Fahrbericht Mercedes EQC 400 Daimler AG/Dirk Weyhenmeyer

Prämie für E-Autos und Plug-in-Hybride

E-Autoprämie wurde verlängert

Mit bis zu 4.000 Euro Prämie fördert der Staat den Kauf eines Elektro-Autos oder Plug-in Hybrids. Jetzt wurde das Prämienprogramm verlängert. Hier die Liste aller förderungsfähigen E- und Hybrid-Fahrzeuge der BAFA.

Der Erwerb (Kauf oder Leasing) eines Elektrofahrzeugs nach dem 18. Mai 2016 – auch die Erstzulassung muss nach diesem Datum liegen – wird weiterhin mit einer Prämie von 4.000 Euro belohnt. Plugin-Hybride werden mit 3.000 Euro gefördert, die Kaufpreis-Höchstgrenze liegt bei 60.000 Euro (Netto-Listenpreis) für das Basisfahrzeug. Der Bund und die Autohersteller teilen sich die Prämie je zur Hälfte.

Umweltbonus-Programm wurde verlängert

Dieses Prämienprogramm, besser bekannt unter dem Namen „Umweltbonus“, wurde im Juli 2016 aufgelegt. Eigentlich hätte es nach drei Jahren, also im Juni 2019 enden sollen. Doch die im Fördertopf vorhandenen Gelder wurden noch längst nicht abgerufen. Vorgesehen war der Umweltbonus für maximal 300.000 Elektroautos, zum Stichtag 1. Juni lagen die bisherigen Anträge jedoch bei erst 120.071 Fahrzeugen.

Aus diesem Grund ist das Förderprogramm des Bundes nun vorläufig bis Dezember 2020 verlängert worden. Hierdurch können auch Käufer von E-Autos, die erst im in den kommenden Monaten auf den Markt kommen, noch von der Prämie profitieren. Das gilt besonders für den VW ID.3, für den hohe Stückzahlen eingeplant sind. Eine von verschiedenen Politikern vorgeschlagene Verdoppelung der Prämien für E-Autos unter 30.000 Euro Netto-Kaufpreis ist allerdings bislang nicht geplant.

AVAS wird gefördert

Neu allerdings: Ab sofort gibt es auch 100 Euro Zuschuss für die Installation eines AVAS-Moduls. Das Acoustic Vehicle Alerting System (kurz: AVAS) ist seit dem 1.7.19 für Elektro-Neuwagen Vorschrift und kann bei älteren Fahrzeugen nachgerüstet werden. Mit AVAS sollen die bei niedrigem Tempo fast lautlosen Elektroautos einen künstlichen Klang erzeugen, um speziell in Innenstädten für Blinde und sehbehinderte Menschen besser wahrnehmbar zu sein.

Wieder mehr Plugin-Hybride förderfähig

Mit dem 1.9.2018 waren einige Plugin-Hybrid-Modelle aus der Liste der förderfähigen Fahrzeuge gestrichen worden. Der Hintergrund: Voraussetzung für die E-Auto-Förderung ist ein CO2-Ausstoß von unter 50 gr/CO2 pro Kilometer. Nach der Umstellung des Prüfzyklus von NEFZ auf WLTP für die neue Abgasnorm Euro 6c ab dem Stichtag, steigt auch der Verbrauch und damit der CO2-Ausstoß für einige Modelle. Teilweise haben die Hersteller aber reagiert und größere Batterien verbaut. So soll der modellgepflegte BMW 225xe, der seit Anfang Juli 2019 produziert wird, wieder uneingeschränkt förderfähig sein.

Die frühere Liste der förderfähigen Plugin-Hybride umfasste 19 Hybrid-Modelle, aktuell werden die PHEV-Versionen der folgenden Baureihen ohne Einschränkung vom Staat gefördert: Audi Q5 55 TFSI e, BMW 530e, Hyundai Ioniq, Kia Niro, Kia Optima (ab Modelljahr 2019), Mercedes E 300 de, Mercedes E 300 e, Mitsubishi Outlander, Toyota Prius PHEV IV und Volvo V60 T8.

Hyundai Nexo, Exterieur
Dino Eisele
Auch Brennstoffzellenfahrzeuge wie der Hyundai Nexo werden gefördert.

Mit einer Ausnahmegenehmigung vom Kraftfahrtbundesamt in Flensburg (KBA) für Bestandsfahrzeuge können die folgenden Modelle ebenfalls noch gefördert werden. Die Bedingung dafür ist jedoch, dass diese Fahrzeuge bereits produziert wurden: Audi A3 E-Tron, BMW 225xe,BMW 330e, Ford C-Max Kia Optima Plug-in Hybrid (bis 2018), Mercedes C 350e, Mercedes E 350e, Mini Cooper S E Countryman All4, Toyota Prius III Plug-in Hybrid, VW Golf GTE und VW Passat GTE.

BMW i3, Mercedes B-Klasse Electric Drive, VW e-Golf, Frontansicht
BMW i3, Mercedes B-Klasse Electric Drive, VW e-Golf, Frontansicht Audi A3 e-tron, Seitenansicht Audi Q5 55 TFSI e quattro BMW i3 (2018) Facelift 54 Bilder

Der Trick mit dem Preis

Nachdem E-Autos nur bis zu einem Nettopreis von 60.000 Euro bezuschusst werden, fallen teurere Fahrzeuge wie das Model S von Tesla aus dem Raster. Kurzfristig hatte Tesla mit einem um nicht aktivierte Komfortextras heruntergerechneten Preis dagegen gehalten, inzwischen wurden jedoch die Preise so weit erhöht, dass nur noch das Model 3 förderfähig ist. Eine sehr spitze Feder besaß man offenbar auch bei der Berechnung des Basispreises für den Mercedes EQC: Der liegt bei 71.281 Euro und damit netto exakt 100 Euro unterhalb der 60.000er Marke.

Download: Aktuelle Liste der förderfähigen Fahrzeuge

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Förderfähige Fahrzeuge0,15 MByte

Die wichtigsten Fakten zur E-Auto-Förderung

  • Kaufprämie für Elektroautos: 4.000 Euro
  • Kaufprämie für Hybrid-Modelle sowie Brennstoffzellen-Fahrzeuge: 3.000 Euro
  • Keine Prämie erhalten Hybrid-Fahrzeuge ohne externe Lademöglichkeiten
  • Maximaler Fahrzeugpreis für die Prämie: 60.000 Euro netto
  • Ab dem 3.3.2018 ist auch das Doppelförderverbot aufgehoben. Es dürfen also mehrere gleichartige Förderprogramm in Anspruch genommen werden.
  • Start der Prämien-Auszahlung: 18. Mai 2016 (Kaufdatum)
  • Höhe des Prämientopfes: 1,2 Mrd. Euro (50% trägt der Bund, 50% die Autoindustrie)
  • Maximale Laufzeit der Förderung: Bis Ende 2020 bzw. bis der Fördertopf leer ist
  • Die Abwicklung der Prämie erfolgt direkt beim Kauf über den Hersteller, Anträge auf den Umweltbonus können seit dem 2. Juli 2016 bei der BAFA gestellt werden
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