Neue Ford Europa-Strategie

Modell-und Jobstreichungen, Elektrifizierung und VW-Kooperation

Ford Logo (2018) Foto: Ford

Um das Europageschäft wieder in die Gewinnzone zu bringen, setzt Ford auf Elektrifizierung, eine Nutzfahrzeugkooperation mit VW sowie gezielte Modellstreichungen und Jobabbau.

Ford will sein Europageschäft nachhaltig zurück in die Gewinnzone bringen und hat dazu jetzt seine Strategie bekanntgegeben. Kurzfristig will Ford bereits eingeleitete Maßnahmen zur Effizienzsteigerung weiter vorantreiben und Strukturkosten senken. Weitere Maßnahmen sollen die Veränderungen der Modellpalette, eine Ausweitung des Angebotes und des Absatzes in profitablen Wachstumssegmenten betreffen.

Jobs und Modelle werden gestrichen

Gleichzeitig wird Ford weniger profitable Modellreihen optimieren oder sich aus diesen zurückziehen. Der Autobauer will sich dabei auf margenstarke Fahrzeugvarianten sowie eine Absatzsteigerung der profitabelsten Modellreihen konzentrieren. Aber auch vor Stellenstreichungen schreckt der Autobauer nicht zurück. Um die Personalkosten zu senken, sollen sowohl im gewerblichen als auch im kaufmännischen Bereich in allen Unternehmensteilen Jobs abgebaut werden. Ford sei dazu bereits mit dem Betriebsrat und den Gewerkschaften im Gespräch, setzt aber auch auf Freiwilligkeit der Arbeitnehmer. Wie viele Jobs wegfallen sollen, sagte Ford nicht.

Neu strukturiert werden sollen die Geschäftsbereiche. Künftig will Ford Schwerpunkte bei Nutzfahrzeugen, Pkw und Importmodellen setzen. Jeder der drei Bereiche bekommt klare Zielsetzungen und eigene Organisationsformen. Als Zielmarke gibt Ford Europa strebt langfristig eine EBIT-Marge von sechs Prozent an, wobei jeder Geschäftsbereich rentabel arbeiten soll.

Ford „Mach E“ (2020)
Hier rollt der Elektro-Crossover

In der nach Ford-Angaben hochprofitablen Nutzfahrzeugsparte soll eine mögliche strategische Partnerschaft mit dem VW-Konzern ausgelotet werden. Die Zusammenarbeit wird auf der Detroit Motorshow 2019 bekannt gegeben. Diese Koop solle sich auf die Bereiche Elektromobilität und autonomes Fahren konzentrieren, aber auch beim türkischen Joint Venture Ford Otosan sieht man noch Ausbaupotenzial.

Ford setzt auf Elektrifizierung

Natürlich spielt auch das Thema Elektrifizierung in der Ford-Strategie eine wichtige Rolle. Beginnend mit dem neuen Ford Focus soll künftig jede Modellreihe eine elektrifizierte Antriebsoption erhalten. Dies betrifft komplett neue Modelle sowie neue Varianten bestehender Modelle. Vom Fiesta bis zum Transit wird Ford dann jede Modellreihe entweder mit einem Mild-Hybrid, Voll-Hybrid, Plug-in-Hybrid oder einer batterie-elektrischen Option anbieten. Zudem soll weiter in den boomenden SUV-Markt investiert werden. Hier will Ford im April 2019 ein neues Importmodell für Europa präsentieren. 2020 soll zudem der MachE, ein vom Mustang inspiriertes, rein elektrisch angetriebenes CUV-Modell folgen.

Ford „Mach E“ (2020)
Hier rollt der Elektro-Crossover

Als weitere strategische Maßnahmen werden das Produktionsende von Automatikgetrieben im französischen Werk Aquitaine bei Bordeaux im August 2019 sowie die Zusammenlegung der britischen Standorte genannt. Überprüft werden soll zudem die Zusammenarbeit mit Sollers in Russland. Über die Produktionseinstellung der Modelle C-Max und Grand C-Max am Standort Saarlouis wird bereits mit den Gewerkschaften verhandelt.

Ford und VW haben zusammen Vans gebaut

Es wäre nicht die erste Kooperation von VW und Ford: Beide Unternehmen hatten 1991 in Portugal ein Joint-Venture gegründet, das ab 1995 den Ford Galaxy und den VW Sharan sowie ab 1996 den Seat Alhambra produzierte. Ende 1998 übernahm VW die Anteile von Ford. Ford entwickelte den neuen Galaxy selbst und brachte das Nachfolgemodell 2006 auf den Markt. VW und Seat produzierten die weiterentwickelten Sharan und Alhambra bis 2010 und brachten anschließend ebenfalls ein eigenes Nachfolgemodell auf den Markt.

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