Klassische Ampel stirbt aus

Mobilfunknetze regeln den Verkehr

asv 2014, 100 Jahre Ampel Foto: Siemens

Die Ampel, wie wir sie heute kennen, ist ein Auslaufmodell. 2030 wird es die klassische Ampel nicht mehr geben, prophezeit Telekom-Manager Bruno Jacobfeuerborn im Gespräch mit auto motor und sport.

"Wir müssen jetzt anfangen, mit der Politik zu reden. Ich bin persönlich überzeugt davon, dass wir irgendwann Richtung 2030 Ampelanlagen, wie wir sie heute kennen, nicht mehr benötigen werden“, so Jacobfeuerborn, Geschäftsführer Technik bei der Telekom Deutschland. Grund ist die zunehmende Vernetzung von Autos. Auch Fußgänger und Radfahrer würden künftig vernetzt, so dass der gesamte Verkehr gesteuert werden könne.

Verkehrsregelung über Vernetzung

"Wir sprechen bereits mit Fahrradherstellern, dass Fahrräder mit SIM-Karten ausgestattet und so erfasst werden können“, so Jacobfeuerborn. „Bei Fußgängern erfolgt das über Sensoren oder das Smartphone – es wird also alles miteinander vernetzt.“ Am Ende werde die Ampel dadurch überflüssig. "Wir brauchen künftig eigentlich keine Ampeln mehr. Die Mobilfunknetze reden – bildlich gesprochen – mit den Autos, die dort ankommen, und regeln den Verkehr.“

Dazu müsse die Telekom allerdings die Mobilfunknetze weiter aufrüsten. Die Übertragungsgeschwindigkeiten müssten deutlich erhöht werden. "Wir wollen unter eine Millisekunde kommen. Zum Vergleich: Die sogenannte Schrecksekunde dauert beim Menschen etwa eine Sekunde. Auf etwas zu reagieren, was man bereits erwartet hat, dauert 100 Millisekunden, Sportler haben Reaktionszeiten von 6 bis 7 Millisekunden“, erklärt der Telekom-Technikchef. "Alles, was unter einer Millisekunde liegt, ist für den Menschen quasi Echtzeit – und da wollen wir in unserer Entwicklung hin.“

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