Skoda Superb 2.0 TSI 4x4, Volvo S90 T5 Front Achim Hartmann

Diese Farben wollen Autokäufer

Und das kosten sie

Die deutschen Neuwagenkäufer wagen bei der Lackierung ihres Neuwagens keine Experimente. Die beliebteste Lackfarbe ist Silber/Grau, gefolgt von Schwarz und Weiß. Hersteller bieten meist nur eine schmale Auswahl an, kassieren kräftig auch für dezente Töne.

Die Autofarbe Weiß erfuhr seit 2003 eine kontinuierliche und große Steigerung. So stieg der Anteil der Farbe Weiß bei den Neuzulassungen in 15 Jahren von 2,4 Prozent auf 20,9 Prozent gestiegen so, so der Verband der Automobilindustrie (VDA), der auf Basis aktueller Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) alle Pkw-Neuzulassungen in Deutschland bis November 2018 auswertete. Laut VDA werden rund drei Viertel der Neuwagen in Grau/Silber, Schwarz und Weiß ausgeliefert. Das ist übrigens schon seit zehn Jahren so. Auch nicht neu ist die Aufpreispolitik der Hersteller: Häufig gibt es aufpreisfrei nur eine Farbe. Die Mode-Suchmaschine Lyst hat die Verteilung und die Kosten der beliebtesten Autofarben ausgewertet.

Golf und Mini: ohne Aufpreis nur in Grau

VW Golf 7 Uranograu (2019)
VW
Grau und aufpreisfrei: Golf in Standard-Lackierung.

VW liefert den Golf aufpreisfrei nur in einer Farbe aus: Uranograu. Uni-Farben wie Candy Weiß und Tornadorot kosten je 230 Euro Aufpreis. Mini verlangt für andere Farben außer Grau mindestens 500 Euro. Im Modebereich ist Grau aktuell weniger gefragt, die Suchanfragen nach grauer Kleidung gingen laut Lyst in der Saison 2018/19 um 15 Prozent zurück. Skoda lackiert den Octavia ohne Zuzahlung in Blau. Für andere Farben verlangt die VW-Konzernmarke zwischen 230 und 850 Euro. Bei Mode liegt die Farbe Weiß im Trend: 30 Prozent Plus verzeichnete die Mode-Suchmaschine für diese Farbe. Wer diese Farbe auf dem Auto haben möchte, kommt bei Audi und Mercedes günstig weg: Ibisweiß (A4) und Polarweiß (C-Klasse) kosten nichts extra. Dafür langt Mercedes richtig zu, wenn es Rot sein soll: Das tiefgründig schimmernde Hyazinthrot Metallic kostet als Designo-Farbton satte 1.356,60 Euro Aufpreis.

Der Einfluss der Farbe auf den Restwert

Mercedes C 300 Coupé, Frontansicht
Hans-Dieter Seufert
Mal was wagen: Mercedes C-Klasse Coupé in Hyazinthrot

Die Investition in einen Metallic-Lack kann sich übrigens auf dem Gebrauchtmarkt auszahlen. Die Restwert-Experten von DAT können den Einfluss einer Lackfarbe auf den Restwert zwar nicht in Prozent beziffern, doch einen generellen Rat geben: „Der Einfluss einer Farbe ist je nach Modell und Segment sehr unterschiedlich. Je größer das Fahrzeug desto “seriöser„ und Mainstream sollte eine Farbe sein. Am besten in Metallic. Kleinere, sportliche oder exotische Fahrzeuge können ruhig von diesem Schema abweichen.“ Je gängiger die Farbe sei, desto leichter ließe sich ein guter Preis erzielen. Doch auch exotische Farben finden immer einen Käufer: „Man muss ihn nur finden. Dann ist er auch bereit einen bestimmten Preis dafür zu bezahlen.“ Für die Restwert-Profis von Schwacke ist „die Farbe ein vergleichsweise geringer Einflussfaktor.“ Maßgeblicher seien Modell, Laufleistung, Alter und Ausstattung. Analysen ergaben „eine relativ deutlich sichtbare Standzeitverlängerung für rote Fahrzeuge. Weiße Fahrzeuge stehen in der Regel leicht länger auf den Höfen,“ erklärt Schwacke. Die Auswirkungen seien jedoch marginal.

Grau liegt auf Platz 1

Nach wie vor auf Platz 1 befindet sich Grau/Silber. Doch die Spitzenreiterfarbe verblasste gegenüber 2007 um 39,5 Prozent auf aktuell 29,5 Prozent. Nach Angaben des VDA soll in der Farbpsychologie Grau für Sachlichkeit, Eleganz und Seriosität sowie Professionalität stehen.

Polsterfarben, Porsche 928

Auf Platz 2 konnte sich die Farbe Schwarz behaupten, allerdings ist auch hier ein Rückgang beim Anteil an allen Pkw-Neuzulassungen von 25,6 Prozent (2017) auf 24,7 Prozent (Januar bis November 2018) zu verzeichnen. Gegenüber dem Jahr 2004 – damals wählte fast jeder zweite Neuwagenkäufer (46,4 Prozent) die Farbe Schwarz – hat sich der Anteil nahezu halbiert. Nach Ansicht der Farbpsychologen repräsentiert die Farbe Schwarz Würde, Seriosität und Ansehen und hat einen besonders klassischen Charakter.

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Audi A4 Avant Gletscherweiss (2020)
Weiß, damit liege ich voll im Trend
Audi A4 Avant Tangorot (2020)
Rot, Gelb oder Orange, damit setze ich einen Akzent
Audi A4 Avant Navarrablau (2020)
Blau, das wirkt sympathisch

Bunte Farben konnten etwas zulegen

Bestseller zum Bestpreis, Skoda Octavia
Rossen Gargolov
Der Anteil von Blau steigt leicht an.

Und wie sieht es bei den echten Farben aus? Leicht zulegen konnte seit Anfang des Jahrzehnts die Farbe Blau, sie lag 2018 bei 10,5 Prozent. Der Anteil blauer Neuwagen wächst damit weiter. Allerdings lag die Farbe 1998 bei 24,9 Prozent (1998, damals Platz 1), danach ist der Anteil zunächst kontinuierlich gefallen. Nun scheint Blau wieder beleibter zu werden. Blau wird mit Sympathie, Harmonie und Freundlichkeit assoziiert, sie gilt auch als Farbe der Ferne und Weite. Auf Rang 5 folgt die Farbe Rot mit 7,2 Prozent (2017: 6,7 Prozent) – auch hier ist ein Wachstum festzustellen.

Die weiteren Farben spielen bei Neuwagenkäufern kaum eine Rolle: Braun kommt auf 2 Prozent. Anfang des Jahrzehnts lag die Farbe mit bis zu 7 Prozent kurz im Trend. Gelb, Orange und Grün Gelb kamen 2018 jeweils auf ein Prozent.

Das kosten Autofarben

VW Golf 7 Uranograu (2019)
VW Golf 7 Uranograu (2019) VW Golf 7 Pure White (2019) VW Golf 7 Tornadorot (2019) VW Golf 7 Deep Black Perleffekt (2019) 25 Bilder

Fazit

Grau/Silber, Schwarz und Weiß liegen in der Gunst der Autokäufer weit vorn: Dreiviertel der Neuwagen sind so lackiert. Doch Blau und Rot legen leicht zu, die Autowelt wird langsam bunter. Wer eine mutige Farbe kauft, wird sein Auto auch wieder los – er muss nur unter Umständen länger nach einem Käufer suchen, der genau diese Farbe haben möchte.

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