Kfz-Versicherung

Schaden-Freude

Foto: GDV

Nicht immer rechnet es sich, Unfallschäden von der eigenen Kfz-Versicherung regulieren zu lassen. Wer selbst zahlt, kann Geld sparen.

Einmal unachtsam, und schon ist es passiert: Beim Ausparken wird ein Fahrzeug beschädigt. Meist geht es nur um Lackkratzer oder kleine Beulen – ein klarer Fall für die Versicherung. Doch für den Autofahrer, der den Unfall verursacht hat, kann es ein teures Nachspiel geben. Ganz gleich, wie groß der Schaden ist:  Die Assekuranz stuft den Kunden nach der Abwicklung in eine schlechtere Versicherungsklasse ein. Wer etwa auf zwölf unfallfreie Jahre zurückblickt, dem rechnen viele Unternehmen schon nach einer leichten Karambolage nur noch den Rabatt für fünf schadenfreie Jahre an. Somit steigt der Versicherungsbeitrag deutlich.

1.000 gelten als Grenze

Gerade wenn es um kleine Schäden im Haftpflichtbereich geht, ist die Abwicklung über die Versicherung nicht der beste Weg. Denn es dauert Jahre, bis der Autofahrer wieder zu seiner alten Einstufung zurückgekehrt ist. Unter dem Strich hat er der Assekuranz dann mehr gezahlt, als der Schaden ursprünglich ausmachte. Hier lohnt es oft, die Reparatur des Gegners aus eigener Tasche zu zahlen. Ab welchem Betrag sich das Ganze rechnet, haben die Marktbeobachter von Aspect Online in Beispielrechnungen ermittelt. Resultat: Schäden unter 1000 Euro sind überwiegend ein Fall für den eigenen Geldbeutel.

Bis zu welcher Grenze es sich genau lohnt, den Schaden zu übernehmen, vermerken mittlerweile viele Versicherungen auf der Jahresrechnung. Falls nicht, sollte man den Betrag nach einem Unfall erfragen. Bei kleineren Schäden informieren viele Unternehmen von sich aus ihre Kunden. Daher empfiehlt es sich, jede Karambolage der Assekuranz zu melden. Das verhindert auch, dass es später ein böses Erwachen gibt, wenn nach Absprache einer privaten Schadenregulierung die Beschädigung am Auto des Unfallgegners doch größer ausfällt. "Das kann zu Problemen mit dem Versicherer führen, der dann Leistungen unter Umständen reduziert", sagt Jörg Oettl von Aspect Online. Nachdem die Schadenhöhe mitgeteilt wurde, haben Kunden sechs Monate Zeit, den Schaden zurückzukaufen. Die Versicherungseinstufung gilt weiterhin als unangetastet. Inzwischen bieten viele Assekuranzen diesen Service sogar in der Vollkasko. Auch hier zeigen die Berechnungen von Aspect Online, dass Unfälle unter 1.000 Euro häufig besser selbst zu zahlen sind.

Rabattretter und Rabattschutz

Und noch etwas: Wer 25 Jahre unfallfrei gefahren ist, erhält bei den Versicherern in der Kfz-Haftpflicht meist den so genannten Rabattretter. Er verhindert, dass man nach einem Crash höhere Beiträge zahlen muss. Der Schadenrückkauf ist somit nicht wichtig. Allerdings ist dieser Schutz meist nach einem Schaden aufgebraucht. Seit neuestem wird bei den Assekuranzen die Leistung Rabattschutz immer beliebter, die vielen Autofahrern in der Haftpflicht und Vollkasko offensteht. Hier stufen die Anbieter den Kunden nach einem Crash nicht automatisch in eine schlechtere Klasse ein. Der Vertrag wird weiterhin als schadenfrei angesehen. Dieser Service ist oft nicht kostenlos, sondern extra zu ordern. Dafür werden den Kunden aber je nach Gesellschaft bis zu drei Unfallschäden nicht angerechnet. Auch hier muss man sich wenig Gedanken um den Schadenrückkauf machen.

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