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Porsche Impact

Ist das Ablasshandel mit CO2-Emissionen?

Mit der Initiative Porsche Impact bietet der Hersteller aus Zuffenhausen Autofahrern die Möglichkeit, die mit ihrem Auto verursachten CO2-Emissionen durch die finanzielle Unterstützung von Projekten für den Klimaschutz auszugleichen.

Die Idee ist simpel und bei vielen Airlines bereits erprobt: die Kompensation von CO2-Emissionen durch die finanzielle Unterstützung von Klimaschutzprojekten. Moderner Ablasshandel, könnte man auf den ersten Blick sagen. Porsche weitet diesen Ansatz jetzt auf Autos aus. Auf der Porsche-Website lässt sich die Menge der Emissionen anhand von jährlicher Fahrleistung und Durchschnittsverbrauch errechnen. Um das Gewissen zu bereinigen, schlägt der Rechner dann die Investition in eines von vier Projekten vor: Biodiversität, Solar, Wasser oder Waldschutz. Alle Projekte werden vom Porsche-Partner Southpole organisiert.

Hinter dem Begriff Biodiversität versteckt sich das Projekt Kariba REDD+, das sich dem Schutz von etwa 785.000 Hektar Wald und den darin lebenden Arten an der südlichen Küste des Kariba-Sees (Simbabwe) widmet. Wer sich für Solar entscheidet, dessen Investition geht an das Projekt Aura Solar I, das Photovoltaik-Strom in Mexiko produziert. Wasser bedeutet die Unterstützung des Za Hung Wasserkraftwerks in Vietnam. Fällt die Wahl auf Waldschutz, fördert man eben diesen auf der Insel Afognak an der Südküste Alaskas.

UBA: Kompensation ist keine „Lizenz zum umweltschädlichen Handeln“

Stefanie Böther vom Umweltbundesamt (UBA) steht diesem Konzept grundsätzlich positiv gegenüber und glaubt, dass Kompensationszahlungen „langfristig mit einem Bewusstseinswandel einhergehen können.“ Sie fordert in diesem Zusammenhang aber auch, dass ein finanzieller CO2-Ausgleich „nicht als Lizenz zum umweltschädlichen Handeln“ verstanden werden darf. Für das UBA sollte nachhaltiges unternehmerisches Handeln zu allererst die Vermeidung von Emissionen anstreben. Die Co-Benefits der bei der Kompensation unterstützten Projekte – beispielsweise neue Arbeitsplätze oder Infrastrukturaufbau in den geförderten Regionen – sollten bei der Projektauswahl zusätzlich berücksichtigt werden.

Wie Porsche Pressesprecher Jörg Walz betont, entspricht das Porsche Nachhaltigkeitskonzept auch bereits diesen Forderungen. Bei den Bemühungen steht für Porsche die Vermeidung aller werksseitigen Emissionen im Vordergrund und die für die Kompensation unterstützten Projekte werden sorgfältig ausgewählt.

Wasser ist günstiger als Wald

Die Höhe der Kompensation hängt nämlich nicht nur vom CO2-Ausstoß, sondern auch vom geförderten Projekt ab. Wenn zum Beispiel die jährliche Fahrleistung mit dem neuen Porsche Cayenne Turbo (Durchschnittsverbrauch laut Hersteller 11,4 Liter auf 100 Kilometern) etwa 15.000 Kilometer beträgt, werden dabei 3,97 Tonnen CO2 erzeugt. Die können mit einer Kompensationszahlung von minimal 43,67 Euro in das Projekt Wasser oder maximal 99,25 Euro in das Projekt Waldschutz ausgeglichen werden. Dass die Preise dabei so stark variieren, liegt laut Porsche am unterschiedlichen Aufwand der einzelnen Projekte zur Kompensation der Emissionsmenge.

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Cayenne fahren ohne schlechtes Gewissen? Soll mit Porsche Impact funktionieren.

Ein Panamera E-Hybrid (Durchschnittsverbrauch laut Hersteller 3,3 Liter auf 100 Kilometern) ist nach der Berechnung von Porsche Impact bei gleicher Kilometerzahl übrigens schon ab 12,65 Euro im Jahr kompensierbar.

Alle Autofahrer können ausgleichen

Der Stuttgarter Hersteller selbst hat den eigenen Fuhrpark von etwa 6.100 Fahrzeugen – darunter auch alle Rennfahrzeuge – in die Initiative integriert. Um die CO2-Emissionen des eigenen Autos über Porsche Impact auszugleichen, müssen sie aber nicht unbedingt von einem Porsche verursacht worden sein. Für die Kompensation über die Website des Herstellers ist keine Angabe des Fahrzeugmodells notwendig. Jeder Autofahrer kann sein CO2-Gewissen bei Porsche bereinigen.

Fazit

Die CO2-Kompensation im Rahmen von Porsche Impact mag ein bisschen an den Ablasshandel erinnern, ist aber grundsätzlich eine gute Idee. Sie schafft ein Bewusstsein für die selbst verursachten CO2-Emissionen, indem sie ihnen einen Preis gibt.

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