe Funktionalität der Karosserien und die Qualität der Verarbeitung, die weniger verschachtelte Bedienung des BMW und die bisweilen etwas unentschlossen agie- rende Neungangautomatik des Mercedes sind das keine echten Neuigkeiten. Sie betreffen ja nicht nur die Plug-in-Hybriden, sondern die Baureihen insgesamt.

BMW 530e iPerformance Luxury Line, Mercedes E 350 e Avantgarde, Exterieur Foto: Hans-Dieter Seufert
Verkaufsschlager, wie die konventionellen Geschwister sind die Hybrid-Varianten nicht, aber zukunftsweisend.

Doch egal mit welchem Motor: 5er und E-Klasse sind – mit oder ohne zusätzliches e im Namen – unter dem Strich ganz weit vorn in dieser Klasse. Sie als Hybrid zu kaufen, schmälert ihre Klasse aber und leert die Kasse trotz der günstigen Tankrechnungen (beim BMW etwa 8,70 Euro pro 100 km, beim Mercedes knapp 7,90 Euro) spürbar: Zum 530i mit 252 Benziner-PS fordert BMW einen erträglichen Aufschlag von 2.800 Euro, Mercedes langt kräftiger zu – gegenüber dem in den Fahrleistungen vergleichbaren E 300 ist der Plug-in-Hybrid die um gut 6.500 Euro teurere Investition. Da verursacht das kleine e wohl oft ein kleinlautes Oh.

Fazit

1. Mercedes E 350 e Avantgarde
504 Punkte

Der E 350 e ist ein teurer, aber ausgesprochen guter Plug-in-Hybrid. Sein Komfort ist bestechend, sein Antrieb vergleichsweise sparsam. Top: das Sicherheitsangebot.

2. BMW 530e iPerformance Luxury Line
496 Punkte

Nicht nur beim Komfort, auch bei der Dynamik gerät der sensibel gepreiste, gut ausgestattete 530e leicht ins Hintertreffen. Teil- und Vollkaskoversicherung sind erstaunlich teuer.

Technische Daten
BMW 530e iPerformance Hybrid Luxury LineMercedes E 350 e Avantgarde
Grundpreis57.900 €59.441 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4936 x 1868 x 1483 mm4923 x 1852 x 1468 mm
KofferraumvolumenVDA410 l450 l
Hubraum / Motor1998 cm³ / 4-Zylinder1991 cm³ / 4-Zylinder
Leistung185 kW / 252 PS bei 5000 U/min210 kW / 286 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit235 km/h250 km/h
0-100 km/h6,4 s6,4 s
Verbrauch1,9 l/100 km5,9 l/100 km
Testverbrauch1,7 l/100 km1,7 l/100 km
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    Neuester Kommentar

    MF5 Ich habe doch nicht behauptet, der 520 D wäre laut. Ganz im Gegenteil läuft der 2 Liter Diesel von BMW im 5er leiser als z.B. im Dreier, wo er regelmäßig vor allem im Vergleich zum Audi-Diesel als knurrig und laut bewertet wird. Ich kann aber verstehen, daß man sich gerne an objektiven Messungen wie eben db(A) orientiert. Aber umgekehrt ist es ja auch so. Nehmen Sie nur den Test in ams Mercedes 220D gegen 520D. Da fährt der 220 D schneller durch Slalom und Ausweichmanöver als der 520D mit Hinterradlenkung und dann urteilen die Tester der BMW wäre sportlicher. Ebenso in diesem Test beschleunigt der 220D schneller, hat eine höhere Endgeschwindigkeit trotz 100 kg Mehrgewicht und trotzdem bekommen beide die selben Punkte. Sie sehen nicht alles Subjektive ist auch immer objektiv

    alexanderhaydn 12. Januar 2018, 17:15 Uhr
    Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
    Heftvorschau auto motor und sport, Ausgabe 24/2017
    Heft 24 / 2017 9. November 2017 182 Seiten Heftinhalt anzeigen Jetzt für 3,90 € kaufen Artikel einzeln kaufen
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