Architekt Jürgen Mayer H.

„Künftig kauft man Mobilität wie einen Handy“

Audi e-tron Computerspiel Vertical Run Foto: Audi 82 Bilder

Stuttgart. Autobesitz wird überflüssig, selbst fahren auch, das Auto wird zum Arbeits- und Erlebensraum:

Das sind Zukunftsvisionen des Architekten und Städteplaners Jürgen Mayer H., Gast des auto motor und sport-Kongresses am 14. April in Stuttgart. Im Gespräch mit auto motor und sport skizziert er, wie sich die Städte weiterentwickeln und sich die Funktion des Automobils wandelt. „Durch die Digitalisierung des Verkehrs und der Stadt kann der urbane Raum wie durch einen digitalen Tsunami freigewaschen werden von vielen Hilfskonstruktionen: Ampeln, Fußgängermarkierungen – und der Blick auf die gebaute Stadt wird wieder frei“, freut sich Mayer auf die Zukunft des Jahres 2030.

Auch der Besitz eines Autos sei in 20 Jahren gar nicht mehr unbedingt notwendig. „Autobesitz ist das Erste, was überdacht werden muss. Parkende Autos sind totes Kapital. Ich stelle mir also Elektroautos vor, die wie Taxis ständig in Bewegung sind, und man steigt dann nach Belieben ein. Also ein individualisiertes Massentransportmittel. Wir schaffen dadurch Platz für die Stadt selbst und für neue Möglichkeiten, wenn Parkplätze wegfallen.“

Diese Form der Mobilität führe dazu, dass man nicht mehr selber fährt und damit Gelegenheit hat, die Stadt zu genießen. „Wenn das Auto sich einklinken kann in soziale Netzwerke wie Facebook, kann es von der Fahrmaschine zur Erfahrungsmaschine werden. Das heißt: Man kann die Stadt vom Auto aus ganz anders wahrnehmen, weil man den Blick nicht auf die Straße richten muss, sondern ihn nach oben oder auf die Seite schweifen lassen kann.“

Dabei böte das Auto der Zukunft auch faszinierende, neue Funktionen. „Ich könnte im Auto einen „Natur-Modus“ einstellen und sehe dann bei der Fahrt durch die City nur die Bäume an der Straße und die Parks. Den Rest nehme ich nicht wahr.“ Aber auch ganz andere visuelle Umgebungen seien denkbar. „Fahren Sie aber durch die Stadt, um eine neue Wohnung zu suchen, dann werden Ihnen gezielt Gebäude gezeigt, in denen gerade eine Wohnung zu haben ist – und den Preis dafür sehen Sie auch auf dem Windschutzscheiben-Display. Die Stadt wird also nach Ihren Bedürfnissen individualisiert.“
Mayer glaubt, dass man in Zukunft ähnlich wie heute schon beim Handy nur noch einen Vertrag mit einem Mobilitätsanbieter abschließt und damit das Recht hat, Autos zeitweise zu nutzen. „Ihr Vertrag entscheidet darüber, ob Sie größere Autos oder schnellere Modelle bekommen, die aber teurer sind. Oder langsamere, kleinere, die jedoch nicht so viel kosten.“

Selbst fahren werde man in Zukunft nur noch außerhalb der Innenstädte. „Wir stellen uns das vor wie die jetzige Regelung mit den Umweltplaketten. In den inneren Teil der Stadt darf ich nur hinein, wenn mein Auto voll assistenzfähig ist. Wenn es das nicht ist, müssen Sie Ihr Auto draußen stehen lassen und mit der Stadtbahn reinfahren“, glaubt Mayer. „Außerhalb der Stadt und in den äußeren Bezirken dürfen Sie also selbst ans Steuer.“

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