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Das ändert sich 2020 für Autofahrer

Fahrverbote, TÜV, Bußgelder

Mit dem neuen Jahr treten neue Regeln und Vorschriften für Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer in Kraft. Hier eine ständig aktualisierte Übersicht zu TÜV, Fahrverboten, Bußgeldern und Kfz-Versicherung.

Emissionen:

Ab 1.1.2020 müssen Neuwagen nach der europäischen CO2-Gesetzgebung an Bord den realen Verbrauch ermitteln. Diese OBFCM-Geräte (On-Board Fuel Consumption Meter) sind für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge vorgeschrieben.

Ab 1.1.2020 gilt eine verschärfte Schadstoff-Emissionsmessung für den Betrieb auf der Straße. Alle neu typgenehmigten Modelle dürfen im RDE-(Real Driving Emissions)-Test höchstens das 1,5-fache des Laborgrenzwertes bei Sickoxiden (NOx) erreichen.. Das entspricht maximal 120 Mikrogramm pro Kilometer. Ab 1.1.2021 gilt dies dann für alle neuzugelassenen Modelle in der EU.

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BMW-Alpina D5 S Touring Allrad, Exterieur Alpina D5 S - Diesel - TriTurbo - Kombi Alpina B7 Biturbo 2019 Alpina XD3 49 Bilder

Führerschein:

Die Automatik-Regelung bei Fahrprüfungen entfällt voraussichtlich ab Sommer 2020. Bisher durften Fahrschüler, die ihre Prüfung auf einem Fahrzeug mit Automatikgetriebe absolviert haben, lediglich Automatik-Modelle bewegen. Im Führerschein wurde dies entsprechend vermerkt. Zum Stichtag wird die Regel aufgehoben. Der Prüfling muss jedoch 10 Stunden à 45 Minuten auf einem Fahrzeug mit Schaltgetriebe nachweisen und einen 15 minütigen Praxis-Test in der Fahrschule absolvieren. Mehr dazu >>> hier.

Die Bundesländer dürfen das Mindestalter für die Klasse AM (Moped-Führerschein) von 16 auf 15 Jahren herabsetzen.

Fahrverbote:

In mehreren Städten sind bereits Fahrverbote für Diesel-Pkw ausgesprochen und umgesetzt worden. Es dürften 2020 weitere Städte folgen. Wir halten Sie hier auf dem Laufenden.

Hauptuntersuchung:

Wer eine blaue „TÜV“-Plakette auf dem Kennzeichen hat, muss in diesem Jahr zur Hauptuntersuchung nach § 29 der StVZO. Nach erfolgreicher Prüfung gibt es eine braune Plakette, das Fahrzeug muss dann 2022 wieder vorgeführt werden. Für Neufahrzeuge (Pkw und Wohnmobile bis 3,5 Tonnen) gilt eine Drei-Jahres-Frist.

TÜV: Die originellsten Ausreden

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Geschenk Auto Weihnachten Frau am Steuer eines Mercedes 300 CE Zeiss Cabriotour Ferrari 308 GTS 49 Bilder

Lkw:

Ab dem 1. Juli 2020 müssen Lastkraftwagen bestehend aus einem Zugfahrzeug mit Anhänger mit einen Abbiegeassistenten sowie Seitenspiegel-Blinker ausgestattet sein. Ab 1. Juli 2022 gilt diese Regelung auch für Bestandsfahrzeuge.

Reise:

Die Vignetten für Österreich steigen um die gesetzlich vorgeschriebene Inflationsanpassung von durchschnittlich 2,1 Prozent. So kosten die Pkw-Jahresvignette 91,10 Euro, die Zwei-Monats-Vignette kostet 27,40 Euro und das Zehn-Tages-Pickerl kostet 9,40 Euro. Motorradfahrer bezahlen 36,20 Euro, 13,70 Euro und 5,40 Euro. Zum 1. Januar 2020 gibt es auch eine eigene Mautkategorie für Lkw mit reinem Elektro- oder Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb mit ermäßigten Tarifen.

Autofahrer, die eine Jahresvignette für die Schweiz brauchen, müssen jetzt 38 Euro (+1,50 Euro) bezahlen. Die Preiserhöhung kommt durch den Wechselkurs zustande. Die Vignette kostet in der Schweiz nach wie vor 40 Franken

Seit dem 7. November 2019 dürfen in Italien nur noch Kindersitze für Kinder bis zu einem Alter von vier Jahren verwendet werden, die über eine Alarmfunktion verfügen. Dieses Signal soll verhindern, dass Kinder im Auto vergessen werden. Das Bußgeld beträgt zwischen 81 und 326 Euro und wird mit 5 Punkten bestraft. Bei Zuwiderhandlung drohen 15 Tage Fahrverbot. Die Regelung gilt nur für Fahrzeuge mit italienischer Zulassung und für Fahrer mit Wohnsitz in Italien. Auch Mietwagen sind betroffen.

Steuer:

Dienstwagenfahrer müssen die privat gefahrenen Strecken nur noch pauschal mit 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises versteuern, wenn sie ein Elektroauto fahren. Das Fahrzeug darf dabei nicht teurer als 40.000 Euro sein. Plugin-Hybride werden mit 0,5 Prozent versteuert. Hier muss das Fahrzeug mindestens 40 Kilometer rein elektrisch fahren können.

