New York plant City-Maut

Für 12 Dollar nach Manhattan

Lowrider in New York, Impression, Reise Foto: Dani Heyne

Die Entscheidung ist gefallen: Ab 2021 plant New York eine City-Maut für Manhattan. Die Einnahmen sollen dem Öffentlichen Nahverkehr zugutekommen. Jetzt wird noch an Details wie den genauen Preisen und eventuellen Ausnahmen gefeilt.

Singapur, Madrid, Mailand, Stockholm, um nur einige zu nennen: Immer mehr Städte führen Mautgebühren für Fahrer ein, die mit ihren Autos ins Zentrum fahren wollen. Jüngst hat London seine Stauabgebe („Congestion Charge“) um eine Abgasgebühr ergänzt. Bald wird auch die erste US-Stadt eine Innenstadt-Maut einführen. Wer in New York City künftig mit seinem Auto nach Manhattan fahren möchte, muss in nicht allzu ferner Zukunft Geld dafür bezahlen.

Preise zwischen 12 und 25 Dollar

Das Parlament des Bundesstaates New York stimmte nun für einen entsprechenden Plan. Demnach soll die Mautgebühr für eine Autofahrt in den auf einer Insel gelegenen Stadtteil mindestens zwölf Dollar kosten; für Lastwagen würden wohl etwa 25 Dollar fällig. Wie hoch die Preise genau ausfallen werden, steht allerdings noch nicht fest. Im Gespräch sind Modelle, in denen sich die Gebühr an der Tageszeit ausrichtet. Wer zu Stoßzeiten fährt, soll mehr zahlen müssen als jemand, der nachts oder am Wochenende nach Manhattan möchte.

Aktuellen Plänen zufolge wird die City-Maut nicht vor 2021 erhoben. Wie die „New York Times“ berichtet, soll auch nicht jeder Autofahrer zahlen müssen. Geringverdiener sollen ebenso ausgenommen werden wie Menschen mit Handicap oder solche, die beispielsweise einen Arzttermin wahrnehmen müssen. Wer in Manhattan wohnt und innerhalb des Stadtteils fährt, soll ebenfalls nichts zahlen müssen. Sollten diese Einwohner den Stadtteil allerdings verlassen und später wieder hinein wollen, müssten sie zahlen, wenn auch wohl weniger als normal. Auch Autofahrer, die bereits einen der gebührenpflichtigen Tunnel nutzen, sollen Rabatte bekommen.

Geld verdienen für die U-Bahn

04/2019, Karte Manhattan Foto: Google Maps
Ab 2021 könnte im auf einer Insel gelegenen Staddteil Manhattan eine City-Maut gelten.

Trotzdem soll die City-Maut jährlich mindestens eine Milliarde Dollar in New Yorks stets leere Kassen spülen. Das Geld soll vor allem dafür verwendet werden, die chronisch malade U-Bahn zu sanieren und die Verkehrs-Infrastruktur zu modernisieren. Die New Yorker City-Maut soll automatisch über ein elektronisches System bezahlt werden, das jenem für die gebührenpflichtigen Brücken und Tunnel ähnlich ist.

Mit der aktuellen Entscheidung steht fest, dass das lange geplante Modell – schon vor mehr als zehn Jahren begann die Konzeption unter dem Ex-Bürgermeister Michael Bloomberg – bald tatsächlich kommt. Unumstritten ist es freilich nicht. Diskussionen entbrennen vor allem am Thema Ausnahmen: Während die einen sie möglichst strikt begrenzen wollen, möchten andere eine Vielzahl an Ausnahmen schaffen. Wieder andere schlagen Rabatte auf den Öffentlichen Nahverkehr oder Taxi-Services wie Uber vor, während die City-Maut von möglichst vielen Autofahrern voll gezahlt werden soll.

Uber betreibt teure Lobbyarbeit pro City-Maut

Interessant in diesem Zusammenhang: Uber gilt als einer der größten Unterstützer der New Yorker City-Maut. Laut „Financial Times“ soll der US-Fahrdienstvermittler seit 2015 etwa zwei Millionen Dollar für die entsprechende Lobbyarbeit aufgewendet haben. Das mutet anfangs eigenartig an, schließlich müssten auch Uber-Fahrer die Maut bezahlen, sobald sie nach Manhattan fahren. Andererseits hofft das Unternehmen, dass möglichst viele Menschen aufgrund der Straßengebühr ihr eigenes Auto stehenlassen und stattdessen Uber für ihre Tour nach Manhattan nutzen.

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