Beschleunigungsrennen

BGH verschärft Urteil

Foto: Archiv

Nach einer halsbrecherischen Wettfahrt mit tödlichem Ausgang müssen die beiden Fahrer, die sich 2007 mit ihren getunten Autos auf einer Bundesstraße am Bodensee ein Rennen geliefert hatten, mit einer Gefängnisstrafe rechnen.

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) haben sich die beiden Männer, die sich im März 2007 mit einem getunten Golf und einem Porsche Carrera ein Rennen lieferten, auch wegen fahrlässiger Tötung strafbar gemacht. Bei einem Unfall auf der Fahrt war einer der Beifahrer ums Leben gekommen. Das Karlsruher Gericht verschärfte mit seiner Entscheidung vom Donnerstag (20.11.) den Schuldspruch des Landgerichts Konstanz, das nur auf vorsätzliche Gefährdung im Straßenverkehr erkannt hatte.

Das Landgericht, das gegen die Fahrer anderthalb Jahre auf Bewährung verhängt hatte, muss nun erneut über die Höhe der Strafe entscheiden. Ob die Täter ein weiteres Mal mit Bewährung davonkommen, ist nach dem BGH-Urteil äußerst fraglich. Damit solche Strafen auf mögliche Nachahmer abschreckend wirken, sollte die Haft hier nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden, mahnte die BGH-Senatsvorsitzende Ingeborg Tepperwien bei der Urteilsverkündung. "Der Senat sieht mit Besorgnis, dass diese Mutproben zunehmen." Deshalb dürften solche Aktionen nicht hingenommen werden - schon gar nicht, wenn auch Unbeteiligte gefährdet würden. (Az: $ StR 328/08 vom 20. November 2008)

Bei dem abgesprochenen "Beschleunigungsrennen" - das die beiden Beifahrer auf Video festhielten - rasten die beiden Autos mit mehr als 200 km/h auf einer zweispurigen Straße nebeneinander her, teilweise im Abstand von nur 30 Zentimetern. Beim Versuch, gleichzeitig einen deutlich langsamer fahrenden Opel Astra zu überholen, geriet ein Wagen auf den Grünstreifen, kam ins Schleudern und überschlug sich. Fahrer und Beifahrer - beide waren nicht angeschnallt - wurden aus dem Auto geschleudert; der Beifahrer erlag seinen Verletzungen.

In dem Revisionsprozess ging es um die Frage, ob eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung deshalb ausscheidet, weil sich der Beifahrer freiwillig dem Risiko eines Unfalls ausgesetzt hatte. Laut BGH hat der Beifahrer zwar das Risiko in Kauf genommen, das ein solches Rennen mit sich bringt. Allerdings ist laut BGH eine Einwilligung in eine "konkrete Todesgefahr" rechtlich nicht möglich. Allein der Fahrer habe die Möglichkeit, die Aktion abzubrechen. Damit sei er auch strafrechtlich verantwortlich. Der BGH gab damit der Revision der Staatsanwaltschaft und der Mutter des Getöteten statt.

Der zweite Beifahrer war wegen Beihilfe zu acht Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Seine Strafe ist rechtskräftig.

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