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Fiat-Chrysler und Renault

FCA zieht sein Angebot zuzrück

Fiat Chrysler hat sein Fusionsangebot an Renault zurückgezogen. FCA begründet die Absage mit den fehlenden politischen Voraussetzungen in Frankreich.

Dem FCA-Management sei klar geworden, dass derzeit die politischen Voraussetzungen in Frankreich nicht gegeben seien, damit ein solcher Zusammenschluss erfolgreich sei. Renault hatte zuvor angekündigt, die Fusionsgespräche auf Druck der französischen Regierung erneut zu verschieben.

Der Fiat-Chrysler-Konzern (FCA) hatte dem Konkurrenten Renault kürzlich offiziell eine Fusion vorgeschlagen. Darin offerierte FCA einen Zusammenschluss, in dem beide Partner jeweils 50 Prozent der Anteile halten. Nachdem die Franzosen eher zögerlich auf das insgesamt 35 Milliarden Dollar schwere Angebot reagierten, besserte es die italo-amerikanische Allianz nun nach. Nach Reuters-Angaben sollen stärkere Garantien für Werkerhaltungen und Jobs, eine Renault-Sonderdividende und ein Unternehmenssitz in Paris die französische Regierung von dem Vorhaben überzeugen. Der Staat, mit 19,74 Prozent derzeit größter Aktionär bei Renault, soll außerdem einen Sitz im Vorstand erhalten und mit 7,5 Prozent an dem neuen Joint Venture beteiligt sein.

Wie wirkt sich der Deal auf Nissan und Mitsubishi aus?

In Kürze soll der Renault-Vorstand erneut tagen, um über den Vorschlag zu diskutieren. Dabei soll auch erörtert werden, ob die mit dem Zusammenschluss verbundenen Sparziele realistisch sind. Fiat-Chrysler stellt dem Vernehmen nach Kosten- und Investitionseinsparungen von fünf Milliarden Euro in Aussicht. Wirtschaftsexperten halten das für zu optimistisch und bezweifeln, dass sich der Deal für die Renault-Aktionäre lohnen würde. Auch ist fraglich, wie er sich auf die über Kapitalbeteiligungen mit dem Renault-Konzern verflochtenen Marken Nissan und Mitsubishi auswirken würde.

Zu Fiat-Chrysler gehören unter anderem die Marken Alfa Romeo, Chrysler, Dodge, Fiat, Jeep und Maserati. Zu Renault gehören noch die Marken wie Dacia und Lada sowie die Autosparte von Samsung. Rechnet man alles zusammen, würde mit insgesamt gut 15 Milliarden verkauften Autos ein Weltmarktführer entstehen. Zum Vergleich: Die bisherigen Konkurrenten um die globale Vorherrschaft, Volkswagen und Toyota, kommen „nur“ auf 10,8 beziehungsweise knapp 10,6 Millionen Fahrzeuge. Die Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz kam allein auf ähnliche Zahlen.

FCA-Übernahme schon einmal gescheitert

Bereits vor 2016/2017 hatte der nunmehr abgesetzte Renault-Chef Carlos Ghosn erste Fusions-Gespräche mit dem italienischen Autohersteller geführt. Die Pläne sind jedoch damals an der französischen Regierung gescheitert, die das Vorhaben nicht unterstützen wollte. Fiat-Chrysler gilt seit geraumer Zeit als potentieller Übernahmekandidat. Auch Peugeot wurde schon mit einer FCA-Übernahme in Verbindung gebracht.

Renault ist mit 43,4 Prozent bei Nissan beteiligt, Nissan Motors hält im Gegenzug 15,0 Prozent der Renault-Aktien. Zu der Allianz gehört auch noch Mitsubishi. An dem japanischen Hersteller hält Nissan die Mehrheit mit 34,0 Prozent der Aktien. Seit der frühere Renault-Chef Carlos Ghosn im November 2018 verhaftet wurde, treibt dessen Nachfolger Jean-Dominique Senard eine engere Verbindung zu Nissan an. Inwiefern dies in Anbetracht der Fusionspläne mit FCA noch Bestand hat, ist derzeit nicht bekannt.

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