eGo Life 60, Exterieur Paul Schüll
E.Go Life Fahrbericht
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Elektro-Kleinstwagen wird teurer

E.Go hebt die Preise des Life an

Alle Modellvarianten des kleinen Elektroautos werden mindestens 2.000 Euro teurer. Der Hersteller begründet das mit Zuliefer-Problemen und der höheren E-Auto-Prämie.

Der E.Go Life wird empfindlich teurer, im Schnitt um fast 14 Prozent. Ab Januar 2020 kostet die Einstiegsversion mit 14,5-Kilowattstunden-Batterie 17.900 statt 15.900 Euro. Der stärker nachgefragte e.GO Life 40 wird für 20.600 statt 17.400 Euro angeboten und ab März 2020 ausgeliefert. Er erhält im Zuge dessen vorerst die größere 23,5-Kilowattstunden-Batterie, die eigentlich dem 60er-Topmodell vorbehalten ist. Dieses zeichnet sich weiterhin durch die besten Fahrleistungen des Trios aus, steigt aber im Preis von 19.900 auf 21.900 Euro.

E.Go nennt zwei Gründe für die Preiserhöhungen. Einerseits hätten sich die Zulassungen mehrerer Zulieferkomponenten für den Straßenverkehr verzögert, was den Entwicklungs- und Materialaufwand erheblich erhöht habe. „Darüber hinaus wird nun zusätzlich auch die Umweltprämie mit einem Eigenanteil der Hersteller verlängert und erhöht“, sagt Firmengründer Günther Schuh. „Daher bleibt uns nichts anderes übrig, als unsere Preise entsprechend anzupassen.“

6.000 statt 4.000 Euro E-Auto-Prämie

Bei ihrem letzten Autogipfel hat die Bundesregierung in der Tat neue Förderprämien beim Kauf eines Elektroautos beschlossen. Für Modelle mit reinem Stromantrieb, die weniger als 40.000 Euro kosten, gibt es künftig einen Zuschuss von 6.000 statt 4.000 Euro, der jeweils zur Hälfte von Autohersteller und Staat getragen wird.

Günther Schuh, Gründer und CEO e.GO
Günther Schuh, Professor und mehrfacher Firmengründer, gilt als Produktionsexperte.

Dass Günther Schuh sehr unglücklich über diesen Beschluss ist, teilte er bereits kurz nach Bekanntgabe der Neuerung mit. „Diese Regelung kann für uns existenzgefährdend werden“, sagte der E.Go-Vorstandschef und Professor an der RWTH Aachen. Der E.Go Life sei so knapp kalkuliert, dass dem Hersteller kaum Spielraum für derartige Kaufprämien bleibe, die von Herstellerseite nichts anderes als Rabatte sind. Durch die nun nötigen Preiserhöhungen würde das beste Argument für den Aachener Elektro-Kleinwagen, der günstige Preis, ein Stück weit aufgeweicht.

Schuh beklagt Wettbewerbsnachteil

Günther Schuh sieht in diesem Punkt einen Wettbewerbsnachteil gegenüber den traditionellen Autoherstellern, die sowohl Verbrenner- als auch Elektroautos anbieten. „Wir können das Geld nicht vom Verkauf von Verbrenner-Autos nehmen, wie das bei den großen Herstellern der Fall ist.“ Er forderte zuvor deshalb eine Neuregelung der Kaufprämie: Bei Modellen von reinen Elektroauto-Herstellern solle der Staat die komplette Förderung übernehmen. „Es würde die Bundesregierung nicht viel kosten, wenn sie den Eigenanteil bei uns aussetzen würde“, sagte Schuh. Das wiederum würde E.Gos Aussichten, auf dem Markt zu überleben, deutlich erhöhen.

Wer bereits einen E.Go Life bestellt hat, ist nicht von der Preiserhöhung betroffen. Bisher liegen nach Firmenangaben 400 feste und 3.100 Vorbestellungen für den Elektro-Kleinstwagen vor. Bis Jahresende will die E.Go Mobile AG noch Vorbestellungen entgegennehmen und 600 Fahrzeuge an Kunden ausliefern.

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Fazit

Noch bevor der E.Go Life richtig am Markt angekommen ist, schmilzt dessen Preisvorteil bereits dahin. Die genannten, von dem Start-up nicht heraufbeschworenen Gründe sind natürlich nachvollziehbar. Ob sie die gesamte Wahrheit darstellen oder der elektrische Kleinstwagen nicht doch von vornherein zu knapp kalkuliert war, ist freilich ebenfalls denkbar.

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