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Abspaltung: Lamborghini elektrisch und an die Börse?

Lamborghini elektrisch und an die Börse? Lamborghini-Abspaltung wird konkreter

Soll Lamborghini an die Börse gebracht werden? Die Abspaltung des italienischen Zweiges des Volkswagen-Konzerns, zu dem auch Ducati und Italdesign gehören, steht bevor.

Schon länger gibt es Gerüchte, Volkswagen wolle seinen italienischen Zweig, zu dem neben Lamborghini auch die Motorradmarke Ducati und die Design-Schmiede Italdesign gehören, vom Gesamtkonzern abspalten. Entsprechende Pläne hat der VW-Vorstand nun bestätigt. Konzernchef Herbert Diess sagte in einem Telefongespräch mit Analysten, dass man die Beteiligungen neu ordne und dafür an einer rechtlichen Struktur arbeite. Allerdings sei die endgültige Entscheidung noch nicht gefallen, fügte Finanzvorstand Frank Witter hinzu.

Wahrscheinlich an die Börse

Jedoch sollen die Marken wohl nicht komplett verkauft, sondern an die Börse gebracht werden. Dieses Szenario brachte die Nachrichtenagentur Reuters bereits Anfang Oktober ins Spiel. Die italienischen Marken, die organisatorisch zu Audi gehören, würden dadurch unabhängiger. Zudem würde ein Börsengang dem Konzern frisches Kapital bescheren, das Volkswagen bei seiner Transformation hin zu elektrisch angetriebenen und weitgehend autonom fahrenden Autos gut gebrauchen kann. Insidern zufolge will VW an den Marken allerdings beteiligt bleiben. Schon bald wollen Vorstand und Aufsichtsrat des Volkswagen-Konzerns einen Plan für die nächsten fünf Jahre vorstellen. Dabei dürfte es auch um dieses Thema gehen.

Rimac Bugatti Fusion Bugatticz
Neuheiten

Die Zukunft der Marken Bugatti, Ducati und Lamborghini ist in den VW-Gremien zuletzt immer wieder diskutiert worden. Auch die Möglichkeiten einer Elektrifizierung von Bugatti und Lamborghini sollen bei diesen Gelegenheiten besprochen worden sein. Mitte September hatten "Süddeutsche" und "Manager Magazin" berichtet, dass Volkswagen offenbar plane, Bugatti zu verkaufen.

Der Chef geht, sein Vorgänger kehrt zurück

Ende September war außerdem überraschend bekannt geworden, dass Lamborghini-Chef Stefano Domenicali zum Jahreswechsel Chef der Formel 1 wird und dort den bisherigen CEO Chase Carey ablöst. Domenicali war von 2007 bis 2014 Formel-1-Teamchef der Scuderia Ferrari und ab 2016 Chef von Lamborghini. Bisher unbestätigten Presseberichten zufolge wird sein Vorgänger auch sein Nachfolger: Wie die "Automobilwoche" berichtet, steht Stephan Winkelmann kurz vor seiner Rückkehr von Bugatti zu Lamborghini.

Frankfurt Motor Show 2019, Germany, Frankfurt, 09.09.2019 - Copyright Stefan Baldauf / SB-Medien
Sportwagen

Die Marke Lamborghini gehört seit 1998 zum Volkswagen-Konzern. Der damalige VW-Chef Ferdinand Piëch hatte die Marken Bugatti, Bentley und Lamborghini gekauft, um den Konzern in einer ehrgeizigen Wachstumsstrategie an der Spitze aller Autohersteller zu positionieren. Dazu hatte für Piëch nicht nur gehört, Toyota bei den Verkäufen zu überholen, sondern auch die besten Autos der Welt zu bauen. Mit deutlich verbesserter Qualität, neuen Modellen wie Murcielago und Gallardo sowie markantem Design positionierte Piëch die Marke als ebenbürtigen Wettbewerber gegen Ferrari. Lamborghini hat im vorigen Jahr 4.554 Autos verkauft.

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Fazit

Ganz schön was los bei Volkswagen: Mit Bugatti und Lamborghini steht nicht nur die Zukunft zweier kleiner Sportwagenhersteller zur Debatte, sondern auch das ehrgeizige Lebenswerk des 2019 verstorbenen Konzernpatriarchen Ferdinand Piëch.

Das versucht VW-Chef Herbert Diess in seine Zukunftspläne zu integrieren. Und die sehen vor allem den breit angelegten Schwenk auf den E-Antrieb vor. Um die Entwicklungsaufwendungen dafür wieder einzuspielen, sind große Stückzahlen an E-Autos nötig. Gleichzeitig kann der Konzern in Verbrennungsplattformen, die nicht für große Stückzahlen stehen, nicht mehr so viel investieren wie unter dem ehrgeizigen Ingenieur Piëch. Speziell der ultrastarke und aufwändige Bugatti-Antriebsstrang zahlt weder auf Zukunftstechnologien ein, noch steht er für Skalierung. Die Marke lebt von der Exklusivität, zweistellige Jahresstückzahlen gehören zum Konzept.

Mit Lamborghini sieht das anders aus: Bei den Sportwagen hat zwar technisch nur der Huracan Verwandtschaften (Audi R8), aber der Urus nutzt die Technik des Audi Q8 und damit die Plattform von VW Touareg, Porsche Cayenne und Bentley Bentayga, verkauft sich aber zu Lamborghini-Preisen. Warum sollte Audi das aufgeben? Da erscheint eine bevorstehende Marktkapitalisierung per Börsengang deutlich wahrscheinlicher. Wie gut das funktionieren kann, hat ausgerechnet Hauptkonkurrent Ferrari vor nicht allzu langer Zeit vorgemacht.

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