Blitzerfoto mit Mittelfinger Polizei Oberfranken
Pünktlich zum Beginn der Urlaubssaison warnt der Verband für bürgernahe Verkehrspolitik e.V. (VFBV) davor, die bei den europäischen Nachbarn oft drastisch höheren Bußgelder nicht zu unterschätzen.
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Mit Stinkefinger geblitzt: Verwarngeld verfünfundsiebzigfacht

Mit Stinkefinger geblitzt Verwarngeld verfünfundsiebzigfacht

Im April 2020 wurde im oberfränkischen Kulmbach ein Autofahrer mit seinem BMW X3 geblitzt. Keine große Sache, fuhr der 26-Jährige doch "nur" 11 km/h zu schnell.

Wäre da nicht ein kleines Detail, das ihm jetzt zum Verhängnis wurde. Denn der Fahrer reckt auf dem Blitzerfoto den Mittelfinger gen Kamera. Das sahen die Messbeamten nicht so gerne und erstatteten Anzeige wegen Beleidigung. Und ab jetzt wurde es teuer.

Beamtenbeleidigung gibt es nicht

Denn das Amtsgericht sah die Beleidigung gegeben und verurteilte den Fahrer zu einer Geldstrafe in Höhe von 1.500 Euro. Damit hat er mit nur einer Hand- äääh Fingerbewegung sein Verwarngeld verfünfundsiebzigfacht. Doch das reicht noch nicht: Die Richter verhängten zudem noch einen Monat Fahrverbot.

Übrigens: Den Tatbestand der Beamtenbeleidigung gibt es in Deutschland nicht, denn das Strafgesetzbuch unterscheidet nicht zwischen einem Polizisten und einem Zivilisten. Im Bußgeldkatalog sind solche Beleidigung auch nicht aufgeführt. Der § 185 des Strafgesetzbuches regelt dies. Hier sieht das StGB die Beleidigung, wenn die Ehre einer anderen Person angegriffen oder missachtet wird. Das können Schimpfwörter oder abwertende Gesten sein. Entsprechend kann eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr bei einer verbalen Beleidigung eines Polizeibeamten drohen.

"Du Mädchen" kostet 200 Euro

Übrigens 2.0: Auf Basis von Urteilen sind bei Beleidigungen schon folgende Bußgelder verhängt worden: So musste jemand 200 Euro zahlen, weil er oder sie einen Polizisten als "Du Mädchen" titulierte. 600 Euro kostete es, weil jemand einen Polizisten geduzt hatte und die Beleidigung per Stinkefinger wurde auch schon einmal mit 4.000 Euro bestraft. Insofern hat der BMW-Fahrer noch Glück gehabt.

Fazit

Wer keine gute Kinderstube hat, muss irgendwann dafür zahlen. Und wer den Stinkefinger in die Blitzerkamera reckt, muss sich nicht wundern, dass es teuer wird.

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