CO2 iStockPhoto

EU-Staaten einigen sich auf Grenzwerte

EU-Parlament billigt verschärfte CO2-Vorgaben

Auto Salon Genf 2019 Blahfasel

Jetzt steht es fast fest: Bis 2030 muss der CO2-Ausstoß von Pkw im Vergleich zum Grenzwert des Jahres 2021 um 37,5 Prozent sinken. Die Autoindustrie hält die neuen Grenzwerte für zu streng. Alle aktuellen Entwicklungen zum Thema finden Sie hier.

Der CO2-Ausstoß von in der EU verkauften Neuwagen soll von 2021 bis 2030 drastisch sinken. Nach der EU-Kommission hat nun auch das Europaparlament gebilligt, dass der Flottenausstoß 2030 um 37,5 Prozent niedriger liegen soll als 2021. Das bedeutet eine strenge Vorgabe. Zuvor hatten die EU-Umweltminister noch eine Reduktion von 35 Prozent als Ziel ausgegeben, das Parlament hatte 40 Prozent gefordert. Im selben Zeitraum soll der CO2-Ausstoß von leichten Nutzfahrzeugen um 31 Prozent singen. Als Zwischenziel wurde für beide Fahrzeugklassen eine Senkung um 15 Prozent bis 2025 vereinbart. Außerdem sieht die neue Regelung vor, dass die Autohersteller ab 2021 überwacht werden sollen, ob sie die Grenzwerte auch tatsächlich erreichen. Wer über den Grenzwerten liegt, muss empfindliche Strafzahlungen leisten. Formell müssen die Mitgliedsstaaten dem Beschluss aber noch zustimmen.

Tesla Model S, Stromzufuhr

Was bedeutet das in Zahlen?

Als Ausgangswert dient der Grenzwert für den CO2-Flottenausstoß von 2021, der dann pro Hersteller 95 Gramm pro Kilometer (g/km) betragen darf. Bedeutet: Ab 2030 darf der Flottenausstoß nur noch 59,4 g/km betragen. Leichte Nutzfahrzeuge müssen 2020 einen Grenzwert von 147 g/km erfüllen; dieser würde demnach bis 2030 auf 101,4 g/km sinken. Das Zwischenziel für 2021 würde knapp 81 g/km (Pkw) bzw. 125 g/km (leichte Nutzfahrzeuge) betragen. Zum Vergleich: Derzeit liegt der CO2-Flottenausstoß für Pkw bei 130 g/km, leichte Nutzfahrzeuge dürfen im Schnitt 175 g/km emittieren.

Welche Reaktionen gibt es auf die Einigung?

Tanken, tankstelle
Politik & Wirtschaft

Die Autoindustrie sieht sich angesichts der strengen Klimavorgaben vor riesigen Herausforderungen. Herbert Diess, der Vorstandsvorsitzende des Volkswagen-Konzerns, kündigte einen deutlich umfangreicheren Umbau als bislang geplant an. Der Konzern müsse wegen der Regelung den Anteil von Elektroautos am Gesamtabsatz bis 2030 auf über 40 Prozent erhöhen, sagte Diess vor einiger Zeit der Automobilwoche. „Das heißt, unser beschlossenes Umbauprogramm reicht noch nicht aus.“ VW sei bisher davon ausgegangen, dass der CO2-Flottenausstoß bis 2030 um 30 Prozent verringert werden sollte, darauf sei die Konzernstrategie ausgerichtet gewesen. Inzwischen hat Diess aber einen großen Schwenk vollzogen: Wie kein anderer deutscher Autohersteller setzt Volkswagen auf die Karte Elektromobilität.

Erlkönig VW Tiguan Elektro-Muletto ID SUV
Stefan Baldauf

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) kritisiert ebenfalls die Übereinkunft der EU. „Das Ergebnis setzt scharfe Ziele und schafft zu wenig Impulse für neue Technologien“, sagt VDA-Präsident Bernhard Mattes. In keinem anderen Teil der Welt gebe es vergleichbar scharfe CO2-Ziele. Damit werde die europäische Automobilindustrie im internationalen Wettbewerb stark belastet. „Diese Regulierung fordert zu viel und fördert zu wenig“, sagt Mattes. Umweltverbände kritisieren die Regelung dagegen als nicht streng genug. Die Nicht-Regierungs-Organisation Transport & Environment (T&E) begrüßt sie zwar, warnt aber dennoch, dass „die Einigung weit unter dem liegt, was nötig ist, um die EU-Klimaziele für 2030 tatsächlich zu erreichen.“

Wie sahen die Forderungen der einzelnen Staaten aus?

Diesel
Politik & Wirtschaft

Der 37,5-Prozent-Wert ist ein Kompromiss. Sowohl das EU-Parlament als auch einige Mitgliedsstaaten wie Dänemark, Frankreich, Irland, die Niederlande und Schweden hatten eine Reduktion um 40 Prozent auf 57 g/km gefordert. Die EU-Kommission, Deutschland und einige östliche EU-Länder wollten das Ziel bei 30 Prozent (66,5 g/km) belassen.

