Lyon-Buscrash

Freispruch in Sicht

Foto: Archiv

Im Prozess um ein Busunglück bei Lyon mit 28 toten deutschen Urlaubern zeichnet sich ein Freispruch für den Angeklagten ab. Der Vorwurf der fahrlässigen Tötung sei nicht mit der erforderlichen Sicherheit festzustellen, bilanzierte das Landgericht Hannover am Mittwoch (11.10.).

Die Staatsanwaltschaft hatte den 43-Jährigen für die Katastrophe verantwortlich machen wollen, weil dieser faktisch der Geschäftsführer des Unternehmens mit Sitz in Wunstorf bei Hannover gewesen sei und für die Unglücksfahrt einen übermüdeten Fahrer eingesetzt habe.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft war der offizielle Chef, der 53 Jahre alte Busfahrer, der bei dem Unglück selbst ums Leben kam, nur ein Strohmann. Er war auf dem Weg ins spanische Lloret de Mar am Steuer eingeschlafen. Wenige Kilometer vor Lyon durchbrach der voll besetzte Doppeldeckerbus ein Brückengeländer und überschlug sich mehrmals. 28 Menschen starben, 46 wurden zum Teil schwer verletzt.

Der 43-jährige Angeklagte habe zwar eine besondere Rolle in der Firma gespielt, befand nun das Landgericht. Vieles spreche aber dafür, dass der Unglücksfahrer tatsächlich der Chef des Unternehmens war. Damit könnte der Prozess am nächsten Verhandlungstermin am 31. Oktober zu Ende gehen, ohne das eigentliche Unfallgeschehen erörtert zu haben.

Während die Staatsanwaltschaft prüft, ob sie weitere Beweisanträge in den Prozess einführen will, war die Verteidigung des 43-Jährigen am Mittwoch zunächst erleichtert. "Es bleibt aber ein bitterer Beigeschmack, da die Überlebenden und Hinterbliebenen nicht wissen, wie der Unfall wirklich geschehen ist", sagte Rechtsanwältin Lilian Teuschler. Sie geht davon aus, dass ein anderes Fahrzeug den Bus auf der Autobahn bei Lyon abgedrängt und damit das verheerende Unglück ausgelöst hat.

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