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Finanzprobleme bei Byton

E-Auto-Startup stoppt die Produktion

Die Corona-Krise führt beim jungen Elektroautobauer zu Engpässen. Dabei sollte in Kürze die Serienfertigung des ersten Modells M-Byte starten. Weil zugesagte Investorengelder ausbleiben, zieht Byton vorerst die Reißleine.

Eigentlich schien es so, als laufe bei Byton alles nach Plan. Immer wieder sammelte das Elektroauto-Startup Geld von Investoren ein, legte einen erfolgreichen Auftritt auf der IAA 2019 hin und startete im Februar 2020 am Standort in Nanjing die Vorserien-Produktion seines ersten Modells M-Byte. Für Ende 2020 war der Start der richtigen Serienfertigung (das Werk ist inzwischen fertig aufgebaut) geplant, Anfang 2021 sollte der Export des Elektro-SUVs in die USA und nach Europa starten. Doch sind diese Pläne angesichts der aktuellen Schwierigkeiten der Firma noch zu halten? Oder droht gar der Untergang?

Produktionsstopp, Entlassungen und Finanzlücken

Im Zuge der Corona-Krise ist Byton in arge finanzielle Probleme geraten, weshalb die Chinesen zum 1. Juli 2020 ihre Produktion stoppen. "Die neue Corona-Pandemie hat die Finanzierung und den Produktionsbetrieb von Byton vor große Herausforderungen gestellt", erklärte das Unternehmen nun laut "Wirtschaftswoche" und "Handelsblatt". Man habe sich nach Abstimmung mit den Aktionären entschlossen, einen Plan zur Senkung der Personalkosten und zur strategischen Neuorganisation auf den Weg zu bringen. Andere Medien berichten gar, dass Byton seine Aktivitäten für ein halbes Jahr komplett einstellt.

Fahrbericht Byton M-Byte
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Noch am Dienstagvormittag (30.06.2020) sprach ein Sprecher lediglich davon, dass "die Teams gerade reduziert" werden. Medienberichten zufolge wurden zuvor in der US-Dependance die meisten der 450 Mitarbeiter entlassen. Für die Münchner Filiale, in der etwa 70 Mitarbeiter beschäftigt sind, gilt Kurzarbeit; auch hier können laut ARD Entlassungen nicht ausgeschlossen werden. Das Büro in Shanghai wurde kurzfristig geschlossen, Mitarbeiter am Standort Nanjing sollen monatelang nicht bezahlt worden sein. Auch Zulieferer sollen auf Geld warten.

Wird Byton von FAW übernommen?

Byton selbst geht es anscheinend auch so. Die Covid-19-Krise "kam zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt" und habe dazu geführt, "dass die geplante Finanzierungsrunde nicht abgeschlossen werden konnte und bereits zugesagte Investitionen nicht erfolgt sind". Dabei soll es sich vor allem um Geld aus den USA und Japan handeln. Als Startup, das noch keine Umsätze generiere, sei Byton jedoch von diesen Investitionen abhängig. "Als junges Unternehmen, das kurz vor dem Start der Serienproduktion steht, hat uns diese Entwicklung an einem empfindlichen Punkt getroffen." Mit den beschriebenen Maßnahmen steuert das Unternehmen gegen. Zudem verzichte das Top-Management auf einen Großteil seiner Bezüge, so der Sprecher.

Byton M-Byte IAA  2019
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Zum Plan der strategischen Neuorganisation gehöre auch "die intensive Ansprache von interessierten Investoren". Gleichzeitig dürfte es für Byton auch darum gehen, die Eigenständigkeit zu wahren. Ein wahrscheinliches Szenario ist Experten zufolge die Übernahme durch den staatlichen Konzern FAW. Der drittgrößte chinesische Autohersteller hatte sich im Mai 2019 mit 100 Millionen Dollar am Startup beteiligt und gehörte bereits bei einer früheren Finanzierungsrunde zu den Hauptinvestoren. Laut ARD sei es eine wahrscheinliche Option, dass FAW die Technologie und die Autos von Byton aufkauft und übernimmt.

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Fazit

Das Beispiel Byton zeigt exemplarisch, welche extremen Auswirkungen die Corona-Krise auf die Wirtschaft hat. Das Startup wirkte gesund, das erste Modell M-Byte sammelte viel Lob ein und stand kurz vor der Markteinführung. Doch nun scheint es schlimm um die Chinesen zu stehen – offenbar steht nicht weniger als die Zukunft des Unternehmens auf dem Spiel.

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