PDF
Klassikerpreise als PDF0,62 MByte

Die Bundesregierung fürchtete, dass zu ambitionierte Klimaziele Arbeitsplätze in der deutschen Autoindustrie gefährden. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) schloss sich dieser Haltung an, obwohl sie eigentlich für schärfere Grenzwerte eintritt. Der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) bezeichnet lediglich das 30-Prozent-Ziel als machbar und lehnt striktere Vorgaben ab.

Pariser Abkommen: Minus 40 Prozent CO2

Die Europäische Union hat sich in einem Übereinkommen auf der UN-Klimakonferenz in Paris Ende 2015 dazu verpflichtet, den CO2-Ausstoß in der EU bis 2030 um mindestens 40% zu reduzieren. Wieviel CO2 ein Auto ausstößt, hängt direkt vom Verbrauch ab, weil Benzin und Diesel Kohlenstoff enthalten, der beim Verbrennen freigesetzt wird. CO2 gilt als klimaschädlich, die Europäische Kommission hat sich 2002 im Kyoto-Protokoll dazu verpflichtet, die CO2-Emissionen bis 2012 gegenüber dem Vergleichsjahr 1990 um 8% zu senken.

Lieferzeiten für Elektroautos 2019

Modell Lieferzeit Bestellbarkeit
Audi e-tron 5 Monate bestellbar
Audi A3 Sportback e-tron 4 Monate nicht bestellbar
BMW 225xe iPerformance Active Tourer 3 Monate bestellbar
BMW 330e - nicht bestellbar
BMW 530e 2 Monate bestellbar
BMW 740e 2 Monate bestellbar
BMW X5 xDrive 40e - nicht bestellbar (ab Ende Q2 2019)
BMW i3 3 Monate bestellbar
BMW i8 3 Monate bestellbar
Citroën C-Zero 7 Monate bestellbar
Citroën E-Mehari 4 Monate bestellbar
Ford Mondeo Hybrid Produktion ab Januar 2019 bestellbar
Hyundai Ioniq Plulg-In-Hybrid 12 Monate bestellbar
Hyundai Ioniq Elektro 12 Monate bestellbar
Hyundai Ioniq Hybrid 4 Monate bestellbar
Hyundai Kona Elektro 12 Monate bestellbar
Kia Niro Hybrid 2 Monate bestellbar
Kia Niro Plug-In-Hybrid 5 Monate bestellbar
Kia e-Niro 12 Monate bestellbar
Kia Optima Plug-In-Hybrid 5 Monate bestellbar
Kia Optima Sportswagon Plug-In-Hybrid 5 Monate bestellbar
Kia e-Soul 12 Monate bestellbar
Mercedes EQC - nicht bestellbar (ab Q3 2019)
Mercedes E-Klasse E 300 Plug-In-Hybrid 4 Monate bestellbar
Mercedes S-Klasse S560 E Plug-In-Hybrid 3 Monate bestellbar
Mini Countryman S E 3 Monate bestellbar
Mitsubishi Outlander Plug-In-Hybrid 3 Monate bestellbar
Nissan Leaf 4 Monate bestellbar
Nissan e-NV200 Evalia 8 Monate bestellbar
Peugeot iOn 10 Monate bestellbar
Porsche Cayenne Hybrid ab Q4 2019 bestellbar
Porsche Panamera Hybrid 4 Monate bestellbar
Porsche Panamera Sport Turismo Hybrid 5 Monate bestellbar
Renault Zoe 2-3 Monate bestellbar
Smart EQ fortwo 6 Monate bestellbar
Smart EQ fortwo Cabrio 6 Monate bestellbar
Smart Eq forfour 5 Monate bestellbar
Suzuki Baleno Hybrid - nicht bestellbar
Suzuki Ignis Hybrid 5 Monate bestellbar
Suzuki Swift Hybrid 1 Monat bestellbar
Tesla Model 3 keine bestellbar
Tesla Model S keine bestellbar
Tesla Model X keine bestellbar
Toyota Auris Hybrid neues Modell ab Q1 2019 nicht bestellbar
Toyota Auris Touring Sports Hybrid neues Modell ab Q1 2019 nicht bestellbar
Toyota C-HR 3 Monate bestellbar
Toyota Prius+ 3 Monate bestellbar
Toyota Prius Hybrid 3 Monate bestellbar
Toyota Prius Plug-In-Hybrid 3 Monate bestellbar
Toyota RAV4 Hybrid 3 Monate bestellbar
Toyota Yaris Hybrid 2 Monate bestellbar
VW e-Golf 6 Monate bestellbar
VW e-Up 4 Monate bestellbar
Volvo V60 Plug-In-Hybrid - nicht bestellbar
Volvo S90 Plug-In-Hybrid T8 - nicht bestellbar
Volvo V90 Plug-In-Hybrid T8 4 Monate bestellbar
Volvo XC60 Plug-In-Hybrid T8 4 Monate bestellbar
Volvo XC90 Plug-In-Hybrid T8 4 Monate bestellbar

