Versicherung

Gewährleistung und Garantie

Foto: Beate Jeske

Falls nach dem Autokauf plötzlich Probleme auftauchen, sollen Garantien den Ärger begrenzen. Doch oft sorgen sie auch für Streit.

Das Ende kündigte sich mit Gestank an: Karin Hübner-Höflinger ahnte, dass dies nichts Gutes bedeutete, und steuerte mit ihrem neun Monate alten VW Polo 1.9 TDI die Werkstatt an. Die fand schnell den Schaden. Die Kupplung war defekt. Kostenpunkt: 667,80 Euro. Kein Problem, dachte sie, schließlich war die Garantiezeit für den Kleinwagen noch nicht abgelaufen, und nach 2.000 Kilometern deutete für sie alles auf einen Produktionsfehler des Herstellers hin. Falsch gedacht. Die Kupplung sei ein Verschleißteil und somit nicht durch die Neuwagengarantie abgedeckt, erklärte der Meister. Die VW-Fahrerin blieb auf den Reparaturkosten sitzen.

Garantiebedingungen bestimmt der Hersteller

So oder ähnlich passiert es immer wieder: Der Autofahrer wähnt sich durch die Garantie vor möglichen Schäden und hohen Reparaturrechnungen in der ersten Zeit sicher, muss dann aber beim Blick ins Kleingedruckte feststellen, dass der Hersteller das eine oder andere Hintertürchen offen gelassen hat.

Denn die Garantiebedingungen bestimmt der Hersteller – anders als bei der parallel gültigen gesetzlichen Sachmängelhaftung, früher Gewährleistung genannt. Da definiert das Gesetz, dass eine Sache als mängelfrei gilt, wenn in den ersten zwei Jahren keine Macken auftreten. Die Sachmängelhaftung gilt uneingeschränkt, nur bei gebrauchten Autos kann sie auf ein Jahr begrenzt werden Allerdings gilt nur in den ersten sechs Monaten die Umkehr der Beweislast.

Im Fall von Hübner-Höflinger heißt das: Wäre die Kupplung in den ersten sechs Monaten reif für den Austausch gewesen, hätte der Verkäufer, also das Autohaus, beweisen müssen, dass die Fahrerin einen Fehler gemacht hat. Das fällt in der Regel schwer. Erst danach muss der Kunde nachweisen, dass nicht er für den Schaden verantwortlich ist. Ohne die Hilfe von Gutachtern und Juristen ist dies jedoch meist schwierig.

Kleingedrucktes beachten

Garantien sollen hier einspringen und eine klare Rechtslage schaffen. Da sie aber frei formuliert werden können, kommt es wie im Fall der Polo-Fahrerin oft zum Streit. Der Teufel steckt im Detail. So umfasst die Peugeot-Gebrauchtwagengarantie auch Verschleißteile. Andere Garantieverträge reduzieren die Leistung mit zunehmendem Alter des Autos. Der Wert einer Garantie lässt sich letztlich also nur ermessen, wenn man das Kleingedruckte durchforstet.

Ihr Wert in der Werbung aber wird immer größer. So trommelt Kia mit sieben Jahren Garantie für den Cee’d, nur um im Kleingedruckten darauf zu verweisen, dass dies lediglich für den Antriebsstrang gilt. Die Vollgarantie ist nach fünf Jahren oder 150.000 Kilometern zu Ende. Damit liegt der Hersteller aber noch immer deutlich über den Fristen anderer Hersteller. Die lassen sich eine Garantieverlängerung extra bezahlen.

So kostet die Ausdehnung auf fünf Jahre beim Citroën C3 792 Euro, beim Ford Fiesta 710 Euro. Ein Aufpreis, den sich der Kia-Käufer sparen kann.

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