Brückeneinsturz Italien Twitter Giovanni Toti

Brückeneinsturz in Italien

Unglück auf der A6 Turin-Savona in Ligurien

Ein erneuter Einsturz auf der italienischen Autobahn lässt das Misstrauen in die zuständigen Behörden wachsen. Nach dem Unglück in Genua 2018 stürzte nun eine Brücke der A6 Turin-Savona ein.

Nach dem Brückeneinsturz der Morandi Brücke in Genua im August 2018 kam es in Italien am 24. November 2019 erneut zu einem ähnlichen Unglück. Ein 30 Meter langes Stück der A6 Turin-Savona, auf Höhe der Gemeinde Altare, brach zu Boden. Die Einsturzstelle befindet sich unweit der Abzweigung der A6 von der Küstenautobahn A10. Wie der Präsident der Region Ligurien Giovanni Toti auf Twitter bekanntgab, sollen keine Menschen verletzt worden sein. Glück im Unglück, dennoch wächst das Misstrauen gegen die Bauindustrie Italiens.

Die Brücke der A6 Turin-Savona soll nach bisherigen Kenntnissen aufgrund eines Erdrutsches eingestürzt sein. Die Fahrbahn rutschte vom Viadukt ab und stürzte in einen Hang. Der Streckenabschnitt ist unbefahrbar und auch die baulich getrennte Gegenrichtung wurde aus Sicherheitsgründen und aus Angst vor weiteren Einstürzen gesperrt. Schwere Unwetter sorgen schon seit Tagen für Probleme in Norditalien. Viele Gebiete sind durch Erdrutsche abgeschnitten und Bewohner sind gezwungen ihre Häuser zu verlassen.

Brücke schon länger im Visier

Das Autobahnviadukt der A6 Turin-Savona wurde bereits vor zwei Jahren von dem Ligurischen Regionalrat Andrea Melis ob seiner Bausubstanz kritisiert. Die Betreiber der Autobahn Highway dei Fiori sprachen damals von ausreichenden Strecken- und Bewegungssensoren, die nie eine Gefahr gemeldet hatten.

Ob die Brücke Mängel aufwies und der Absturz vermeidbar gewesen wäre, wird aktuell ermittelt. Giovanni Toti zeigt sich bestürzt und fordert auf Twitter einen „außergewöhnlichen Wartungsplan“ der Viadukte. Verkehrspolizei und die Feuerwehr Savonas ermitteln nun den Instandhaltungsstatus der Autobahnbrücke.

Schon der zweite Einsturz in kurzer Zeit

Es ist nicht der erste Zusammenbruch einer Brücke in Italien. Erst 2018 kam es zu einem Unglück, das nicht so glimpflich endete, wie dieses. Der Brückeneinsturz der Morandi-Brücke in Genua forderte 43 Menschenleben. Nun steigt das Misstrauen in die Bauindustrie. Doch die Suche nach Verantwortlichen gestaltet sich schwierig: Die Brücken sollen weitgehend nicht mehr vom Staat gebaut werden, sondern schon seit Jahren von verschiedenen Privatfirmen.

Der Absturz der Morandi-Brücke 2018 hatte rechtliche Schritte gegen die Betreiber Autostrade per l´Italia zur Folge. Die italienische Regierung drohte, ihnen die Lizenz für die Straße zu entziehen und eine Geldstrafe von bis zu 400 Millionen Euro zu verhängen. Laut Tagesspiegel war Autostrade l´Italia 2018 für 3.020 Kilometer Autobahn und 1.866 Brücken und Viadukte zuständig. Welche rechtlichen Konsequenzen der Autobahneinsturz der A6 in Ligurien haben wird, ist noch unklar.

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