Eisauto Mr. Whippy Rotard

"Operation Meltdown"

New York beschlagnahmt 46 Eiswagen

Weil 4,5 Millionen Dollar an Strafzahlungen wegen 22.000 Verkehrsverstößen ausstehen, zieht New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio eine ganze Eiswagen-Flotte ein.

Jeder Mensch mag Eiscreme. Wirklich jeder? Bei Bill de Blasio kann man sich da nicht so sicher sein. Immerhin lässt New Yorks aktueller Bürgermeister derzeit eine ganze Armada an Eiswagen beschlagnahmen. Und das kurze Zeit, nachdem der Demokrat angekündigt hat, dass er der nächste US-Präsident werden will. Aber steigert man seine Beliebtheit und geht auf Stimmenfang, indem man 46 Eiswagen einzieht? Schließlich mag (fast) jeder Mensch Eiscreme ...

4,5 Millionen Dollar Strafzahlungen

Natürlich hat die Aktion einen ernsten Hintergrund. In den vergangenen zehn Jahren haben die 46 Eiswagen nämlich zusammen 22.000 Verkehrsverstöße vergangen. Dazu gehören vor allem Vergehen wie das Blockieren von Hydranten, das Zuparken von Gehwegen und Zebrastreifen oder das Überfahren von roten Ampeln. Insgesamt schulden die Eiswagen-Betreiber der Stadt New York City etwa 4,5 Millionen Dollar an Bußgeldern.

Doch anscheinend haben die Eisverkäufer beziehungsweise deren Auftraggeber nicht einfach nur keine Strafzettel bezahlt. Die Stadt wirft ihnen vor, das Ganze mit erstaunlicher krimineller Energie betrieben zu haben. Demnach schlossen sich die Eiswagen-Betreiber zusammen und gründeten ein Dutzend sogenannter Mantelgesellschaften. Durch diese Praktik, die jener von Briefkastenfirmen ähnlich ist, kamen die Finanzbehörden offenbar nicht direkt an die Köpfe hinter diesem Konstrukt heran, sobald sie die Strafzahlungen eintreiben wollen. Staatsanwalt Zachary W. Carter spricht von einem „ausgeklügelten Spiel“, „gefälschten Unternehmen“ und „betrügerischen Transaktionen“, die Bill de Blasio zu seiner drastischen Maßnahme veranlasst haben.

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Operation „Einschmelzen“

„Kein New Yorker steht über dem Gesetz. Schon gar nicht diejenigen, die versuchen, die Gesetze zur öffentlichen Sicherheit zu ignorieren und gefährliche Situationen für Fußgänger sowie Fahrrad- und Autofahrer zu schaffen“, sagt Bill de Blasio. „Seit Jahren ignorieren die Betreiber die Gesetze zur öffentlichen Sicherheit und bewegen die Eisverkäufer ihre Autos gefährlich durch die belebtesten Viertel der Stadt. Diese Beschlagnahme markiert das Ende der Straße für die Gesetzesübertreter unter den Eisverkäufern.“

Fazit

Die Aktion richtet sich übrigens nur an die großen Fische, die der Stadt mindestens 10.000 Dollar an Strafzahlungen schulden. Und bei aller Ernsthaftigkeit beweist New York auch ein bisschen Humor: Offiziell wird die Aktion „Operation Meltdown“ genannt. Das kann Kollaps oder Zusammenbruch heißen – oder auch einschmelzen.

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