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Von 2020 bis Ende 2030 gibt es für Elektro-Lieferfahrzeuge der Klassen N1 und N2 mit einem maximalen Gewicht von 7,5 Tonnen eine Sonderabschreibungsmöglichkeit. Die Abschreibung nach § 7c EstG ist einmalig im Anschaffungsjahr und beträgt 50 Prozent der Anschaffungskosten. Sie kann neben der regulären Abschreibung beantragt werden.

Unternehmen, die umweltfreundliche Fahrzeuge mieten oder leasen werden steuerlich besser gestellt. Wie der Autoclub ACE hinweist, gilt dies für Elektrofahrzeuge und extern aufladbare Hybridelektrofahrzeuge (die bestimmte Schadstoffausstoß- oder Reichweitenkriterien erfüllen) sowie für angemietete Fahrräder, die keine Kraftfahrzeuge sind. Bis 2030 wird der bisherige Umfang der Hinzurechnung bei der Gewerbesteuer halbiert.

Dienstfahrräder, die auch für den privaten Gebrauch gratis zur Verfügung gestellt werden, sind steuerfrei. Auch Firmeninhaber brauchen die private Nutzung nicht versteuern.

Das kostenfreie Aufladen des Elektro- oder Hybridelektrofahrzeugs im Betrieb des Arbeitgebers ist laut ACE steuerfrei. Ebenso können betriebliche Ladevorrichtungen an Beschäftigte überlassen werden, ohne dass dieser Vorteil versteuert werden muss. Übereignet der Arbeitgeber Ladevorrichtungen für die Nutzung außerhalb des Betriebes oder leistet Zuschüsse für den Erwerb und Nutzung von Ladevorrichtungen, kann dieser geldwerte Vorteil pauschal mit 25 % versteuert werden. Beide Maßnahmen sind bisher bis Ende 2020 befristetet und sollen um zehn Jahre verlängert (bis zum 31. Dezember 2030).

Versicherung:

Bei den Regionalklassen ändert sich 2020 für Kfz-Haftpflichtversicherte einiges. 5,1 Millionen Versicherte werden besser gestellt, für 4,2 Millionen werden die Tarife teurer. Die Ermittlung der Klassen erfolgt nach der Beobachtung der Schadensentwicklung in der Region über einen Zeitraum von fünf Jahren. Für die meisten der 36 Millionen Voll- und Teilkaskoversicherten ändert sich durch die Regionalklassen-Anpassung nichts: 2,8 Millionen wandern in eine niedrigere, 2,8 Millionen in eine höhere Regionalklasse.

Noch in der Planung für 2020

Zum Schutz von Radfahrern muss ein Mindestabstand beim Überholen innerorts von 1,5 Metern, außerorts von zwei Metern eingehalten werden. Bisher war lediglich ein „ausreichender“ Abstand vorgeschrieben. Kfz über 3,5 Tonnen dürfen innerorts beim Rechtsabbiegen nur noch Schritttempo (max. 11 km/h) fahren. Hier ist ein Bußgeld von 70 Euro vorgesehen. An engen oder gefährlichen Stellen verbietet künftig ein neues Schild, dass Pkw und Lkw einspurige Fahrzeuge überholen. Vor Kreuzungen und Einmündungen gilt künftig ein Parkverbot von bis zu acht Metern, wenn es einen Radweg gibt. In Fahrrad-Zonen gilt fortan Tempo 30, der Radverkehr darf nicht gefährdet oder behindert werden.

STVO-Novelle: Das sind die neuen Schilder

Verkehrszeichen Carsharing
Verkehrszeichen Carsharing Verkehrszeichen Carsharing Plakette Verkehrszeichen Busspur Fahrgemeinschaft Verkehrszeichen Grüner Pfeil Radfahrer 11 Bilder

Ein grüner Pfeil mit Zusatzschild an Ampeln erlaubt das Rechtsabbiegen von Radfahrern bei roter Ampelschaltung. Zuvor muss der Radler anhalten und darf beim Abbiegevorgang niemanden gefährden. Das nebeneinander Radfahren soll erlaubt werden, mit der Einschränkung, niemanden zu behindern.

Wenn durch unzulässiges Halten in zweiter Reihe ein Radfahrer gefährdet wird:

  • 1 Punkt und 80 Euro (vorher: 20 Euro)
  • Wenn ein Radfahrer durch das Parken auf dem Radweg behindert wird:
    1 Punkt und 70 Euro (vorher: 30 Euro)
  • Wenn das Halten eines Fahrzeugs auf dem Schutzstreifen für den Radfahrer zu einem Unfall führt:
    1 Punkt und 100 Euro (vorher: 35 Euro)

Die unerlaubte Nutzung einer Rettungsgasse sowie Nichtbilden einer Rettungsgasse kostet 200 bis 300 Euro, 1 Monat Fahrverbot, 2 Punkte. Zuvor war kein Fahrverbot möglich.

In Zukunft können Fahrzeug, die mit mindestens drei Personen besetzt sind die Fahrstreifen für Busse in den Städten nutzen. Die Freigabe erfolgt über ein neues Zusatzschild.

Zum Schutz vor dem Passivrauchen steht eine Änderung des Bundesnichtrauchergesetzes an. Entsprechend ist das Rauchen im geschlossenen Fahrzeug verboten, wenn Kinder und Schwangere an Bord sind. Das Bußgeld soll 500 bis 3.000 Euro betragen.

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