Elektroautos als Firmenwagen

Kabinett beschließt Steuervorteil für E-Dienstwagen

VW Passat GTE, Ladevorgang Foto: Hans-Dieter Seufert

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch (1.8.2018) einen Gesetzentwurf verabschiedet, nachdem als Dienstwagen genutzte Elektroautos sollen steuerlich begünstigt werden sollen. Der Bundesrat muss noch zustimmen.

Wie der Spiegel berichtet, hat die Bundesregierung jetzt ein millirdenschweres Förerprogramm für Elektroautos in Deutschland angebschoben.

Bisher muss ein Arbeitnehmer, der seinen Firmenwagen privat nutzt, monatlich ein Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern. Damit mehr Autos mit Elektro- oder Plug-in-Hybridantrieben in den Fahrzeugflotten von Firmen und Behörden zum Einsatz kommen, soll demnächst nur noch der halbe Listenpreis gelten.

Die Neuerung wird den Staat für die Jahre 2019 bis 2021 rund 1,8 Milliarden Euro kosten. Offen ist noch, ob die Maßnahme für diesen Zeitraum befristet wird. Jetzt muss noch der Bundesrat als Ländervertretung dem Gesetzentwurf zustimmen, da die Länder die Hälfte der Steuerausfälle tragen müssten.

VDA wollte Sonderabschreibung

Bereits im August 2016 hatte der ehemalige VDA-Präsident Matthias Wissmann im Gespräch mit auto motor und sport gefordert, der Bundestag solle einer Initiative des Bundesrates folgen und eine Sonderabschreibung auf den Kaufpreis einführen. Wissmann sagte seinerzeit: „Ich setze darauf, dass der Bundestag bald folgt und es dann zum 1. Januar 2016 eine Förderung für Elektroautos für Firmenwagen geben wird. Zur Diskussion steht eine 50-Prozent-Abschreibung im ersten Jahr.“

Die Abschreibung für Firmenwagen würde den Absatz erheblich steigern, meint Wissmann. „Eine Sonder-AfA wäre für viele Fuhrparkmanager ein echter Anreiz, E-Fahrzeuge anzuschaffen“, so der VDA-Präsident. „Gerade in diesem Sektor, etwa bei Zustelldiensten, macht die Elektromobilität ja großen Sinn.“ Dabei rechnete Wissmann damit, dass sich eine Sonderabschreibung durch höhere Verkaufszahlen von Elektroautos selbst finanziert. „Das wäre ein starker Hebel, der auf lange Sicht fiskalisch aufkommensneutral ist.“ Ob diese Abschreibung genügt, wollte der VDA in zwei Jahren zusammen mit der Bundesregierung überprüfen.

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