Evangelische Kirche will 130 km/h auf Autobahnen

Tempolimit ist "Schöpfungsauftrag"

01/2019, Tempolimit 130 km/h Lkw-Überholverbot Foto: Archiv

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) startet eine Petition für Tempo 130 auf deutschen Autobahnen. Das Ziel sind 50.000 Unterschriften und eine öffentliche Anhörung im Petitionsausschuss des Bundestages.

Der Unterstützer-Kreis für ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen wächst. Er bekommt nun sogar göttlichen Beistand. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) startet eine Petition für Tempo 130. Allerdings nicht sofort, sondern mit Beginn der Fastenzeit am 6. März. Dann sollen innerhalb von vier Wochen mindestens 50.000 Unterschriften gesammelt werden, die daraufhin dem Petitionsausschuss des Bundestages vorgelegt werden. Der soll sich dann in einer öffentlichen Anhörung damit beschäftigen – so zumindest der Wunsch der EKM.

„Schöpfungsauftrag“ verpflichtet zu Tempo 130

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Angesichts des Klimawandels gehöre die „Freie Fahrt für freie Bürger“ auf den Prüfstand, sagt Oberkirchenrat Christian Fuhrmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Man könne auf diese Weise mindestens zwei Millionen Tonnen CO2 pro Jahr sparen. Landesbischöfin Ilse Junkermann pflichtet Fuhrmann bei: „Der Schöpfungsauftrag trägt uns. Daher sind wir verpflichtet, auch beim Klimaschutz mehr zu tun.“ Weitere Gründe für den innerhalb der Evangelischen Kirche umstrittenen Vorstoß seien außerdem die höheren Chancen auf einen gleichmäßigeren Verkehrsfluss, weniger Lärmaufkommen und Reifenabrieb sowie eine höhere Verkehrssicherheit.

Die Verantwortlichen bei der EKM sind sich keineswegs sicher, ob die nötigen 50.000 Unterschriften tatsächlich zusammenkommen. Generell freuen sie sich aber auf eine lebhafte Debatte, die kürzlich von anderer Stelle angestoßen wurde. Jürgen Resch, Chef der Deutschen Umwelthilfe (DUH), sagte kurz vor dem Jahreswechsel, dass die Organisation die Chancen für ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen prüfe. Allerdings geht die DUH einen Schritt weiter als die Kirche und fordert eine Beschränkung auf 120 km/h. „Wir prüfen auch, welche juristischen Möglichkeiten wir hier für die Durchsetzungen haben“, sagte Resch.

Strikte Tempolimit-Gegner in der Politik

An den entscheidenden Positionen sitzen jedoch strikte Gegner eines generellen Tempolimits: Sowohl Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) als auch Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) halten nichts von den Bemühungen, in der Großen Koalition sei kein Tempolimit vorgesehen. Der DUH-Vorstoß sei laut Scheuer „eine Nebelkerze, die fachlich nicht den Argumenten standhält.“ Der Minister setzt auf Förderungen und Anreize statt auf Einschränkungen und Verbote, um die Verkehrsbelastung zu reduzieren und damit die Umweltbelastung durch den Straßenverkehr zu senken. Schulze sagte der „Südwestpresse“, es gehe „aus Umweltsicht wirklich nicht mehr um ein Tempolimit für Autos auf Autobahnen“. Das sei eine „Symboldebatte aus der Vergangenheit“.

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