Mobilitätstest, E-Roller, Moove 0119 Dino Eisele

Der große Mobilitätstest

Unterwegs mit dem E-Roller

Ein Roller ist nur was für die warmen Sommermonate? Auf keinen Fall, denn mit der richtigen Kleidung lässt sich fast das ganze Jahr durch die Stadt wuseln.

Warum reden bei der E-Mobilität in der Stadt eigentlich alle vom E-Auto? Sie sind teuer, manchmal groß und oft schwer. Deshalb brauchen sie riesige Akkus, was sie am Ende noch schwerer macht. Für mich als Zweiradfan liegt die Sache auf der Hand: Ein E-Roller muss her, denn mit Helmfach, Topcase und Knieblech ist der auch im Alltag komfortabel. Das Beste aber: Für die 45-km/h-Varianten genügt ein Klasse-B-Führerschein – und ein Helm, wenngleich Schutzkleidung mit Protektoren bei keiner Fahrt fehlen sollten.

Ob das wirklich so einfach ist, soll der Selbstversuch zeigen: drei Wochen im Stuttgarter Winter. Ein echter Härtetest. Doch bevor es so weit ist, heißt es, Markt sondieren – und siehe da: Die Elektro-Offerten sind üppig. Von der Vespa (6390 Euro) über die Schwalbe-Replika (5390 Euro) bis zu Dutzenden Modellen aus China ist alles dabei – letztere sind sogar richtig preiswert und starten bei 1800 Euro.

Für 2800 Euro mobil

Zugegeben, so ein China-Kracher wirkt nicht gerade vertrauenserweckend, aber die Rollerbauer aus Fernost müssen wissen, wie es funktioniert. Schließlich haben Megacitys wie Schanghai längst alle Verbrenner vor die Stadttore verbannt, sodass heute mehr als 20 Millionen elektrischer Zweiräder durch den Großraum Schanghai wuseln – und dank mir nun ein weiterer durch die Schwabenmetropole in Kessellage: Genauer ein Niu N1. Der zählt zur Roller-Mittelklasse, kostet 2800 Euro und bringt neben einer eigenen Connectivity-App, GPS und Alarmanlage auch eine herausnehmbare Batterie mit, die für 70 Kilometer reicht und auch zu Hause oder im Büro geladen werden kann.

Mobilitätstest: Unterwegs mit dem E-Roller
4:12 Min.

Weit über die Stadtgrenzen kommt man so nicht, mit dem Zwei-PS-Bosch-Motor läuft der Niu aber ohnehin nur 45 km/h – zumindest in der Ebene. Denn schon kleine Steigungen bremsen das Rollervergnügen spürbar und damit auch die Freude der Autofahrer um mich herum, deren genervte Blicke ich durch den Schal im Nacken spüre. Sie sehen nur ein rollendes Verkehrshindernis, auf das sie meist so dicht auffahren, dass ihre Stoßstangen fast das Topcase streifen.

Das zählt allerdings zu einem der vielen Highlights der Rollerwochen: Der Stauraum ist unerwartet groß, und mit etwas Kompromissbereitschaft und Kreativität beim Beladen wird der Roller zum Lastentier – wenngleich das Getränkekaufen eindeutig den Rahmen sprengt. Ansonsten macht Einkaufen richtig Spaß, denn Parkplatzsuche kennen Rollerfahrer nicht. Einfach anhalten, abstellen, abschließen und dann zum nächsten Laden stromern.

Das Beste war aber wieder einmal die Erkenntnis, dass es kein schlechtes Wetter gibt, sondern nur schlechte Kleidung. Mit Thermoregenhose, dicker Jacke, Schal und guten Reifen waren selbst Minusgrade und Regenwetter kein Problem, und ich konnte genauso flink durch den Verkehr wuseln wie im Sommer – solange man Gullydeckel, Bahnschienen und Fahrbahnmarkierungen meidet. Die werden im Winter und bei Nässe auch ganz ohne Schneetreiben zur Rutschpartie.

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Fazit

Dass Roller Spaß machen, ist kein Geheimnis. Dass sie bei schneefreien Straßen aber auch eine Ganzjahresalternative sind, zeigte der Test. Vor allem bei Fahrten durch die Stadt bot unser Elektroroller eine gelungene Mischung aus Effizienz, Komfort und jeder Menge Fahrspaß.

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Das Spezialfahrzeug fährt bis vor die Supermarkt-Tür und ist völlig autark.

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