Neue Landesregierung in Baden-Württemberg

Designierter Ministerpräsident fordert Umdenken der Autoindustrie

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Stuttgart. Nach dem Wahlsieg der Grünen in Baden-Württemberg hat der designierte Ministerpräsident Winfried Kretschmann der starken Autoindustrie des Landes einen „Green New Deal“ vorgeschlagen. „Wenn wir nicht umsteuern und ökologische Leitlinien einziehen, dann bleibt unser Wohlstand auf Sand gebaut“, so Kretschmann.

Es sei nicht nachhaltig, dass die hiesigen Autohersteller große Limousinen für Schwellenländer bauen. „Spritfressende Luxuskarossen zu bauen, um sie dann in Schwellenländer wie China zu verkaufen, ist nicht sonderlich nachhaltig“, kritisiert der Grünen-Politiker. Er will im Dialog mit der Industrie erreichen, dass sich die Unternehmen schneller auf umweltfreundlichere Autotechnik konzentrieren. „Daimler hat riesige Anstrengungen gemacht, um die Lücke zu Toyota bei der modernen Antriebstechnologie zu schließen. Wenn sie zeitig auf uns gehört hätten – die Firmenchefs waren auf unserem Parteitag – wären sie heute weiter.“ Der neue Ministerpräsident selbst fährt eine E-Klasse mit Gas-Antrieb.

Die Unternehmen im Land haben offenbar keine Angst vor der neuen Landesregierung. „Daimler ist mit Zukunftstechnologien seit Langem führend, was für eine neue Landesregierung ein zentrales Thema ist. Wir werden auch mit der neuen Landesregierung konstruktiv zusammenarbeiten“, sagte ein Daimler-Sprecher. Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Bosch, erwartet, dass „das neue Regierungsprogramm stabile, verlässliche Rahmenbedingungen beschreibt, um das gute wirtschaftliche Klima in Baden-Württemberg zu erhalten und die Stärken des Landes weiter zu stärken“.

Im Programm der Grünen appelliert die Partei konkret an die Autoindustrie, sich stärker um die Entwicklung kleiner und energiesparender Autos zu kümmern. „Obwohl die Zeit des billigen Öls vorbei ist, stellt unsere Automobilindustrie vor allem große und schwere Autos her, und viele Zulieferer sind Spezialisten für Autos mit Verbrennungsmotor. Doch um künftig wettbewerbsfähig zu sein und erfolgreich Autos verkaufen zu können, müssen die heimischen Autohersteller dringend umsteuern. Die Losung muss «kleiner und sparsamer» statt «größer und schneller» lauten.“

Zudem wollen die Grünen die Forschung und Entwicklung im Bereich der Batterietechnik stärker fördern. „Wir wollen die Forschung für die Energiespeicherung, zum Beispiel in Batterien, voranbringen. Aber im Gegensatz zu Schwarz-Gelb wollen wir den Verbrennungsmotor nicht einfach gegen den Elektromotor tauschen. Wir brauchen intelligente Mobilitätskonzepte, die alle Verkehrsmittel – vom Fahrrad über Bus und Bahn bis zum Auto – sinnvoll kombinieren.“

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