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Elektroauto-Booms in China im freien Fall

Größter E-Auto-Markt bricht ein

Über Milliarden-Subventionen steuert die chinesische Regierung den heimischen Automobil-Markt. Für Elektroautos wird das jetzt ein spürbares Problem, besonders für die billigen.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind die Verkaufszahlen von Elektroautos in China um mehr als 33 Prozent zurückgegangen. 63.000 rein elektrische Fahrzeuge waren es im September 2019 – ein historischer Tiefpunkt, den die China Association of Automobile Manufacturers da vermeldet. Dabei sahen die Zahlen zu Anfang des Jahres noch deutlich rosiger aus, denn im ersten Quartal 2019 war die Zahl der BEV-Zulassungen um satte 106,5 Prozent gestiegen, während der Automobilmarkt insgesamt stagnierte. Wo in Europa 36.000 Elektroautos auf die Straße kamen, waren es in China im gleichen Zeitraum 185.000.

Aiways U5, Erprobungsfahrt, China
AIWAYS
Elektroautos stehen in China nach wie vor hoch im Kurs. Ständig erscheinen neue Modelle, wie etwa der Aiways U5.

Sind die Goldgräber-Zeiten im Elektro-Sektor nun also vorbei? Naja, ganz so kann man das nicht sagen – denn es wurden weniger E-Autos verkauft, weil weniger E-Autos produziert wurden. Verantwortlich dafür ist in erster Linie die Kürzung der staatlichen Subventionen in China. Im März hatte die Regierung verkündet, dass die Förderung für E-Fahrzeuge mit weniger als 250 Kilometern Reichweite nicht länger gewährt wird. Weiterhin wurden die Gelder für Autos mit mehr als 400 Kilometern Reichweite halbiert und Ende kommenden Jahres fällt der Zuschuss schließlich ganz weg.

Ersatz statt Ergänzung

Mit dieser Politik wirkt die Regierung indirekt auf die Angebotsvielfalt und begünstigt jene Kategorie von Elektroautos, die in die staatliche Vorstellung einer Mobilitätswende passen. In China soll das E-Auto den Verbrenner nämlich nicht ergänzen, sondern ersetzen. Da möchte man offenbar keine Billigprodukte (respektive jene mit geringer Reichweite) auf der Straße wissen, aber auch kein Überangebot an teuren Luxusschiffen, deren Klientel verhältnismäßig klein ist (respektive jene mit großer Reichweite). Kleinere Hersteller, die sich auf die staatlichen Hilfen gestützt hatten, werden somit vom Markt verdrängt. Zuletzt hatte die Volksrepublik Elektroautos noch mit 3,1 Milliarden US-Doller jährlich unterstützt.

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Die Subventionen für Brennstoffzellenautos fallen ab 2021 übrigens auch weg. Schuld daran sei das Ausbleiben eines nachhaltigen Durchbruchs trotz der geflossenen Gelder, wie der Spiegel das chinesische Finanzministerium zitiert. Bis Autos mit Brennstoffzellen jedoch zu konkurrenzfähigen Preisen angeboten werden können, dürfte noch einige Zeit vergehen. So sagte auch Toyota-Marketingchef (Europa) Matt Harrison unlängst im Zuge der Vorstellung des neuen Mirai, es werde noch zehn Jahre brauchen, bis man auf das Preisniveau zeitgenössischer Hybrid-Autos käme.

Sollten Sie nun den Wunsch verspüren, etwas für den E-Auto-Absatz in Deutschland zu tun, finden Sie oben in der Bildergalerie alle Elektromodelle, die Sie hier aktuell kaufen können.

Fazit

Ja, die absoluten Zahlen sacken auch in der E-Auto-Nation Nummer eins gerade weg. Schuld ist allerdings weniger die Nachfrage als vielmehr die Steuerung des Angebots über die Subventionspolitik der Regierung.

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