Mercedes-AMG GT Black Series, Motor Hans-Dieter Seufert
Der neue Mercedes-AMG C 63  Bilster Berg 2018 // The new Mercedes-AMG C 63  Bilster Berg 2018
AMG C63 S Cabrio, Exterieur
Mercedes GLC 63 4MATIC Facelift 2019
Mercedes GLC 63 4MATIC Facelift 2019 17 Bilder

Mercedes: Vorerst keine V8-Modelle mehr für die USA

CO2-Sparmaßnahme und Probleme in der Lieferkette Mercedes dünnt V8-Angebot in den USA massiv aus

Mercedes setzt für das Modelljahr 2022 den Verkauf vieler V8-Modelle in den USA aus. Neben dem damit verbundenen CO2-Einsparpotenzial gibt es noch andere Gründe.

Ausgerechnet im V8-Land schlechthin, den USA, setzt Mercedes vorerst den Verkauf vieler seiner V8-Modelle aus. Ein Sprecher bestätigte entsprechende amerikanische Medienberichte gegenüber auto-motor-und-sport.de. Der Grund seien in erster Linie "Probleme in der Lieferkette"; hier spiele vor allem der Halbleiter-Mangel eine eine Rolle, der sich immer stärker negativ auf die weltweite Automobil-Produktion auswirkt. So musste Daimler beispielsweise die Mitarbeiter mehrerer Werke zwischenzeitlich in Kurzarbeit schicken. Aber auch die Bestrebungen des Herstellers, den Flottenverbrauch und CO2-Fußabdruck seines globalen Angebots zu senken, dürfte bei der Entscheidung eine Rolle gespielt haben.

Vor allem AMG-Modelle betroffen

Die Liste der betroffenen Modelle, die dem US-Fachportal jalopnik.com vorliegt, umfasst vor allem besonders stark motorisierte und demzufolge verbrauchsintensive Modelle. Darauf stehen insgesamt 17 sogenannte Baumuster, die allesamt mit dem von der hauseigenen Sportabteilung entwickelten Vierliter-V8-Biturbo-Benziner ausgerüstet sind. Folgerichtig werden hauptsächlich AMG-Versionen ausrangiert, aber auch einige Vertreter der edlen Maybach-Submarke. Hinzu kommen Topmodelle einiger SUV-Baureihen wie der G 550 und der GLE sowie GLS 580 4-Matic.

Den Verkauf dieser V8-Modelle setzt Mercedes in den USA vorerst aus

Baureihe Modellvariante Motor Technische Daten (US-Spezifikation)
C-Klasse AMG C 63 S Coupé 4.0L-V8-Biturbo-Benziner 510 PS, maximal 700 Nm
  AMG C 63 S Cabriolet 4.0L-V8-Biturbo-Benziner 510 PS, maximal 700 Nm
GLC-Klasse AMG GLC 63 SUV 4.0L-V8-Biturbo-Benziner 476 PS, maximal 649 Nm
  AMG GLC 63 S SUV 4.0L-V8-Biturbo-Benziner 510 PS, maximal 700 Nm
  AMG GLC 63 S Coupé 4.0L-V8-Biturbo-Benziner 510 PS, maximal 700 Nm
E-Klasse AMG E 63 S 4.0L-V8-Biturbo-Benziner 611 PS, maximal 850 Nm
  AMG E 63 S T-Modell 4.0L-V8-Biturbo-Benziner 611 PS, maximal 850 Nm
GLE-Klasse GLE 580 4Matic 4.0L-V8-Biturbo-Benziner mit EQ-Boost 490 PS, maximal 700 Nm
  GLE 63 SUV 4.0L-V8-Biturbo-Benziner mit EQ-Boost 571 PS, maximal 750 Nm
  GLE 63 S SUV 4.0L-V8-Biturbo-Benziner mit EQ-Boost 611 PS, maximal 850 Nm
  GLE 63 S Coupé 4.0L-V8-Biturbo-Benziner mit EQ-Boost 611 PS, maximal 850 Nm
GLS-Klasse GLS 580 4Matic 4.0L-V8-Biturbo-Benziner 490 PS, maximal 700 Nm
  Maybach GLS 600 4Matic 4.0L-V8-Biturbo-Benziner mit EQ-Boost 558 PS, maximal 729 Nm
G-Klasse G 550 4.0L-V8-Biturbo-Benziner 422 PS, maximal 610 Nm
  G 63 4.0L-V8-Biturbo-Benziner 585 PS, maximal 850 Nm
AMG GT AMG GT 4.0L-V8-Biturbo-Benziner 530 PS, maximal 670 Nm
  AMG GT S 4.0L-V8-Biturbo-Benziner 639 PS, maximal 900 Nm

Bei den betroffenen C-Klasse-Modellvarianten scheint Mercedes bereits einige bevorstehende Modellwechsel vorwegzunehmen. Einerseits wechselt der nächste Mercedes-AMG C63 sowieso vom V8-Antrieb zu einem Vierzylinder-Layout mit Elektro-Unterstützung. Andererseits sind das C-Klasse Coupé und Cabrio – und damit auch deren achtzylindrigen AMG-Ableger – sowieso bald Geschichte. Mercedes strafft bei den Zweitürern das Portfolio und fasst die Coupés und Cabrios der C- und E-Klasse zur CLE-Baureihe zusammen.

Auch bereits bestellte Autos betroffen

Besonders ärgerlich für einige Mercedes-Kunden: Der zitierten Mitteilung zufolge soll sogar bei bereits bestellten Autos die Auslieferung ausgesetzt werden. Dies treffe auf den GLE 580, den GLS 580, den GLS 600 Maybach und einige AMG-Modelle zu. Welche Alternativen betroffenen Kundinnen und Kunden angeboten werden, ist derzeit nicht bekannt.

Wann die vorerst ausrangierten V8-Modelle auf den US-Markt zurückkehren, kann Mercedes derzeit nicht abschätzen. Dies hängt wohl vor allem davon ab, wann sich die Lage in Sachen Halbleiter-Mangel entspannt. Und das kann zu diesem Zeitpunkt niemand seriös voraussagen; Experten gehen derzeit von 2023 oder gar 2024 aus.

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Fazit

Der weltweite Halbleiter-Mangel ist eine ernste Sache und führt zu immer mehr Verwerfungen in der weltweiten Auto-Fertigung – so auch auf jene der V8-Modelle aus dem Hause Mercedes. Andererseits scheint die Marke ihre Ambitionen, langfristig zur CO2-Neutralität zu gelangen, sehr ernst zu nehmen – und hier eine Gelegenheit zu nutzen, frühzeitig auf einen nachhaltigeren Weg einzuschwenken. Deshalb bietet Mercedes mit der Entscheidung, viele seiner V8-Modelle in den USA vorerst vom Markt zu nehmen, einen Vorgeschmack auf das, was die Kundinnen und Kunden der Marke sowie ihrer Subdivisionen AMG und Maybach künftig erwartet: Weniger Zylinder und Haubraum, dafür – viel – mehr Elektrifizierung.

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