Dieses Ziel wurde erreicht. Bis 2020 soll der Treibhausgas-Ausstoß um 20% sinken. Dieses Ziel hatten die 28 EU-Staaten schon 2015 erreicht: Die CO2-Emissionen sanken von 1990 bis 2015 um 23,7%. In Deutschland sank der Wert um 27,9%. Das Reduktionsziel gilt laut Umweltbundesamt auch für Methan, Distickstoffoxid, Fluorkohlenwasserstoffe und Schwefelhexafkluorid. Weiter hat der Europäische Rat im Oktober 2014 beschlossen, den Treibhausgas-Ausstoß in der Europäischen Union bis 2030 um mindestens 40 % im Vergleich zu 1990 zu senken.

Wie viel trägt der Verkehr überhaupt zum CO2-Ausstoß Europas bei?

03/2019, ADAC-Test SCR-Nachrüst-Katalysatoren Abschluss März 2019
Tech & Zukunft

Laut Umweltbundesamt war 2016 der Verkehr für mehr als 18 Prozent der Treibhausgasemissionen Deutschlands verantwortlich. Innerhalb dieses Sektors dominiert klar der Straßenverkehr; er allein macht 95 Prozent der Verkehrsemissionen aus. Zahlen des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln gehen von einem Anteil der Pkw von 41 Prozent am gesamten CO2-Ausstoß des Verkehrs aus.

wischen 2000 und 2012 sank der Ausstoß des Verkehrs an Treibhausgasen, seitdem steigt er wieder: Dem Statistischen Bundesamt zufolge lag 2017 der CO2-Ausstoß des Verkehrs bei 115 Millionen Tonnen – 6,4 Prozent mehr als 2010. Der Grund: Deutlich mehr und zudem leistungsstärkere und verbrauchsintensivere Autos sowie die deutlich gestiegene Gesamtfahrleistung heben die Fortschritte bei der Motorentechnologie auf.

TestVideo
25 Sek.

Emissionsfreie Mobilität gibt es aber generell nicht. Selbst wenn ein Elektroauto mit dem Strom eines eigens dafür gebauten Windrades betrieben wird, ist schon längst CO2 bei der Produktion des Autos, der Batterie und des Windrades entstanden. Jedoch können Elektroautos tatsächlich den CO2-Ausstoß reduzieren – wenn sie nicht zu große Akkus haben, deren Produktion enorm viel Energie verschlingt. Studien gehen von Werten zwischen 110 und 200 Kilogramm CO2 pro Kilowattstunde Speicherkapazität aus.

Dachzeile: Überschrift

Suzuki Vitara S, Fahrbericht
Suzuki Vitara S, Fahrbericht Mitsubishi L200 2,4 DI-D, Ausfahrt, Gelände, Impression Nissan Leaf, Exterieur VW Polo 1.0 TSI Highline, Exterieur 29 Bilder

Das führt dazu, dass zum Beispiel die Produktion eines neuen VW e-Golf neun Tonnen CO2 freisetzt, während ein neuer Golf mit Verbrennungsmotor vier Tonnen CO2 verursacht. Jede Kilowattstunde Strom verursacht in Deutschland laut Umweltbundesamt 527 Gramm CO2. Damit kommt ein e-Golf rechnerisch in die Nähe des CO2-Ausstoßes eines sparsamen Verbrenners. Ungeachtet der Technologie hilft jedes vermiedene Gramm CO2 dem Klima. Allerdings ist der Verkehr nicht der einzige Verursacher von CO2. Auch Fliegen, Bahn fahren oder Fleisch essen führt zu einem Ausstoß von CO2 – oder des viel wirksameren Klimagases Methan.

Umfrage

507 Mal abgestimmt
Was halten Sie von den neuen CO2-Vorgaben der EU?
Überfällig. Die Hersteller müssen endlich sauberere Autos bauen.
Zu strikt. Das bringt unsere Autoindustrie in Gefahr.

Der Teilnahmeschluss war am 29.04.2019.

Technische Daten

Renault Mégane Grandtour TCe 140 Limited
Grundpreis 24.890 €
Außenmaße 4626 x 1814 x 1449 mm
Kofferraumvolumen 521 bis 1504 l
Hubraum / Motor 1333 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 103 kW / 140 PS bei 5000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 201 km/h
0-100 km/h 9,3 s
Verbrauch 5,5 l/100 km
Testverbrauch 7,5 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
Verkehr Politik & Wirtschaft Polizei, BMW X3 xDrive Wer soll sie kontrollieren – und wie? Diesel-Fahrverbote in Städten

Koalition will per Stichproben prüfen und so Datenschutz gewährleisten.

Alfa Romeo 155
Artikel 0
Tests 0
Generationen 0
Alles über Alfa Romeo 155
Mehr zum Thema CO2
Duesenfeld Recycling von Lithium-Ionen-Batterien
Alternative Antriebe
RG Nathalie
Alternative Antriebe
CO2 VW
Politik & Wirtschaft