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Der große Mobilitätstest

Unterwegs mit dem ÖPNV

Gut, dass es den ÖPNV gibt, keine Frage! Auch wenn er häufg nervt, ist er weiterhin die günstigste Form der Mobilität und dank Apps nun auch flexibler.

Normalerweise gehe ich ja zu Fuß zur Arbeit. Das nimmt zwar etwas mehr Zeit in Anspruch, aber dafür bekommt man ein bisschen Bewegung und im besten Fall auch einen klaren Kopf. Wenn ich dann auf dem Weg die gestressten und eingezwängten Gesichter an den Fenstern von Bussen und Bahnen sehe, bin ich mit dieser Entscheidung eigentlich auch recht zufrieden. Für unseren Selbstversuch habe ich mich nun aber zwei Wochen lang ins Abenteuer ÖPNV gestürzt.

Mit einem überraschenden Fazit: Obwohl ich mir auch zukünftig kein Jobticket kaufe, werde ich viel mehr auf den ÖPNV und seine Alternativen zurückgreifen. Besonders angetan haben es mir dabei die Apps der verschiedenen Verkehrsbetriebe. Die beenden nicht nur das Abmühen mit lästigen Automaten, sondern zeigen endlich alle nötigen Informationen auf einen Blick. Keine nervige Kleingeldsuche mehr und kein Ärger mit unverständlichen Tarifzonen. Das Bezahlen läuft dort problemlos über die Kreditkarte oder etwas moderner via Paypal-Konto. Ich kaufe schon morgens beim Frühstück meine Tickets, um dann nur noch bequem in die U-Bahn zu springen. Die ist zwar leider standardmäßig immer zur Rushhour überfüllt, aber damit muss man auf dem Arbeitsweg einfach rechnen. Autofahrer stehen schließlich auch jeden Morgen und Abend im Stau, oder?

Konkurrenz belebt das Geschäft

Doch auch die beste App macht einen nicht unabhängig von den Lücken im Fahrplan. Viel zu oft warte ich nachts frierend an einer Haltestelle und rufe dann entnervt ein völlig überteuertes Taxi. In weiser Voraussicht habe ich mir deswegen während des Experiments auch gleich die App des Ride-Pooling-Anbieters Clevershuttle heruntergeladen. Wie bei den Anwendungen der Verkehrsbetriebe muss man sich hier ebenfalls zuerst orten lassen und dann sein Ziel eingeben. Daraufhin spuckt die Anwendung einen Shuttle-Fahrer, einen Preis und einen Countdown aus. Abgeholt wird man dann in der Nähe seines Standortes. Also ein Taxi, oder? Fast!

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Ride-Pooling ist flexibler und günstiger als ein Taxi, aber teurer als der ÖPNV.

Im Hintergrund bündelt nämlich ein kluger Algorithmus alle Anfragen mit ähnlichen Routen und weist dem Fahrer bei Überschneidungen weitere Passagiere zu, die dann auf dem Weg eingesammelt werden. Dadurch ist man um etliches billiger als Taxis. Bei meinen Fahrten traf ich leider nur sehr selten auf Mitfahrer, aber dafür kam ich häufig mit den App-Chauffeuren ins Gespräch. Einmal diskutierte ich beispielsweise im dichten Schneegestöber über das Auto der Zukunft. Ein anderes Mal hatte ich die überraschendste und einzigartigste Stadtrundfahrt meines Lebens.

Aber was hat das nun mit dem ÖPNV zu tun? Überraschend viel! Denn nicht nur Start-ups bieten solche Dienste aktuell an. Neben Herstellern wie Volkswagen und Mercedes haben auch die ersten Verkehrsbetriebe das Konzept für sich entdeckt und führen erste Pilotprojekte durch. In Stuttgart testet beispielsweise die SSB einen Shuttle-Dienst mit Mercedes-Modellen, die bei Bedarf mit den klassischen ÖPNV-Verkehrsmitteln kombiniert werden.

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Dino Eisele 1/8 10,3 Milliarden Fahrgäste nahmen alleine im Jahr 2017 den deutschen ÖPNV in Anspruch. Nach Schätzungen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen wurden dabei 12,8 Milliarden Euro eingenommen.
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Fazit

Zugegeben: Morgens und abends genieße ich meine Spaziergänge. Trotzdem dürfen die kleinen App-Helfer auf meinem Handy bleiben – vor allem da ich öfter mal mit Gepäck unterwegs bin oder ans andere Ende der Stadt muss. Besonders gespannt bin ich auf die Zukunft des Ride-Poolings, das aktuell durch mangelnde Bekanntkeit und behördliche Auflagen noch eine Nischenerscheinung ist. Wenn der ÖPNV der Zukunft so aussieht, werde ich noch zum Fan!

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