Ratgeber Motoröl

Was bei der Ölwahl zu beachten ist

Motoröl

Autofahrer genießen heute den Luxus, beim Auto kaum noch Wartungsarbeiten selbst durchführen zu müssen. Eine lästige Pflicht bleibt aller­dings: die regelmäßige Kon­trolle des Schmierstoffpegels − egal ob elektronisch per Anzei­ge im Cockpit oder nach alter Tradition mit dem Ölmessstab

Denn allem technischen Fort­schritt zum Trotz können auch moderne Motoren durchaus 0,5 Liter Öl pro 1.000 Kilometer verbrauchen, ohne dass ein Defekt vorliegen muss - je nach Konstruktion und Ein­satzbedingungen sogar mehr.

Regelmäßige Ölkontrolle ist wichtig

Ein Ölwechsel ist je nach Her­steller zwischen 15.000 und 30.000 Kilometern oder alle ein bis zwei Jahre fällig (siehe auch Tabelle). Manche Aggregate sind dabei auf star­re, manche auf variable Wech­selintervalle ausgelegt. Da zwi­schen zu viel und zu wenig Öl in der Regel nur ein Liter Spiel­raum herrscht, ist eine regel­mäßige Kontrolle - etwa alle zwei Tankstopps - zwischen den Wechselintervallen unum­gänglich, wenn kein Motor­schaden mangels ausreichender Schmierung riskiert werden soll.

Signalisiert der Pegelstand Nachfüllbedarf, beginnen aber oft die Probleme. Da steht der unbedarfte Autofahrer an der Tankstelle und fragt sich ange­sichts der breiten Auswahl an Ölen: Was muss denn in mei­nen Motor? Längst benötigen nicht nur leistungsstarke Trieb­werke hochwertigen Schmier­stoff. Auch in Brot-und-Butter-Autos finden sich Motoren mit variablen Wartungsintervallen, Diesel-Partikelfilter oder Pum­pe-Düse-Einspritzung, die Öle mit speziellen Eigenschaften erfordern.

Das hat dazu geführt, dass vor allem deutsche Autohersteller schon vor längerer Zeit eigene Hausnormen entwickelt haben, deren Leistungsmerkmale von den ursprünglich gemeinsam festgelegten Spezifikationen abweichen. Allein im VW-Kon­zern sind elf verschiedene Mo­toröl-Normen definiert. In die­sem Spezifikationen-Dschungel fällt es schwer, den Überblick zu behalten. Mittlerweile wurde die Vielfalt zwar wieder etwas eingedämmt. Dennoch macht sich beim Autofahrer Verunsi­cherung breit, wenn er auf den Öldosen Bezeichnungen wie etwa BMW LL04, MB 229.31 und VW 507 00 liest oder fest­stellen muss, dass die Tank­stelle kein geeignetes Öl vorrä­tig hat. Angesichts der Menge an unterschiedlichen Ölen kei­ne Seltenheit.

Nie Motoröle ohne Herstellerfreigabe benutzen

Schmierstoff-Anbieter helfen mit Zuordnungstabellen bei der Suche nach dem pas­senden Öl, doch der sicherste Weg führt über die Betriebsanleitung des Fahrzeugs. Dort steht die benötigte Spezifikation. Ob der Schmierstoff von einem anderen Hersteller als bei der Erstbefüllung stammt, spielt dagegen keine Rolle - Mischen ist erlaubt.

Wer angesichts der hohen Li­terpreise von bis zu 30 Euro zu einem billigeren Produkt ohne passende Herstellerfreigabe greift, handelt fahrlässig. So genannte Longlife-Öle ermöglichen etwa bei VW je nach Einsatzbedingungen Wechselintervalle bis zu 30.000 km. Das funktioniert aber nur, wenn auch beim Nachfüllen Schmierstoff mit vorgeschriebener Longlife-Qualität ver­wendet wird. Falls kein ent­sprechendes Öl zur Verfügung steht, darf der Autofahrer etwa bei VW auch eine ebenfalls normierte Alternative einfüllen - aber nur ein Mal und nur maximal bis zu einem halben Liter. Wer dies zwischen den Wechselintervallen häufiger tut, riskiert einen Motorscha­den und Probleme bei Garan­tie- oder Kulanzforderungen, wenn der Schaden nachweis­lich auf falsches Öl zurückzu­führen ist.

Es lohnt also, sich nicht erst im Ernstfall mit der Frage zu beschäftigen, welches Öl in den Motor darf, und deshalb einen Liter zum Nachfüllen an Bord zu haben. Übrigens: Auch das richtige Motoröl sollte nicht über die Maximalmarke verabreicht werden. Denn zu viel Schmierstoff bekommt dem Aggregat ebenfalls nicht.

Ölwechsel-Tabelle

Hersteller Ölwechsel alle km oder Monate Wartungs- Intervallanzeige
Alfa Romeo 20.000 12–24 modellabhängig
Audi 30.000 24 alle
BMW 30.000 24 alle
Chevrolet 12.000 – 20.000 12 nein
Citroen 15.000 – 30.000 12–24 modellabhängig
Dacia 15.000 12 nein
Daihatsu 15.000 12 nein
Dodge 12.000 – 20.000 12 nein
Fiat 20.000 – 30.000 12–24 modellabhängig
Ford 20.000 12 modellabhängig
Honda 15.000 – 20.000 12 alle
Hyundai 15.000 – 20.000 12 modellabhängig
Jaguar 16.000 – 24.000 12 alle
Jeep 12.000 – 20.000 12 nein
Kia 15.000 – 20.000 12 modellabhängig
Lada 10.000 12 nein
Lancia 15.000 – 30.000 12 modellabhängig
Land Rover 10.000 – 25.000 12 modellabhängig
Lexus 15.000 12 nein
Mazda 15.000 – 20.000 12 modellabhängig
Mercedes 30.000 24 alle
Mini 15.000 12 alle
Mitsubishi 15.000 – 20.000 12 modellabhängig
Nissan 15.000 – 30.000 12 modellabhängig
Opel 15.000 – 30.000 12–24 modellabhängig
Peugeot 15.000 – 30.000 12–24 modellabhängig
Porsche 30.000 24 alle
Renault 15.000 – 30.000 12 modellabhängig
Saab 30.000 24 alle
Seat 15.000 12 alle
Skoda 30.000 24 alle
Smart 15.000 12 alle
Toyota 15.000 12 nein
VW 15.000 – 30.000 12–24 modellabhängig
Volvo 30.000 12–24 alle
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