Die Zukunft als Ziel

Elektrische und autonome Fernbusse

02/2018, Flixbus Foto: Flixbus

In Zukunft dürften autonome Funktionen die Fahrer von Fernbussen entlasten. Das erklärt Flixbus-Gründer Jochen Engert in einem Interview. Zuvor stellt man erste Elektrobusse in den Dienst. Auch auf der Schiene wird das Unternehmen aktiv.

Seit 2013 ist das Münchner Unternehmen Flixbus auf dem Markt. Das Personenbeförderungsgesetz verbot bis Ende 2012 Fernbuslinien, die in direkter Konkurrenz zu Bahnlinien oder zu bestehenden Buslinien standen. Die gab es vor allem als Zubringer für Flughäfen oder traditionell auf Strecken von und nach Berlin.

Flixbus startete Anfang 2013 mit einigen Verbindungen in Süddeutschland und wuchs schnell, auch über die Grenzen Deutschlands hinaus. 2014 übernahm man den nach Anzahl der Fahrgäste weit größeren Konkurrenten MeinFernbus und ist spätestens seitdem Marktführer auf dem europäischen Fernbusmarkt. Auch die auffällig gelben Postbusse gibt es nicht mehr, denn auch diese Marke ging in Flixbus auf.

Über 250.000 Verbindungen zählt das Unternehmen, die meist von beauftragten Busunternehmen bedient werden, die im Auftrag von Flixbus fahren.

Erster Elektro-Fernbus ab April 2018

BYD Elektroreisebus BYD C9 Elektro-Reisebus Bis zu 300 km reisetauglich

Für zwei Strecken plant Flixbus jetzt den Einsatz von elektrisch angetriebenen Bussen, womit man weltweit erster Fernbusbetreiber mit E-Bussen sein wird. Ende April 2018 beginnt der Testbetrieb in Frankreich. Zwischen Paris und dem 145 Kilometer entfernten Amiens soll der erste elektrische Flixbus unterwegs sein.

Medienberichten zufolge wird dafür ein aus China stammender Bus eingesetzt, der BYD C9. Dessen Reichweite liegt bei bis zu 300 Kilometern, theoretisch kann er also den Hin- und Rückweg antreten, ohne zwischendurch nachzuladen. In der Realität dürfte das Ansteuern einer Ladesäule an jeder Station nötig sein.

Im Frühsommer wird auch eine Elektro-Bus-Strecke in Deutschland in Betrieb genommen. Das neue Angebot im Flixbus-Netz soll zwei noch nicht näher genannte Städten in Hessen und Baden-Württemberg miteinander verbinden.

Autonom fahrende Busse brauchen weniger Pausen

03/2018, Flixbus Elektrobus Skizze Foto: Flixbus
Die Skizze des elektrischen Flixbus.

Noch in fernerer Zukunft liegt die Umsetzung eines weiteren Vorhabens von Flixbus. Das Unternehmen hat die Entwicklung autonomer Fahrzeuge fest im Auge. Damit stellt man sich den Kritikern, die Fernbusanbietern wie Flixbus oftmals eine mangelnde Kontrolle der maximalen Lenkzeiten ihrer Fahrer vorwerfen.

„Ich sehe den autonomen Fernbus noch nicht an der nächsten Ecke stehen“, erklärt Flixbus Mitbegründer Jochen Engert in einem Interview mit dem Onlinemagazin Wired. Auch im Bus-Segment dürfte ich zuerst ein Autobahn-Programm durchsetzen, so wie es die Ingenieure und Strategen im PKW-Bereich vorhersehen.

„Man kann sich durchaus die Frage stellen, ob man auf der Autobahn, wo die Fahrsituationen weniger komplex sind, einen Fahrer braucht oder ob der Bus da autonom fahren kann“, führt Jürgen Engert im Wired-Interview aus.

Damit könnte man wohl längere Touren planen, während denen der Fahrer an Bord seine Ruhezeiten einhalten kann, oder neue Geschäftsmodelle entwickeln, die zum Beispiel vorsehen, dass der auf der Autobahn nicht beschäftigte Fahrer einen Bordverkauf oder ähnliches betreibt.

Vernetzung von Straße und Schiene

Der Fernbus auf der Straße ist Flixbus übrigens nicht genug. Man bietet unter dem Namen Flixtrain auch eine Zugverbindung zwischen den Städten Berlin und Stuttgart an. Hierbei kooperiert man mit dem privaten Eisenbahnbetreiber Leo Express, der Züge des insolventen Start-ups Locomore übernommen hatte. Flixtrain übernimmt den Ticketvertrieb und kombiniert die Eisenbahnverbindungen bei der Buchung mit Umsteigemöglichkeiten in die grünen Fernbusse.

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