02/2020, Rimac C_Two Rimac Automobili
02/2020, Rimac C_Two
12/2019, Rimac C_Two Erlkönig
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12/2019, Rimac C_Two Erlkönig 53 Bilder

Porsche erhöht zum zweiten Mal Rimac-Anteile

Porsche erhöht zum zweiten Mal Rimac-Anteile Kroaten pochen aber auf Eigenständigkeit

Porsche gehört jetzt ein noch größerer Teil von Rimac. Der Hersteller von elektrischen Supersportwagen möchte aber eigenständig bleiben.

Weitere 70 Millionen Euro steckt Porsche in seine Partnerschaft mit dem kroatischen Elektro-Supersportwagen-Hersteller Rimac. Dadurch steigt Porsches Anteil an dem im zirka 20 Kilometer westlich der kroatischen Hauptstadt Zagreb gelegenen Sveta Nedelja ansässigen Unternehmen von 15 auf 25 Prozent. Porsche-Finanzvorstand Lutz Meschke begründet diesen Schritt damit, dass Rimac auf dem besten Weg sei, ein sogenannter Tier-1-Lieferant für Porsche und andere Hersteller zu werden. Das englische "Tier" heißt auf Deutsch Ebene oder Rang. In der Lieferpyramide der Autobauer heißen diejenigen Zulieferer Tier-1, die den Hersteller direkt beliefern, also geschäftlich am nächsten an ihm dran sind.

Porsche-Finanzvorstand Lutz Meschke
Porsche
Porsche-Finanzvorstand Lutz Meschke sieht Rimac auf dem Weg zu einem wichtigen Zulieferer der Automobilindustrie.

Mate Rimac betont Eigenständigkeit

Porsche ist seit 2018 an Rimac beteiligt, 2019 erfolgte eine erste Aufstockung der Anteile. Firmengründer Mate Rimac weist im Zusammenhang mit der neuerlichen Porsche-Anteilserhöhung darauf hin, dass man als Unternehmen eigenständig bleiben werde, da man weltweit viele Autohersteller als Kunden habe. Unter anderem ist Rimac im Februar 2020 mit Hyundai/Kia eine strategische Partnerschaft eingegangen. Mate Rimac hat seine Firma 2009 gegründet – damals war er 21 Jahre alt. Heute beschäftigt die auf Hochleistungs-Elektroantriebe und Batteriesysteme spezialisierte Firma fast 1.000 Mitarbeiter.

Mate Rimac
Rimac
Mate Rimac hat Rimac 2009 gegründet. Ihm ist wichtig, dass Rimac eigenständig bleibt.

Auf dem Genfer Autosalon und der IAA 2011 stellte Rimac mit dem Concept One das damals nach eigenen Angaben schnellste E-Auto der Welt vor.

Vorstellung: Rimac Concept One

Rimac Concept One
Rimac Concept One Rimac Concept One Rimac Concept One Rimac Concept One 28 Bilder

Rimac Concept One mit Crash

Der Rimac Concept One wird von vier Elektromotoren, je zwei an einer Achse, angetrieben. Zusammen sollen die wassergekühlten E-Motoren eine Leistung von 1.088 PS bereitstellen. Das maximale Drehmoment wird mit 1.600 Nm angegeben. Spurtete das 2011er-Modell in 2,8 Sekunden auf 100 km/h, so braucht das Serienmodell 0,2 Sekunden weniger. Tempo 200 soll bei 6,2 Sekunden erreicht sein, die 300-km/h-Marke fällt bei 14,2 Sekunden. Ein Beschleunigungsrennen zwischen einem Tesla Model S P90D und einem Ferrari LaFerrari entschied der Rimac für sich. Indes, die Serienproduktion des Concept One blieb lange ungewiss. 2013 sollten 88 Modelle an den Start gehen, 2016 war die Rede von 8 Fahrzeugen.

Berühmtheit erlangte das Modell als Moderator Richard Hammond bei einer TV-Produktion zur Autosendung "The Grand Tour" bei einem Hillclimb-Event in der Schweiz verunfallte. Er verletzte sich dabei am Knie, der Rimac brannte aus.

Rimac C2 mit 412 km/h Top-Speed

Auf dem Genfer Autosalon im März 2018 hat unterdessen Rimac sein Elektro-Fahrzeug "C Two" (Concept 2) präsentiert. Der Zweisitzer leistet 1.915 PS und stellt ein Gesamtdrehmoment von 2.300 Nm bereit. In unter zwei Sekunden soll der E-Renner auf Tempo 100 beschleunigen, 300 km/h liegen nach 11,8 Sekunden an, in der Spitzengeschwindigkeit sollen es 412 Kilometer pro Stunde sein. Die Reichweite beträgt von 650 Kilometern und kann durch ein 250 kW-Schnellladesystem innerhalb einer halben Stunde auf 80 Prozent der Akkuladung geladen werden.

Vorstellung: Porsche Taycan

SPERRFRIST 04.09.19 / 16 Uhr Porsche Taycan Turbo S Elektroauto Sportwagen
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"Porsche begleitet Rimac seit einem Jahr in seiner positiven Entwicklung", sagt Lutz Meschke, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Vorstand Finanzen und IT der Porsche AG. "Uns war schnell klar, dass Porsche und Rimac viel voneinander lernen können. Wir sind von Mate Rimac und seiner Firma überzeugt. Deshalb haben wir jetzt unsere Anteile erhöht und bauen unsere Zusammenarbeit im Bereich der Batterietechnologie aus."

Rimac fertigt auch E-Bike


Insgesamt beschäftigt Rimac in Zagreb über 500 Mitarbeiter. Die Schwerpunkte liegen auf der Batterietechnologie im Hochspannungsbereich, dem Elektroantrieb sowie der Entwicklung von digitalen Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine (HMI). Außerdem ist Rimac in der Entwicklung und Produktion von E-Bikes aktiv. Dieses Geschäft wurde 2013 in der Tochterfirma Greyp Bikes ausgegründet.

"Die Partnerschaft mit Porsche ist ein sehr wichtiger Schritt für Rimac. Unser Ziel ist es, Modul- und Systemlieferant für Automobilhersteller in den Bereichen Elektrifizierung, Konnektivität und Fahrerassistenzsysteme zu sein", erklärt Geschäftsführer Mate Rimac.

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Fazit

Porsche festigt seine Stellung bei Rimac, indem die Stuttgarter ihren Anteil an dem kroatischen Elektro-Supersportwagen-Hersteller mit 24 Prozent fast auf ein Viertel erhöhen. Rimac scheint also weiterhin führend in der Entwicklung von Hochleistungs-Komponenten für Elektroautos zu sein, was die Firma natürlich nicht nur für Porsche interessant macht. Also tritt Firmengründer Mate Rimac Skeptikern entgegen und betont, dass man Porsche keine beherrschende Stellung einräumen werde.

Trotzdem scheint es seitens VW und Porsche ein starkes Interesse zu geben, Bugatti bei Rimac einzugliedern – anscheinend traut man den Kroaten am besten zu, die Bugatti-Gene ins Elektroauto-Zeitalter zu überführen.

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