ADAC Leserwahl

Manipulation und Verfahrensfehler aufgedeckt

ADAC Preisverleihung Gelber Engel 2014 Foto: ADAC

Das vom ADAC beauftragte Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte hat am Montag (10.2.2014) seinen Abschlussbericht zur Leserwahl Gelber Engel vorgestellt. Der Prüfbericht deckt Manipulation und Verfahrensfehler bei der Wahl zum "Lieblingsauto 2014" auf.

Die Ergebnisse der Deloitte-Untersuchung bestätigen die Manipulation der Teilnehmerzahl bei der Wahl des "Lieblingsauto 2014". Darüber hinaus belegt der Bericht, dass die Reihenfolge der Fahrzeugmodelle nicht mit den Ergebnissen der Preisverleihung am 16. Januar 2014 übereinstimmt. Gründe für die falschen Ergebnisse sind Deloitte zufolge sowohl vorsätzliche Veränderungen, als auch eine technisch fehlerhafte Verarbeitung der Daten.

Die Untersuchungen haben "Prozessschwächen, Fehler in der Datenverarbeitung sowie Manipulationen bei der Wahl zum `Lieblingsauto 2014´ offenbart." Der unterdessen geschasste ADAC-Kommunikationschef Michael Ramstetter habe nach Erkenntnissen von Deloitte am Vormittag des 28. November 2013, dem Tag der Ergebniskommunikation, auf seinem PC verschiedene Szenarien simuliert, bei denen sowohl die Stimmenzahl als auch die Zuordnung der Stimmen zu den einzelnen Modellen willkürlich verändert wurden, heißt es in der Mitteilung des ADAC. "Die Simulationen erfolgten auf unvollständigen Zahlen."

Insgesamt wurden laut Prüfbericht 42.202 Stimmen bei der Wahl abgegeben. Der ADAC hatte rund 290.000 angegeben. 3.271 Stimmen erhielt der VW Golf (ADAC-Angabe: 34.299 Stimmen), der BMW 3er kam auf 1.703 Stimmen, der Audi A3 auf 1.664 Leserstimmen. 1.320 Stimmen votierten für die A-Klasse von Mercedes, der Skoda Octavia konnte 1.184 Stimmen auf sich vereinen.

Auch hat Deloitte eindeutige Hinweise gefunden, dass in den vergangenen Jahren die Ergebnisse der "Lieblingsautos" auf gleiche Weise manipuliert wurden. Die Prüfergebnisse aus den Jahren 2005 bis 2013 werden nach Angaben des Autoclubs in der kommenden Woche publiziert. Des Weiteren will der ADAC in "Abhängigkeit von den weiteren Ergebnissen" rechtliche Schritte gegen den ehemaligen Kommunikationschef vorbereiten.

Deloitte habe nach eigenen Angaben zur Aufklärung der ADAC-Affäre 24 Interviews geführt und 69.000 Dateien wiederhergestellt, aufbereitet und ausgewertet.

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