BMW kein Partner beim FC Bayern Audi

Sponsor-Wirrwar beim FC Bayern München

BMW-Deal geplatzt, Audi bleibt an Bord

Keine Vertrauensbasis: BMW wird nun doch nicht Audi als Partner beim FC Bayern München ablösen. Das wurde nach dem 34. Spieltag der Fußball-Bundesliga bekannt.

Wie der neue Deutsche Meister am Samstagabend bekannt gab, beendete der Verein die Gespräche mit BMW über eine Sponsorenpartnerschaft „aufgrund fehlender Vertrauensbasis“. Dieses finale Gespräch fand laut FC Bayern bereits Anfang Mai statt. In einer Erklärung heißt es dazu, dass der FC Bayern über die Gründe dieser Entscheidung „Stillschweigen bewahren möchte“. Über das scheitern der Gespräche hatte zunächst die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtet.

Es sollte um 800 Millionen Euro gehen

Ursprünglich war vorgesehen, dass BMW als Sponsor bei den Bayern einsteigt und Audi ablöst. Die Vereinbarung sollte für die Sparten Fußball sowie Basketball gelten und dem Verein über zehn Jahre ein geschätztes Gesamtvolumen 800 Millionen Euro an Sponsorengeldern einbringen. Eine Summe, die Bayern-Präsident Uli Hoeneß jedoch bereits im März 2019 vehement dementierte. Im Gegenzug sollte BMW die 8,33 Prozent Audi-Anteile an der FC Bayern München AG.

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BMW wollte früher als 2025 einsteigen

Final gescheitert ist die Partnerschaft zwischen dem FC Bayern und BMW offensichtlich am Faktor Zeit. BMW wollte im Fußball-Bereich deutlich vor dem Ende des bis 2025 laufenden Audi-Vertrages aktiv werden, stießen mit diesem Ansinnen beim neuen Audi-Chef Bram Schot auf Granit. Der betonte, den Vertrag erfüllen zu wollen und gab seinerseits ein deutlich verbessertes Angebot ab. Das Fachmagazin Kicker spekuliert, dass es um rund 60 Millionen Euro pro Jahr plus Nebenleistungen für 12 Jahre geht, insgesamt addiere sich das Paket laut Kicker auf rund eine Milliarde Euro. Audi hatte sich 2011 für 90 Millionen Euro als dritter Aktionär neben Adidas und der Allianz-Versicherung beim FC Bayern eingekauft.

Gutes Signal für BMW?

BMW war beim FC Bayern ins Spiel gekommen, weil sich der Verein unter anderem vor dem Hintergrund der Diesel-Affäre von der VW-Tochter vernachlässigt gefühlt hatte. Bereits im Sommer 2018 wollte BMW Audi als Sponsor verdrängen. VW-Chef Herbert Diess wehrte seinerzeit den Angriff ab, versprach 60 Millionen Euro pro Jahr, doppelt so viel wie bisher, und eine Vertragsverlängerung bis 2030. Vor dem Hintergrund deutlich schlechter laufender Geschäfte bei BMW und jüngst von BMW-Chef Krüger angekündigten Sparmaßnahmen kommt der Sinneswandel dem Autobauer gerade recht. Die kolportierten 800 Millionen Euro seinen der zum Sparen aufgerufenen Belegschaft nicht zu vermitteln, hieß es zwischenzeitlich aus Unternehmenskreisen.

Fazit

Bevor da überhaupt etwas entstehen konnte, ist die Wunschehe zwischen dem FC Bayern und BMW bereits wieder beendet. Auch künftig fahren die Bayern-Kicker also Audi. Ob es bei dem Prestige-Deal nun um 800 Millionen Euro oder eine Milliarde geht, spielt im Grunde keine Rolle. BMW-Chef Krüger muss seinen Mitarbeitern auf jeden Fall nicht mehr erklären, warum sie sparen sollen, während der Konzern hunderte Millionen Euro an einen Fußballverein überweist. Diesen Diskussionen muss sich jetzt Audi-Chef Bram Schot stellen. Mal sehen, wie das bei den Audi-Werkern in Ingolstadt ankommt.

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