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Führerschein-Fahrprüfung

EU stimmt Abschaffung der Automatik-Regel zu

Die EU-Kommission hat grünes Licht für die Abschaffung der Automatik-Regel bei der Fahrprüfung gegeben. Diese Regelung geht auf eine Initiative des Bundesverkehrsministeriums (BMVI) zurück, auch um das Thema Elektromobilität zu fördern.

Die Verbreitung von Automatikgetrieben in neuen Autos nimmt immer weiter zu. Auch werden Wasserstoff- und Elektroautos nicht per Hand geschaltet. Zudem gibt es viele neue Assistenzsysteme, die nur im Kombination mit einem Automatikgetriebe angeboten werden.

Zehn Stunden auf Schalt-Pkw vorgeschrieben

Derzeit brauchen Fahrschüler eine zweite Prüfung, wenn sie auf einem Auto mit Automatikgetriebe das Fahren lernen. Mit der Abschaffung dieser Regelung, die voraussichtlich ab Sommer 2020 in Kraft tritt, können Fahrschüler die Prüfung auf einem Fahrzeug mit Automatikgetriebe absolvieren. Der Automatik-Eintrag in den Führerschein gibt es nur, wenn einige Bedingungen erfüllt sind, so der Moving-Verband, dem gegenüber das BMVI die EU-Entscheidung bestätigt hat. Demnach müssen die Prüflinge zehn Fahrstunden à 45 Minuten auf einem Fahrzeug mit Schaltgetriebe nachweisen. Außerdem muss der Fahrschüler einen Test von 15 Minuten Länge absolvieren, in dem er unter anderem Berg-Anfahren, Abbiegen, Vorfahrtssituationen und umweltschonende Fahrweise vorführen muss. Der Fahrlehrer bestätigt die Schulung und die erfolgreiche Teilnahme an dem Test. Mit dieser Bescheinigung entfällt die Automatik-Regel.

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Die Fahrausbildung soll verstärkt auf Automatik-Fahrzeugen stattfinden. Das finde ich ...
... sehr gut. Ist doch super, wenn die Ausbildung vereinfacht wird.
... schlecht. Die Jugend lernt heutzutage eh kaum noch richtig Auto zu fahren.

Mehrheit lehnt Automatikprüfung ab

Eine große Mehrheit der Deutschen lehnt eine standardmäßige Führerscheinausbildung auf Automatikwagen aus Sicherheitsgründen ab. So sind vier von fünf Bundesbürgern (79 Prozent) der Meinung, dass Fahranfänger ohne ausreichende Schaltkompetenz eine Gefahr für die Verkehrssicherheit sind. Das hat eine repräsentative Forsa-Umfrage unter 1.010 Personen ab 16 Jahren im Auftrag des TÜV-Verbands ergeben. Auch der TÜV-Verband selbst lehnt die aktuell diskutierten Änderungen bei der Führerscheinprüfung ab. Aus Sicht des TÜV-Verbands ist für die Beherrschung eines Schaltwagens ein ausreichendes Fahrtraining notwendig.

Der Moving-Verband, eine Interessenvertretung von Verkehrsverlagen und Fahrerlaubnisausbildung, kritisiert die starre EU-Regelung. Der Fahrlehrer sollte individuell entscheiden dürfen, ob ein Schüler für die Fahrt mit Schaltgetriebe geeignet ist, ohne eine konkrete Stundenzahl zu erfüllen.

Des Weiteren regt der Branchenverband an, dass ein Teil der zusätzlichen Ausbildungsstunden für das Schaltgetriebe optional über Simulatoren stattfinden könne. Damit könnten Fahrschulen zukünftig auch vermehrt digitale und klimafreundliche Technologien bei der Fahrausbildung einsetzen.

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